Artensterben einst und heute: Die Ausstellung „Quagga und Dodo: Bedroht und ausgestorben“

Archive des Lebens

Artensterben einst und heute: Die Ausstellung „Quagga und Dodo: Bedroht und ausgestorben“

Quagga im London Regent's Park Zoo, 1870; Quelle: Wikipedia
Quagga im London Regent's Park Zoo, 1870; Quelle: Wikipedia

Zum internationalen Jahr der Artenvielfalt greift das Naturhistorische Museum Basel die Idee „Archive des Lebens“ auf. Sammlungsobjekte deren Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert zurückgehen, sind seit dem 22. Januar im Naturhistorischen Museum Basel zu bewundern. So hat zum Beispiel eine ausgestorbene Zebraart, seinen Weg aus den Depoträumen in die Aula gefunden.

Von Stefania Lo Sciuto.

Alles was von der Zebraart Quagga übrig geblieben ist, sind vierundzwanzig Präparate. Eines von ihnen können die Besucher der Ausstellung „Quagga und Dodo: Bedroht und ausgestorben“ im Naturhistorischen Museum Basel entdecken. Tierschutz und das Bemühen der Organisationen für den Schutz bedrohter Arten und deren Lebensräume wird thematisiert, die Ausstellung richtet sich jedoch nicht nur an Tierschützer.

Warum sterben Arten aus?
„In der neuen Dauerausstellung geht es nicht nur um die ausgestorbenen und bedrohten Tiere, sondern auch um die Mechanismen die für das Aussterben verantwortlich sind“, erklärt Ambros Hänggi Leiter Biowissenschaften des Naturhistorischen Museums. Das Quagga zum Beispiel, war bis zum 17. Jahrhundert weit verbreitet. Südafrika wo es während 120 Tausend Jahren friedlich gelebt hatte, galt damals als Jagdparadies. Die Quaggas wurde gnadenlos abgeknallt, den Rest gab ihnen die Dürre von 1877, vermuten Forscher.

Auch in der Schweiz besiegelten Jäger das Ende mehrerer Säugetierarten so zum Beispiel Steinbock, Luchs, Biber und Bartgeier. Diese wurden aber im 19. Jahrhundert und im Verlauf des 20. Jahrhunderts wieder eingebürgert. Heute gelten sie als geschützte Arten. Die Jagd spielt in der heutigen Zeit eine weniger große Rolle als Grund, warum Tiere aussterben.

Bedrohter Lebensraum

Oft sind mehrere Faktoren verantwortlich für das Verschwinden einer Art. Hierzulande zum Beispiel das Wachstum der Siedlungen und der Verkehrsinfrastruktur. Zwischen 1950 und 1980 ist jede Sekunde ein Quadratmeter Boden unter Beton oder Asphalt verschwunden. Grund dafür sind der Bevölkerungszuwachs und die Tatsache, dass die Menschen sich den Traum zu größeren Wohnungen und Einfamilienhäusern erfüllen konnten. Somit stellt das Wachstum der Städte eine große Bedrohung für die Tierwelt dar.

Aber auch dort, wo noch keine dichten Siedlungen stehen, ist die Artenvielfalt bedroht. Um möglichst große Bewirtschaftungsflächen anzulegen müssen wertvolle Landschaftselemente wie Hecken und Feldgehölze weichen, der Reichtum an solchen Strukturen geht verloren und somit der Lebensraum vieler Tierarten. Als Nahrungsgrundlage, für soziale Tätigkeiten, zur Fortpflanzung und als Schutz vor Feinden benötigen viele Tiere eine abwechslungsreiche Landschaft.

Müll, Schadstoffe und Globale Erwärmung
Auch die Verschmutzung der Umwelt macht vielen Tieren zu schaffen, ihr natürlicher Lebensraum wird mit Abfall und Schadstoffen belastet. Der Klimawandel wiederum verursacht weitere Probleme: globale Erwärmung bedeutet nicht nur ein Trend zu einer höheren Durchschnittstemperatur sondern auch Wetterextreme. Wissenschaftler erwarten häufiger längere Trockenperioden ähnlich wie im Jahr 2003. Besonders Pflanzen und Tiere aus dem Gebirge und dem Mittelmeergebiet
sind empfindlich, es muss mit einer Veränderung in der Häufigkeit und der Verbreitung von Tier- und Pflanzenarten gerechnet werden.

Dass Arten über Jahrtausende und Jahrmillionen aussterben und neue entstehen gehört zum Lauf der Dinge, ist eines der Prinzipien der Evolution. Das Artensterben welches durch den Menschen verursacht wurde und noch immer wird, können wir jedoch in seinem Ausmaß noch beeinflussen und und zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen. Der Rückblick in der Ausstellung wird zum Weitblick und zur Prognose.

Im Netz  
http://www.nmb.bs.ch/ausstellungen/dauerausstellungen/quagga-dodo.htm
Die Dauerausstellung im Naturhistorischen Museum Basel

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