“The Lodger” von David Ondaatje

Jack Is Back

“The Lodger” von David Ondaatje

Ein alternder Kommissar auf den Spuren eines Serienkillers, dessen Handschrift der von Jack The Ripper verdächtig ähnelt, eine schizophrene Hausfrau und ein geheimnisvoller Untermieter – die vierte Verfilmung des Romans “The Lodger” ist ein ansehnlicher Thriller mit Starbesetzung geworden.

Von Annika Janssen.

the lodgerLos Angeles, West Hollywood: Der schon leicht angegraute Kommissar Chandler Manning und sein Partner Street – noch grün hinter den Ohren – ermitteln im Fall eines Serienkillers, der entlang des Sunset Strip sein Unwesen treibt. Er mordet nachts und bevorzugt Prostituierte, immer nach dem gleichen Muster: die Opfer sind böse zugerichtet. Seine Handschrift ist identisch mit der eines eigentlich schon längst gefassten und ermordeten Serienkillers – hat Manning vor Jahren etwa den falschen verhaftet? Ausserdem stellt sich im Laufe der Ermittlungen heraus, dass offenbar noch ein wesentlich älterer Fall, einer der berühmtesten der Kriminalgeschichte, den Killer in seinem Treiben beeinflusst: er metzelt nach dem selben Muster wie Jack The Ripper …

Zeitgleich zieht beim ehe-krisengeschüttelten Paar Bunting und Ellen ein etwas exzentrischer Untermieter ins Gartenhäuschen. Schnell entwickelt sich der anfangs nur kauzig wirkende Mann zum Hauptverdächtigen – obwohl letztendlich jeder verdächtig ist.

There will be blood

Den fast 100 Jahre alten Roman “The Lodger” von Marie Belloc Lowndes hat unter anderem schon Altmeister Alfred Hitchcock auf die Leinwand gebracht. Die Messlatte lag also hoch für Ondaatje, der die Geschichte jetzt ins L.A. der Gegenwart verlegt hat. Schlecht hat er seine Sache nicht gemacht – so richtig gut aber auch nicht. Die Besetzung der Charaktere ist mit unter anderem Alfred Molina, Hope Davis oder Simon Baker jedenfalls gelungen – auch wenn die Figuren mitunter leider sehr blass herüberkommen, was aber nicht an den Darstellern, sondern am Skript liegt. So ist z.B. das Verwirrspiel um die Verdächtigen eigentlich wunderbar verfilmt worden, nur leider macht der Hauptverdächtige sich dermassen penetrant zum Hauptverdächtigen, dass das kaum noch auffällt. Davon abgesehen, ist die Geschichte um den kaltblütigen Mörder aber gut umgesetzt worden – wenn auch relativ unspektakulär und mit den üblichen Hilfsmittelchen, die einen Thriller zum Thriller machen: so gibt’s viele bei Nacht, Wind und Regen gedrehte Szenen zu sehen, unterlegt von bedrohlicher klassischer Musik.

Letztendlich ist “The Lodger” kein schlechter Film geworden: er ist unterhaltsam, spannend und bietet dank der Romanvorlage und den historischen Bezügen zur Londoner Mordserie des 19. Jahrhunderterts auch eine gelungene Geschichte. Dennoch, mehr als guter Thriller-Durchschnitt ist das Werk leider nicht – dafür fehlt es dann doch an Originalität, subtil gefilmtem Grusel und originelleren Dialogen. Empfehlenswert für einen Popcorn-Abend auf der Couch, fürs Cineasten-Regal aber eher weniger.

Ausstattung

Entfallene und alternative Szenen, Trailer und ein “Hinter den Kulissen” sind als Bonusmaterial enthalten.


Seit dem 5. März  im Handel.

Originaltitel: The Lodger (USA 2009)            
Regie: David Ondaatje
Darsteller: Alfred Molina, Rachel Leigh Cook, Shane West, Simon Baker, Hope Davis
Genre: Thriller
Dauer: 91 Minuten
Bildformat: 16:9 Widescreen
Sprachen: Englisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Audio: Dolby Digital 5.1
Bonusmaterial: Trailer, Hinter den Kulissen, entfallene Szenen
Vertrieb: Impuls

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