“Zweiohrküken” von Til Schweiger

Grosses deutsches Kino

“Zweiohrküken” von Til Schweiger

zweiohrkuken 1

Zwei Jahre ist es her, dass die biedere Kindergärtnerin Anna und der ehemalige Boulevardjournalist Ludo zueinander gefunden haben. Ein unterschiedliches Paar, aber auch ein schönes – und noch immer zusammen. Doch der Alltag ist eingekehrt. Das birgt Risiken. Als dann auch noch Ludos Ex-Betthäschen Marie auftaucht, kippt die Stimmung. In ihrer Not schlägt Anna ihren Liebsten mit seinen eigenen Waffen. Er will Freiraum – sie dann aber auch!

Von Fee Anabelle Riebeling

Mit “Keinohrhasen” ist Til Schweiger 2008 ein grosser Wurf gelungen: Die Menschen stürmten die Kinos, kauften DVDs, BlueRays und Stofftiere oder andere Merchandising-Produkte. Kein Wunder also, dass er nur kurze Zeit später einen zweiten Anlauf wagt. Doch was heisst wagen? Regisseur Schweiger setzt auf Altbewährtes und kocht die Fortsetzung nach selbem Rezept. Nur die Würzmischung ist eine etwas andere. Zum Glück, denn “Zweiohrküken” kann sich absolut sehen lassen.

Und ewig lockt das Weib

Die erste Begegnung von Anna und Ludos früherer Gespielin erfolgt auf der Disco-Toilette. Und sie könnte unangenehmer nicht sein. Aus Gründen der Optik in ein viel zu enges Kleid gezwängt, will Anna unter ihresgleichen Luft schnappen und öffnet den Reißverschluss an ihrem Rücken. Beim Zumachen bittet sie ausgerechnet Marie um Hilfe. Ohne zu wissen wer ihr gegenübersteht, demütigt sie Anna noch zusätzlich. Erst danach stellt Ludo die beiden einander vor. Die Frauen wetzen augenblicklich ihre Krallen.

© Studio / Produzent
© Studio / Produzent

Als Anna kurz danach eine eindeutige SMS in Ludos Mobiltelefon entdeckt, ist die Sache für sie klar: Ludo hat Altes wieder aufleben lassen. Wie praktisch, dass plötzlich ihr Ex-Freund auftaucht und für einige Tage bei dem entzweiten Paar unterkommen will. Nun ist auch Ludo, der entgegen aller Hinweise seiner Anna tatsächlich treu ist, in Lauerstellung und legt jedes ihrer Worte auf die Goldwaage. Die Geschichte näher sich ihrem Höhepunkt, doch noch lange nicht ihrem Ende.

Friede, Freude, Eierkuchen?

Wie auch im ersten Teil mimen Til Schweiger und Nora Tschirner das Pärchen im Stress, überzeugend und lebensnah. Trotz aller Professionalität merkt man den beiden die Freude an der erneuten Zusammenarbeit, dem Drehbuch und ihren Rollen deutlich an. Das wirkt echt und macht Spaß mit anzusehen. Ebenfalls mit von der Partie: die Creme de la Creme der deutschen Schauspielszene. So geben sich keine Geringeren als Uwe Ochsenknecht, Matthias Schweighöfer und Heiner Lauterbach die Ehre. Selbst Wladimir Klitschko und Johannes B. Kerner sind in Mini-Rollen zu sehen. Sie alle geben ein harmonisches Bild ab.

Bei allem Erfolg und Lob, es gibt auch etwas zu meckern: Immer auf der Suche nach bestätigenden Lachern, kostet Regisseur Schweiger die Geschichte in all ihren Einzelheiten aus und fokussiert sogar Randgeschichten. Den Freiraum, den seine Protagonisten für sich fordern, gewährt Schweiger auch seiner Geschichte – und strapaziert diesen streckenweise auch über. Doch keine Sorge: Wer Vorgänger “Keinohrhasen” mochte und über gewisse Längen hinwegsehen kann, der wird auch in “Zweiohrküken” bestens unterhalten.


Seit dem 27. August im Handel.

Originaltitel: Zweiohrküken (Deutschland 2009)
Regie: Til Schweiger
Darsteller: Til Schweiger, Nora Tschirner, Ken Duken, Heiner Lauterbach, Uwe Ochsenfeld, Matthias Schweighögfer
Genre: Komödie
Dauer: 119 Minuten
Format: Widescreen
Sprachen: Deutsch, Russisch
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
CH-Vertrieb: Warner

Im Netz
Trailer
Offizielle Seite

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.