„Es gibt in der Schweiz noch viel Raum für neue Musik!“

„Es gibt in der Schweiz noch viel Raum für neue Musik!“

Bild: Brigitte Fässler
Bild: Brigitte Fässler

Len Sander, 27.2.2010 Kaff, Frauenfeld

Tief unten im labyrinthischen Lufschutzkeller einer Kirche im unscheinbaren Leimbach bei Zürich, befindet sich die kreative Heimat der aufstrebenden jungen Soundtüftler Len Sander.

Wer sich einen Weg durch das Labyrinth bannt, vorbei an eiskalten, schlecht isolierten Heavy-Metal Übungsbunkern, findet die kreative Heimat Len Sanders, wo nicht nur die Raumtemperatur spürbar wärmer ist, sondern sich auch die Musik sehr viel angenehmer präsentiert, als bei den Metal-Brüdern nebenan. Hinter einer dicken Betontüre verborgen, eröffnet sich einem eine Welt irgendwo zwischen Portishead, Cinematic Orchestra und Fat Freddy`s Drop. Erschaffen wird diese Welt von Len Sander, einer sechsköpfigen Musikerbande mit Hauptsitz in Zürich. Len Sander, das sind die Geschwister, Cousins und Freunde, das sind Gitarrist Dennis, Bassist Flavio, Drummer Markus und die beiden Tastenvirtuosen Alessandro und Simon. Sängerin Mirjam vervollständigt die Soundkonstrukte der Jungs und sorgt mit ihren spanischen Texten für einen Hauch Lateinamerika.

Bild: Brigittte Fässler
Bild: Brigittte Fässler

Zu gut für den Übungskeller

Eingeschlossen in ihrem Soundlabor, tüfteln Len Sander seit 4 Jahren in unzähligen Sessions an ihren Songs. Wer sich zu ihnen in den Keller runter wagt, dem wird schnell klar, dass diese Songs viel zu gut sind, um ungehört an den Luftschutzkellermauern zu verhallen. Da ist zum Beispiel „NYC“, ein ganz besonderes Schmuckstück, sphärisch wie The Cinematic Orchestra in Bestform, mit längeren Instrumentalphasen und überraschenden Breaks. Oder das reggaelastige „too soon“ mit einem Schuss Electro, so gut, dass einem immer mal wieder Fat Freddys Drop in den Sinn kommt. Die Songs können gut und gerne 12 Minuten dauern, doch Langeweile kommt dabei garantiert nicht auf. „Low Gravity“ baut sich ganz langsam auf, um dann in einen D`n`B-artigen Höhepunkt zu gipfeln, der wohl noch so manches Publikum zum zucken bringen wird. Ihr Repertoire an Songs ist mittlerweile so breit, dass sie damit nun erstmals auf eine kleinere Tournee gehen können. Frauenfeld und Bern werden die ersten Stationen, weitere Konzerte sind in Planung. Was live von ihnen zu erwarten ist, formuliert Multiinstrumentalist Simon so: „Wir setzen gezielt auf Songs, die live geil tönen. Im Gegensatz zu den Studioaufnahmen solls live rocken. Wir setzen viel Synthesizer ein, lange Übergänge, repetitive Strukturen , viel Sphärisches, wo wir mit den Synthis spielen – trotzdem, wir führen das Publikum auf eine Reise und schneiden dabei Soul, Blues, Electro, Dub und Jazz an. Wir kombinieren Elektronik mit den klassischen akustischen Instrumenten.“ Es ist in der Tat schwierig den Sound Len Sanders einem bestimmten Genre zuzuordnen, die Songs sind dafür schlicht zu vielseitig. Das die Fülle an Songs, die nun live präsentiert werden, noch nicht auf einer CD erschienen sind, scheint erstaunlich, hat aber seinen Grund. „Wir konzentrieren uns momentan nur auf die Live-Auftritte. Doch wir spüren ein Verlangen nach Studioaufnahmen und möchten uns nach der Tournee in ein Studio verkriechen. Es gibt in der Schweiz noch viel Raum für neue Musik, den wollen wir mit neuen Klängen füllen.“ Wer in Frauenfeld oder Bern dabei ist, kann sich jetzt schon ein Bild dieser neuen Klänge machen und sich auf einen speziellen Konzertabend freuen.

Im Netz:

http://www.lensander.com/web/

Konzerte:

27. Februar, Kaff, Frauenfeld.

http://www.kaff.ch/

22. April, ONO, Bern:

http://www.onobern.ch/









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