„Terminator Salvation“ von McG

Einmal rebooten, bitte

„Terminator Salvation“ von McG

Terminator 1
 

Als vor mehr als zwanzig Jahren ein noch relativ unbekannter Regisseur einen bösen Kampfroboter mit einem österreichischen Bodybuilder besetzte, da hätte wohl kaum einer gedacht, dass dieser Film sich zu einem definierenden Moment im Action/Sci-Fi-Genre mausern kann: mit „Terminator“ und „Terminator 2 – Judgement Day“ drehte Regisseur James Cameron zwei Klassiker, die auch heute noch zum Besten zählen, was das Genre hervor gebracht hat. Nach dem mittelprächtigen „Terminator 3 – Rise of the Machines“ wurde die Serie nun neu gebootet (will heissen mit neuem Setting und veränderten Prämissen) – ein Reboot der gleichermassen überrascht und enttäuscht.

Von Alexander Sigrist.

Das Jahr 2018 (Leute, neun Jahre haben wir noch!): der Krieg zwischen den Maschinen und den Menschen hat begonnen und wird auf beiden Seiten erbittert gekämpft – leider haben die Fleischigen gegen die Metallheinis nur wenig Chancen und auch Hoffnungsträger John Connor mag keine Welten zu versetzen, bis zwei Dinge passieren: einerseits entdecken die Rebellen ein Signal, mit welchem sie die Maschinen ausser Gefecht setzen können und andererseits taucht ein mysteriöser Mann namens Marcus auf, der auf geheimnisvolle Weise mit John Conner und den Maschinen verknüpft zu sein scheint – sollte dies das Ende des Krieges bedeuten?

Was war das für ein Skandal, als bekannt wurde, dass ausgerechnet McG, Regisseur von „Charlie’s Angels“, auf dem Regiestuhl von „Terminator Salvation“ Platz nehmen sollte. Immerhin ist McG dafür bekannt, laute, kaugummiartige Actionfilme zu drehen, die zwar ganz amüsant sind, aber hinter ihrer Bunt- und Knalligkeit nicht ihre Inhaltsleere verstecken können. Das mag für eine unterhaltsamen Action-Streifen genug sein, Cameron’s „Terminator“-Teile jedoch sind dafür bekannt, dass sie mehr als Action bieten: starke Charaktere, gute Schauspieler, intelligente Stories und gar einige philosophische Grundfragen.

© Studio / Produzent
© Studio / Produzent

Von einer Cameronischen Tiefe ist „Terminator Salvation“ dann auch recht weit entfernt. Die Schauspieler sind zwar ordentlich, das Drehbuch lässt jedoch kaum Platz für tiefe Charakterdarstellungen. So bleibt vor allem John Connor extrem blass und Christian Bale vermag es nicht, den Kämpfer und Anführer aus seiner Figur zu kitzeln, wie man ihn aus den früheren Teilen kennt. Auch philosophische Fragen, tiefere Gedanken oder eine intelligente Story sucht man vergebens – stattdessen spult McG eine Standartstory vom Stapel, die niemanden hinter dem Ofen hervorlockt und wohl kaum im kollektiven Gedächtnis einer Sci-Fi-Gemeinde hängen bleiben wird.

Augen auf und durch!
Dies alles vermag Hardcore-Terminator-Fans wahrscheinlich abschrecken: wer Camerons beiden Filme vergöttert, kommt nicht umhin „Terminator Salvation“ zu verachten – dies heisst aber auch, dass man alle Qualitäten des Films völlig missachtet. Denn fernab von Camerons unerreichbaren Vorlagen ist „Terminator Salvation“ ein rasantes Filmchen, das praktisch andauernd glänzend unterhält – ohne jedoch, gottlob, zu einem McG-typischen Kaugummi-Werk zu verkommen; im Gegenteil, der Mann beweisst, dass er auch ernst kann: so ist „Terminator Salvation“ angenehm düster, geschmackvoll eingerichtet (will heissen: post-apokalyptisch) und die Action kann sich mehr als sehen lassen: da explodiert was, da kommt ein Riesenroboter, dort wird geschossen, da eine Atombombe; aber vor allem die Konfrontationen mit den Terminatoren sind spitze gemacht und garantieren einen Adrenalin-Stoss, und der finale Gastauftritt schliesslich gehört zu einem der besten Filmmomente aller Zeiten.

Klar, so ein Action-Theater lässt kaum Platz für eine tiefe Story, das ist aber auch nicht weiter schlimm, vergisst man die alten Filme. „Terminator Salvation“ ist ein Event-Movie, das praktisch ohne Tiefgang auskommt, aber derart auf die Tube drückt, dass man gar nicht bremsen möchte. Wer einen neuen Cameron erwartet, der wird bitter enttäuscht – wer ein cooles Action-Ding will, dass durch ein tolles Design und grandiose Spezialeffekte glänzt, kommt nicht um „Terminator Salvation“ herum.

Ausstattung
Auf der DVD gibt es eine Reihe von interessanten Mini-Dokus (11 an der Zahl mit einer Gesamtlänge von einer halben Stunde), die verschiedene Aspekte des Films en detail beleuchten. Weiterhin gibt es zwei längere Dokus zum Motorad-Terminator und zum sehenswerten Design des Films, und natürlich dürfen auch nicht die pflichtschuldigen Trailer auf der DVD fehlen.


Seit dem 30. November 2009 im Handel.

Originaltitel: Terminator Salvation (Deutschland, Grossbritanien, USA 2009)

Regie: McG
Darsteller: Sam Worthington, Christian Bale, Anton Yelchin, Moon Bloodgood, Helena Bonham Carter

Genre: Sci-Fi-Action

Dauer: 110 Minuten

Bildformat: 2,40:1 (16:9 anamorph)

Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, English, Türkisch
Audio: Dolby Digital 5.1

Bonusmaterial: 11 Mini-Dokus, der Moto-Teminator, das Design des Films, Trailer

Vertrieb: Warner


Im Netz
Trailer http://www.apple.com/trailers/wb/terminatorsalvation/
Offizielle Seite http://terminatorsalvation.warnerbros.com

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