“Lonely Hearts Killers” von Todd Robinson

Wie Bonnie und Clyde. Nur richtig böse.

“Lonely Hearts Killers” von Todd Robinson

© Studio / Produzent
© Studio / Produzent

Martha Beck und Ray Fernandez, eine Femme Fatale und ein launischer Ehebetrüger, machten Ende der 40er Jahre die Ostküste unsicher. Mit einer Topbesetzung wurde die Geschichte des Gangsterpärchens nun verfilmt – doch in den Schweizer Kinos war der Film trotz Stars wie Salma Hayek und John Travolta nie zu sehen. Zu Unrecht?

Von Lukas Hunziker.

Der charmante Betrüger Ray Fernandez hat es auf einsame Frauen abgesehen, die über Annoncen nach der grossen Liebe suchen. Kaum eine kann ihm widerstehen und im Handumdrehen landet das Geld der meisten auf einem gemeinsamen Konto, das tags darauf ebenso leer ist wie Ray verschwunden. Nur eine lässt sich nicht abschütteln: die betörend schöne Martha Beck, die Rays Spiel durchschaut und dadurch seine Komplizin wird. Da es nicht illegal ist, Frauen sitzen zu lassen, kommt die Polizei den Machenschaften der beiden erst auf die Spur, als ein Mädchen, das offensichtlich Selbstmord begangen hat, tot in der Badewanne gefunden wird. Ermittler Elmer Robinson, dessen Frau sich das Leben genommen hat, nimmt sich des Falles an und begibt sich auf die Spuren der beiden Betrüger. Diese lassen inzwischen Leichen zurück, die nicht durch eigene Hand umgekommen sind.

Schwächen bei der Umsetzung

Obwohl wir eigentlich schon genug Filme über Cops gesehen habe, die sich aus persönlichen Gründen in einen Fall verbeissen und davon besessen werden, unterhält die Story von “Lonely Hearts Killers” gut, was nicht zuletzt an den Darstellern und dem gut inszenierten Ambiente der 40er Jahre liegt. Wirklich zu überzeugen vermag der Film aber dennoch nicht, da er das Potenzial der Geschichte bei weitem nicht ausschöpft. Vor allem das Gangsterpärchen bleibt blass und die Entwicklung, welche Ray Fernandez unter dem Einfluss der unberechenbaren Marta Beck durchmacht, bleibt auf der Strecke. Obwohl Salma Hayek nett anzusehen ist, fragt man sich, warum man aus der historischen Martha, die schwer übergewichtig war, eine betörende Verführerin machen musste. Die naheliegendste Antwort schmeichelt dem Film wenig: weil der Film sonst noch weniger Zuschauer gehabt hätte. Doch auch abgesehen von Salma Hayek gibt es einige Gründe, sich den Film dennoch anzusehen. Besonders das Cop-Duo John Travolta und James Gandolfini passt wunderbar in die Zeit, in welcher der Film spielt, und die private Geschichte Elmer Robinsons ist trotz Mangel an Originalität gut umgesetzt. Wer kein Meisterwerk des Genres erwartet, wie dies “Bonnie und Clyde” oder “Monster” waren, dürfte sich mit “Lonely Hearts Killers” dennoch zwei Stunden gut unterhalten fühlen.

Ausstattung

Neben Filmographien, einer Bildergalerie und Trailern beschränkt sich das Bonusmaterial auf das ‘Making of’, welches die Erwartungen, die man durchaus daran haben darf, bei weitem untertrifft. In den 10 Minuten kommen zwar immerhin alle Darsteller kurz zu Wort, doch über das historische Gangsterpärchen erfährt man praktisch nichts, obwohl man genau dies erwarten dürfen sollte. Immerhin sind einige entsprechende Infos im Booklet zu finden, doch eine, wenn auch nur sehr kurze Dokumentation über die “echten” Lonely Hearts Killers hätte die DVD doch um einiges aufgewertet.


Seit dem 13. September 2007 im Handel.

Originaltitel: Lonely Hearts (USA 2003)            
Regie: Todd Robinson
Darsteller: Jon Travolta, Salma Hayek, James Gandolfini, Jared Leto, Laura Dern
Genre: Thriller
Dauer: 103 Minuten
Bildformat: 1:2.35
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch
Audio: Dolby Digital 5.1
Bonusmaterial: Making of, Trailer, Filmographien, Bildergalerie
Vertrieb: Impuls

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Lukas Hunziker

Lukas Hunziker ist Gymnasiallehrer für Deutsch und Englisch. In seinem Garten stehen drei Bäume, in seinem Treppenhaus ein Katzenbaum. Er schreibt seit 2007 für nahaufnahmen.ch.

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