“Moon” von Duncan Jones

Auf der dunklen Seite des Mondes

“Moon” von Duncan Jones

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Science-Fiction kann durchaus noch innovativ sein und Leute, die sonst nicht sonderlich viel mit dem Genre anfangen können, packen. Duncan Jones tritt mit seinem Debutfilm den Beweis dazu an.

Von Kevin Mc Loughlin.

In der nahen Zukunft bezieht die Erde ihre Energie mittels Ernten von Gestein auf der dunklen Seite des Mondes. Zu diesem Zweck werden Vertragsarbeiter jeweils für drei Jahre auf eine Station auf dem Mond geschickt, in welcher sie die Erntemaschinen überwachen und die geerntete Energie zur Erde schicken. Die einzige Gesellschaft in dieser Weltraumstation bietet GERTY, ein hochintelligenter Roboter (gesprochen von Kevin Spacey).

Zweisam einsam im Weltraum

Sam Bell (Sam Rockwell) steht zwei Wochen vor dem Ende seiner dreijährigen Vertragszeit und freut sich bald zurück auf die Erde und damit zu seiner Frau und der jungen Tochter zu können. Als eine Erntemaschine die Arbeit nicht ordnungsgemäss verrichtet, macht er sich auf, um nach dem Rechten zu sehen. Bei der Maschine verunfallt er jedoch und verliert sein Bewusstsein. Nach einiger Zeit kommt er in der Mondstation wieder zu sich und GERTY erklärt ihm, dass er einen Unfall gehabt habe und sich erst einmal ausruhen müsse. Irgendwas scheint jedoch nicht ganz zu passen und Sam beginnt nach dem Grund für dieses ungute Gefühl zu suchen. Als er, nachdem er GERTY ausgetrickst hat, zu der Unfallstelle gelangt, findet er eine verletzte Person, welche er zurück zur Station bringt. Dort angelangt steht er sich auf einmal selbst gegenüber. Die Suche nach der Ursache beginnt.

© Studio / Produzent
© Studio / Produzent

Starkes Debut

Duncan Jones ist mit seinem Regiedebut ein dichter und intensiver Science-Fiction Thriller gelungen, der die Zuschauer packt und in seinen Bann zieht. Besonders hervorheben muss man dabei die umwerfende schauspielerische Leistung Sam Rockwells. Seine Verkörperung des durch die Einsamkeit am Rande des Wahnsinns stehenden Sam Bell ist eine wahre parforce Leistung und macht einen grossen Teil der Stärke von “Moon” aus. Der Film dürfte durch die innovative Herangehensweise an das Genre auch für Science-Fiction Muffel durchaus sehenswert sein. Nicht umsonst wurde er sowohl am letztjährigen Sundance als auch bei uns in der Schweiz am NIFFF gefeiert. Den hiesigen Kinos würden in Zeiten glitzernder Vampire und achtzigerjahre Remakes mehr solche Filme wirklich gut tun. Für verregnete Juli- und Augusttage sei dieser Film bei einem allfälligen Gang ins Kino wärmsten empfohlen.


Seit dem 22. Juli 2010 im Kino.

Originaltitel: Moon (England 2009)
Regie: Duncan Jones
Darsteller: Sam Rockwell, Kevin Spacey, Dominique McElligott, Kaya Scodelario, Matt Berry
Dauer: 97 Minuten
CH-Verleih: Xenix

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