2010 – Die Rückkehr der Bümpliz | Theater Winkelwiese, Zürich

Thema Heimat fürs Auge

2010 – Die Rückkehr der Bümpliz | Theater Winkelwiese, Zürich

Bild | Copyright: Theater Winkelwiese, Zürich
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Seltsame Wesen nähern sich mit ihrem Raumschiff der Erde und bitten um Landeerlaubnis. Doch so einfach ist das nicht, denn sie werden zuerst einmal verhaftet. Antje Thomas und die Gruppe Trainingslager inszenieren das Thema Heimat humorvoll und spielen mit dem Genre des Science-Fictions.

Von Rahel Klauser

Eigenartige Besatzung auf dem Weg zur Erde
Das Raumschiff Bümpliz nähert sich nach 30 Jahren in der Galaxis der Erde. Seine Besatzung ist eigenartig. Da wäre beispielsweise die “totale Pflanze“ Cura (Sarah Hostettler), die nur dank Zuwendung überlebensfähig ist und ihre “Schwestern“ in Form von Samen in einer Tasche mit sich herumträgt. Oder Tilsiter (Dominique Müller), im All geboren, verliebt in eine Zyklopin und der Sohn von Commander Streuli (Hans Rudolf Twerenbold) und Prinzessin Droo vom Planeten Lanka (Vivianne Mösli). Diese Besatzung hat ein Problem, denn der Commander ist erstarrt, eine Nebenwirkung eines Experiments von Professors de Spindel (Roland Bonjour). Seine lebenserhaltende Medizin reicht nur noch für sieben Tage und sämtliche Versuche, ihn aus der Erstarrung zu lösen, scheitern. Man ist also gezwungen, zu landen und bremst. Es folgt die Bitte um Landeerlaubnis auf der Erde.

Bild | Copyright: Theater Winkelwiese, Zürich
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Landeerlaubnis?
Doch das mit der Landung ist so eine Sache. Die Menschheit verfällt wegen der  erwarteten Ankunft in Massenhysterie und der zuständige Major Martin Hindelbank (Ingo Ospelt), Schweizer NASA Astronaut, entpuppt sich als wenig hilfreich. Den Besatzern der Bümpliz wird zudem klar, dass sie unterwegs in ein Zeitloch gefallen sein müssen, das sie in die Vergangenheit zurückgeführt hat. Die Vergangenheit ist unser Heute, das Jahr 2010. Der Major denkt zunächst, es müsse sich entweder um einen schlechten Scherz oder gar um einen Spionageakt der Nordkoreaner halten. Er stellt das Raumschiff mitsamt der Besatzung kurzerhand unter Quarantäne. Nach langer Wartezeit kommt endlich der Bescheid, der einiges auslöst…

Bild | Copyright: Theater Winkelwiese, Zürich
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Spass ja, Tiefgang nein
Das Stück liefert neben viel Klamauk und einem grossartigen Bühnenbild (Beni Küng) auch einige zögerliche politische und gesellschaftskritische Anmerkungen. Herrlich ist der Dialog von Droo und Tilsiter zu ihren Erinnerungen an die Zeit auf der Erde, bevor sie mit der Bümpliz losgeflogen sind. Nicht ganz eingelöst wird hingegen die Erwartung der Auseinandersetzung mit dem Thema des Fremden. Obwohl durchaus erkennbar, geht die tragische Komponente der Angst vor dem Fremden leider ziemlich unter und ist wenig tiefschürfend. Was am Schluss bleibt, ist vor allem der Spass an einem sehr unterhaltsamen Stück, das die Zuschauer immer wieder zum Lachen bringt. «2010 – Die Rückkehr der Bümpliz» ist der erste Teil eines (geplanten) Quartetts zum Thema Heimat. Dabei ist jedes Stück in sich abgeschlossen. Man darf gespannt sein auf die Fortsetzungen.


Weitere Vorstellungen: 26./27./28. Mai, 3./4./5. Juni


Besetzung
Roland Bonjour, Sarah Hostettler, Vivianne Mösli, Dominique Müller, Ingo Ospelt, Hans Rudolf Twerenbold
Text: Jens Nielsen
Regie: Antje Thoms
Dramaturgie: Walter A. Gratz
Bühne: Beni Küng
Kostüme: Romy Springsguth
Musik: Alex Stolze
Licht: Michael Omlin

Dauer: 1 h 30 Minuten

Im Netz
www.winkelwiese.ch




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