Sabine Kornbichler: “Die Todesbotschaft”

Ein Mord wird angekündigt

Sabine Kornbichler: “Die Todesbotschaft” (Roman)

Im Umfeld der Malerin Finja Benthien geschehen mehrere Todesfälle. Als sie erfährt, dass diese auf eine makabere Art angekündigt wurden, ist ihr klar, dass es sich hier nicht um zusammenhangslose Unfälle handelt. Finja begibt sich selbst auf die Spurensuche und wird dabei mit der dunklen Vergangenheit ihrer Familie konfrontiert.

Von Birke Tunç.

DieTodesbotschaftFinja hat gerade ihre Arbeit an einem Wandgemälde begonnen, als sie von ihrer Schwester Amelie erfährt, dass deren Schwiegermutter und Schwager bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind. Sofort fährt Finja zur Beerdigung der beiden an den Tengernsee, ihre Heimat. Als kurz danach auch Kerstin, eine Jugendfreundin von Finja und Amelie, bei einer Bergwanderung verunglückt, kommen bei Finja erste Zweifel auf, dass es sich dabei wirklich nur um einen unglücklichen Zufall handelt. Es dauert nicht lange, da folgt der vierte Todesfall: Finjas Schwester Amelie liegt tot in ihrer Wohnung.

Plötzlich liegt alles in Trümmern

Finja findet heraus, dass vor jedem “Unfall” eine Drohung an die Väter der Verunglückten geschickt wurde, indem der Tod ihres Kindes angekündigt wurde und ist schockiert, dass diese nicht entsprechend reagiert haben. Bald ist klar, dass die ganze Sache etwas mit der Wirtschaftsdetektei der Väter zu tun hat. Alexander Benthien, Finjas Vater, versichert ihr, dass er und die drei anderen Partner der Detektei alles im Griff haben, doch sie lässt nicht locker und forscht selber nach. Finjas Welt wird auf den Kopf gestellt, als sie erfährt, dass ihr Vater nicht der seriöse Geschäftsmann ist, für den sie ihn gehalten hat. Alexander Benthien scheint ein macht- und geldgieriger Mensch zu sein und auch vor dem Gesetz machen er und seine Partner keinen Halt. Als sie auch noch die Wahrheit über ihre Familiengeschichte herausfindet, ist es endgültig vorbei mit der heilen Welt. Die Wurzeln der begangenen Verbrechen führen sehr weit in der Vergangenheit zurück.

Am Schluss steht sie vor einer schwierigen Entscheidung: Geht sie mit den Informationen, die sie herausgefunden hat zur Polizei, zeigt ihren eigenen Vater an und zerstört damit dessen Ruf und was von ihrer Familie übrig geblieben ist? Oder sieht sie stillschweigend über alles weg, was sich seit über drei Jahrzehnten in ihrem Umfeld abgespielt hat, um damit die Menschen, die ihr nahe stehen, zu schützen? Wie auch immer sie sich entscheidet, nichts wird mehr so sein wie vorher.

Von Spannung keine Spur

Sabine Kornbichlers “Die Todesbotschaft” setzt sich aus zwei verschiedenen Handlungssträngen zusammen: Parallel zu Finjas Geschichte, die in der Ich-Perspektive erzählt wird, wird auch vom Schicksal der jungen Gesa Minke erzählt. Die Geschichten scheinen nichts miteinander zu tun zu haben, was den Leser ziemlich verwirrt. Nach etwa 200 Seiten fügen sich die Geschichten jedoch zusammen und das ganze macht langsam Sinn.
Im vierten Krimi der deutschen Autorin fliesst kein Blut und der Täter mordet nicht aus irgendwelchen Perversionen heraus, sondern aus Machtgier. Bis zum Schluss wartet der Leser auf die Spannung, welche der Buchtitel “Die Todesbotschaft” verspricht, jedoch vergebens. Die “spannenden Wendungen” im Buch sind vorhersehbar und damit auch langweilig. Nicht nur der Geschichte, sondern auch den darin dargestellten Personen fehlt die Tiefe. “Finja trägt gerne Leggins und mag die Musik von Amy MacDonald” ist das, was einem von der Hauptfigur im Gedächtnis bleibt.


Titel: Die Todesbotschaft
Autorin: Sabine Kornbichler
Verlag: Knaur
Seiten: 432
Richtpreis: CHF 28.50

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