Alain Platel, Frank Van Laecke & les ballets C de la B, “Gardenia“ | Theater Spektakel Zürich

Alain Platel, Frank Van Laecke & les ballets C de la B, “Gardenia“ | Theater Spektakel Zürich

Metamorphosen

Im täglichen Leben Männer und Frauen, in der Nacht und auf der Bühne Frauen und Männer. Die Schliessung des über 100-jährigen Transvestiten-Theaters “La Bodega Bohemia“ in Barcelona war Stoff für “Gardenia“. Auf der Werft-Bühne zu sehen ist der letzte Abend in einem Transvestiten-Club.

Wir werden sie nie erfahren, die wahren Geschichten dieser wandelbaren Geschöpfe, die vor uns auf der Bühne stehen. Wir fragen uns, wann stehen sie einmal nicht auf der Bühne, sie, die zwischen den Welten wandeln, zwischen dem, was sie sind und dem, was sie sein wollen, zwischen Mann und Frau.  Ein berührender Abend, zugleich offen und doch geheimnisvoll.

Die transsexuelle Schauspielerin Vanessa Van Durme ist die Schnittstelle zwischen Alain Platel und Frank Van Laecke, sie hat die Darstellerinnen und Darsteller mit ihnen zusammengebracht. Als Inspiration diente ihnen der Film “Yo soy así“ (This is me) von Sonia Herman Dolz, in dem die letzen vier Tage des Clubs “La Bodega Bohemia“ in Barcelona dokumentarisch festgehalten wurden.

In Zürich zu sehen ist die Metamorphose jedes einzelnen Darstellers, in Begleitung von Schuberts “Leise flehen meine Lieder“ bis hin zu Charles Aznavours “Comment ils disent“, Ravels “Bolero“, Marlene Dietrichs Interpretation von “Sag mir, wo die Blumen sind“ und das elektrisierend melancholische Lied “Currucucu Paloma“ von Caetano Veloso, das die Stimmung des Abends treffend wiedergibt.  Die DarstellerInnen lassen die Kleider fallen, sie entpuppen sich ganz langsam. Da schaut unter der Hose erst nur ein Zipfelchen eines bunten Kleidchens hervor, dort ein Trägerchen und wieder anderswo enthaarte Beine, die zum Schluss in halterlose Strümpfe gesteckt werden. Und dann plötzlich ist die Verwandlung in Paradiesvögel der Nacht perfekt und jedeR kriegt ihren und seinen Auftritt, bis am Ende der Vorhang fällt.

Besprechung der Aufführung vom 2. September 2010, 19.30 Uhr.
Dauer der Aufführung: 1 ¾ Stunden.

Im Netz
www.theaterspektakel.ch
Wikipedia-Eintrag von Vanessa van Durme


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