“One moment in time” oder die Koordination der Weltzeit

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Am 2. Mai um 15:00 koordinierter Weltzeit haben Tausende von Menschen den Auslöser gedrückt. Nicht, weil es etwas Besonderes zu sehen gab. Sondern um das Bild eines globalen Alltags zu schaffen.

Nicht die fotografische Technik, sondern der Gedanke hinter dem Bild sei das, was zähle, so der Aufruf zu dieser kollektiven Arbeit im lens Blog. Jeder sei willkommen, ob Amateur oder Profi, wichtig ist: nur ein Bild darf eingesandt werden. Das Ergebnis dieser globalen Momentaufnahme ist nun unter dem Titel “A moment in time” online. Virtuelle Fotos stapeln sich je nach Region zu riesigen Türmen, durch die man sich munter durchklicken kann. Von Island nach Ghana, durch Landschaften oder Familien, durch Düsteres und Heiteres lädt die Galerie zum stöbern ein.

Das Wissen, dass diese Bilder alle zugleich entstanden sind, dass alle diese unterschiedliche Leben gleichzeitig gelebt werden, jagt einem bisweilen ein metaphysisches Gruseln ein. Dass wir unsere Lebenszeit mit Milliarden von anderen Menschen teilen, wissen wir natürlich. Auf einer sehr abstrakten Ebene. Wie sich dieses Wissen, oder gar der Begriff “koordinierte Weltzeit” anfühlen könnte, das wird uns hier vor Augen geführt.

Und es überströmt einen ein Anflug von kitschiger Emotion, zu der Whitney Houstons Stimme anhebt: “Then, in that one moment of time, I will feel eternity”.



Links:

Zur Galerie: “A moment in time”

Whitney Houston: “One moment in time”





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