Phillys Finest in gewohnt hoher Qualität

Phillys Finest in gewohnt hoher Qualität

Bild:www.islanddefjam.com
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The Roots „How I got over“

Sie gingen 1987 in die gleiche Highschool für Creative and Performing Arts in Philadelphia und gründeten The Roots. Ahmir ?uestlove Thompson, Drummer/Producer/DJ in Personalunion und MC Black Thought sind seit mehr als 20 Jahren im Geschäft und noch immer kein bisschen müde.


Das eben erschienene „How I got over“ ist ihr mittlerweile elftes Studioalbum.(„The Roots Come Alive“ und „Homegrown“ mitgerechnet) Angefangen mit „Organix“ 1993 sind The Roots immer treu ihren Weg gegangen, fern ab von den Mainstreampfaden zogen sie ihr Ding, ihren „Organic Hip Hop“ durch und wurden durch ihre extensiven Touren zu einer herausragenden Liveband. Durch ihre Live-Instrumentalisierung fanden sie auch ausserhalb der klassischen HipHop-Szene schnell ihre Anhänger und 1999 ebnete ihr Meisterwerk „Things fall apart“ den Weg in die grosse Popwelt. Die Single „You got me“ zusammen mit Erykah Badu wurde zum weltweiten Hit, ein Ohrwurm durch und durch, der schliesslich mit dem Grammy für „Best Rap Performance“ geehrt wurde.

Mit „How I got over“ unterstreichen sie ihren Sonderstatus als HipHop Liveband, die spielend die Genregrenzen überspringt. Wie auf dem Vorgänger „Rising Down“ geben sich auch hier die Gäste die Klinke in die Hand. Die Bekanntschaften aus der Indierock- und Folkszene, die während ihrer Zeit als Hausband in der Jimmy Fallon Tonight Show entstanden, finden nun auch Platz auf der neuen Scheibe. Die Single „Dear God 2.0“ ist eine Coverversion von „Dear God“ von den Monster of Folk. Die Jungs sind auch auf der Coverversion mit dabei, eine Zusammenarbeit die bestens klappt. Black Thought liefert sich hier eine Art Dialog mit Gott, der Beat ist melancholisch und Black Thought malt ein düsteres Weltbild. Wie die Band selbst sagt, ist das neue Werk insgesamt als „Schilderung jener Suche nach Hoffnung, mit der sich letztlich jeder in entmutigenden Zeiten wie diesen herumschlägt“, zu verstehen. Das Album ist allgemein ein wenig entspannter und musikalischer als sein Vorgänger „Rising Down“, es findet sich auch Platz für eine Kollaboration mit Folksängerin Joanna Newsom auf „Right on“, entstanden ist eine traumhafte Kombination aus fettem Beat und feenhaftem Gesang von Newsom, die hier ein wenig an Erykah Badu erinnert. Ein weiteres Highlight ist der Titeltrack „How I got over“, auf dem Black Thought neben den Raps auch die Hook singt. Dabei flowt er über die treibenden Drums von ?uestlove und widmet sich auch in diesem Track den vielen Krisen, die es noch zu überwinden gilt. Die hohe Qualität der Songs zieht sich durch das ganze Album. Das dabei trotz der vielen Gäste (mit dabei auch Soulman John Legend, Dice Raw, Blu u. v. a.), der typische Roots-Sound nicht verloren geht, ist „Phillys Finest“ hoch anzurechnen.

Ein reifes Werk der Legendary Roots Crew und mit Sicherheit eines der besten Rapalben des Jahres 2010. Das lange Warten auf die Scheibe, die schon auf letzten Oktober angekündigt war, hat sich auf jeden Fall gelohnt. Als Zückerchen gibt es The Roots am 31. Juli live zu sehen, am Blueballs-Festival in Luzern. Zusammen mit José James werden sie an diesem Abend im KKL für eine geballte Ladung Black Music sorgen. Die Vorfreude ist gross.


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