nahaufnahmen-Filmadvent: 5. Dezember 2010

nahaufnahmen.ch-Filmadvent: 5. Dezember 2010

“Repo Men” von Miguel Sapochnik”

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Und was blutet da hinter dem fünften Türchen? Wahrscheinlich eines der Organe, welche im fünften Film unseres Filmadvent versehentlich liegengelassen wurden, oder schlicht nicht den Qualitätsansprüchen entsprachen.

Advent, Advent, die Organe gehen aus: In Miguel Sapochnik erstem Film geht es um eine Zukunftswelt, in der man sich künstliche Organe auf Raten kaufen kann – wer jedoch nicht bezahlt, dem geht es an den Kragen: Dann werden die Organe nämlich wieder eingesammelt. Das Ganze ist ziemlich blutig. Und ziemlich durchgeknallt.

Von Kritiker und Zuschauern wurde „Repo Men“ gänzlich ignoriert. Zu Recht im Grunde genommen, denn der Film ist eigentlich ziemlich schlecht. Trotzdem möchte man vor Sapochnik den Hut ziehen, denn einen solchen verrückten Science-Fiction Film hat man schonlange nicht mehr gesehen. Höhepunkt in vieler Hinsicht ist dabei sicherlich – Achtung Spoiler – die Szene, in welcher sich Jude Law und Alice Braga gegenseitig aufschnetzeln, um ihre künstlichen Organe zu scannen. Die Szene hat die Ästhetik einer Sexszene, wenn sich die beiden mit dem Scanner-Gerät penetrieren, dabei stöhnen und fluchen und – vor allem – bluten. Als Zuschauer weiss man nicht, ob man nun den Kinnladen nach unten klappen lassen, sich übergeben, sein Gehirn selber essen oder den Kopfstand machen soll.

© Studio / Produzent
© Studio / Produzent

Kurzum: einer der besten Science Fiction Szenen aller Zeiten, die als Mass der Verrücktheit von „Repo Man“ gelten kann. Unter dem familienfreundlichen Weihnachtsbaum hat der Film freilich nichts zu suchen, doch wer genug vom Weihnachtskitsch hat und wieder mal auf eine ordentliche Portion Leber steht, muss einen Blick riskieren.

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