„Männer im Wasser“ von Måns Herngren

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„Männer im Wasser“ von Måns Herngren

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Synchronschwimmen? Ein Sport? – Und ob! Das merken Fredrik und Co. bald, nachdem sie beschlossen haben, sich die Disziplin zu eigen zu machen. Obwohl sich Ähnlichkeiten mit „Full Monty“ nicht bestreiten lassen, unterhält „Männer im Wasser“ doch mit eigenem Charme.

Von Susanna Valentin.

Für Fredrik läuft gerade nichts so, wie es sollte: Seine Ehe liegt in Scherben, die Teenager-Tochter mag ihn nicht sonderlich, den Job hat er aus zweifelhaften Gründen hingeschmissen und dann ist es nach einer gewaltigen Niederlage auch noch schlecht um die Zukunft seines heiß geliebten Hockeyteams bestellt.

Treiben lassen

Ehrgeizig wie er ist, macht Fredrik weder sich noch seiner Umwelt das Leben leicht. Niederlagen kann er grundsätzlich nicht akzeptieren, sind sie auch noch so offensichtlich. Leicht geschlagen gibt er sich jedenfalls in sportlicher Hinsicht nie; in der Arbeitswelt hingegen lässt er sich gerne als Opfer böser Machenschaften feiern. Dies ist auch der Grund dafür, dass er seiner Arbeit als Redakteur nicht mehr nachgeht. Geldnot ist dann auch der überzeugende Aspekt, welchen ihn das Angebot der Ex-Frau annehmen lässt: Sie bezahlt ihn dafür, dass er sich um die jugendliche Tochter kümmert, während sie ihre Karriere in England aufbaut. Angesichts seines eigenen Tiefpunkts gerät Fredrik immer tiefer in die Midlife-Crisis, die Wohnung mit der Tochter zu teilen, macht die Sache nicht einfacher.

© Studio / Produzent
© Studio / Produzent

Weiterschwimmen!

Immerhin sieht Fredrik ein: Eine Lösung muss her! So kommt er aus einer angetrunkenen  Polterabend-Idee ein neues Projekt zustande: Synchronschwimmen. Fortan lassen sich Fredrik und seine Freunde unbeholfen auf dem Wasser treiben, kokettieren mit verschiedenen Figuren und machen sich in erster Linie vor allem lächerlich. Durch ihr Durchhaltevermögen und die Unterstützung von Fredriks Tochter nimmt das Ganze nach und nach ernstzunehmende Züge an – und lässt nebenbei die Bindung zwischen Vater und Tochter wieder enger werden.

Charmant

Tollpatschige Männer in Frauenschwimmanzügen und Badekappen – allein diese Bilder bringen Zuschauer zum Schmunzeln. Die Geschichte lebt aber nicht allein von überspitzt lustigen Einstellungen, sondern geht auch etwas tiefer. Umgang mit Niederlagen, Neuorientierung und gegenseitige Unterstützung sind ebenso präsent wie all die schrägen Einlagen der Protagonisten. Wer „Full Monty“ kennt, kommt zwar nicht umhin, gewisse Ähnlichkeiten festzustellen, dennoch gewinnen die Männer im Wasser mit eigenem Charme. Eine Mischung aus sommerlich frischer Komödienproduktion mit etwas Tiefgang lassen den Film von Mans Herngren sehenswert werden.

Wer sich auf lustige Art und Weise mit Midlife-Crisis und Männerfreundschaften beschäftigen will, sollte sich trotz wärmeren Temperaturen ins Kino setzen.


Seit dem 19. August 2010 im Kino.

Originaltitel: Allt flyter (Schweden 2008)            
Regie: Mans Herngren
Darsteller: Andreas Rothlin-Svensson, Jimmy Lindström, Peter Gardiner
Dauer: 100 Minuten
CH-Verleih: Filmcoopi

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