Das Geheimnis um YOKKO

Das Geheimnis um YOKKO

Bild: yokko.tv
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Just zum Jahresbeginn kündigt sich ein neuer Ohrenschmaus in der Schweizer Musikszene an: YOKKO klingt wie eine klare Nacht im Norden. Die momentanen Minustemperaturen sind perfekt für das erste Album der Post-Indie-Band, die 2011 einiges vor hat.

YOKKO ist ein Kosmos. Oder ein Lebensgefühl. YOKKO kann alles oder nichts sein. Oder beides. Auch der Bandname eröffnet ein Geheimnis: YOKKO ist eine Farbe oder japanische Kirschblüten oder Jazz aus New York oder finnische Häfen. Es gibt keine falschen Assoziationen, denn wer YOKKO hört, weiss was es heisst. „Wir leben YOKKO“, sagen die Bandmitglieder, deren einzelne Identitäten nicht wichtig sind. Die fünf Musiker wollen keinen Hype um ihre Persönlichkeiten, denn sie sehen sich als eine einzige Einheit. Kurz – YOKKO ist schwer greifbar. Nichts ist wirklich festgelegt, ausser ihre Musik. So wage die Zusammensetzung der Band sein mag, ihr Sound ist geradlinig. „Wir machen keine Kompromisse und folgen einer konkreten Richtung“, erklärt die selbsternannte „Post-Indie“-Band in einem Interview. Wieso die aussergewöhnliche Bezeichnung? „Indie ist vorbei.“, sagt der Keyboarder. Wir erleben momentan die dritte oder vierte Indiewelle, die ständig kopiert wird. Dabei habe es sich bei der Bezeichnung Indie (Independent) einmal um eine Label- und nicht eine Stilfrage gehandelt. Und Röhrenjeans trügen sie auch nicht.

Kompromiss zwischen Eigenwilligkeit und Mainstream

Kühle Ästhetik trifft auf düstere Energie. Wer YOKKO hört, hat Bilder im Kopf: Zu sehen sind kalte, nordische Nächte, Eis, Schnee und hin und wieder Polarlichter. So entsteht eine Synthese von dunkel und hell. Denn die Lichter sind wie Hoffnungsschimmer, die trübes Getöse zu erhellen vermögen. Die Songs beginnen sanft und langsam, verfallen in eine immer stärker werdende Dynamik, bis hin zu einer Explosion von Tausenden von Lichtteilchen. YOKKO-Klänge sind im Norden zu Hause: „Unsere Musik hat in einer klaren kalten Nacht einfach besser Platz als im heissen Trubel von Rio de Janeiro“, erklären sie. Beim ersten Hinhören drängt sich unweigerlich ein weiteres Bild auf: Die britischen „Editors“. Nicht nur die charakteristischen finsteren Stimmen der beiden Sänger sind zum Verwechseln ähnlich, sondern auch die Düsterheit, die Melancholie und eine ganz spezielle Art von distanzierter Hingabe sind ein Etikett, dass beide Bands tragen. Beim zweiten Hinhören lassen sich aber durchaus Unterschiede erkennen: YOKKO tendiert stärker zu Pop. Natürlich animieren die nebelhaften Klänge zum Abdriften, doch antreibende Beats machen die Songs tanzbar. Es scheint als hätten die Schweizer einen Kompromiss zwischen Eigenwilligkeit und Mainstream gefunden.

Instrumentell ist die Band wie jede Rockgruppe zusammengesetzt: Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und Sänger. Natürlich nehmen sie sich die Freiheit, auch mal mit fünf Gitarren unterwegs zu sein – einschränken wollen sie sich ja so wenig wie möglich. Im Proberaum treffen sich die fünf seit über einem Jahr. Jeder war zuvor in andere Musikprojekte verwickelt, doch irgendwann hat man sich im „Schweizer Musikerkuchen“ kennengelernt. „Wir jammen nicht ewig rum“ sagen YOKKO. Ein Song kann in einer zehnminütigen Intensivphase entstehen. Andererseits kann es vorkommen, dass sie stundenlang an einem Facebook-Status herumbasteln. Die Musik brauche eine Stütze und hätte es verdient, bestmöglich gemanagt zu werden.

Bild: yokko.tv
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Ready to take off

Vergangenen Sommer verbrachte die Band drei Wochen in Florida, um gemeinsam mit den US-Produzenten „Orange Glow Music“ das erste Album aufzunehmen, welches demnächst erscheinen wird. Der Titel ist natürlich noch geheim. Fest steht: YOKKO will die Welt erobern. Ein hochgestecktes Ziel? – Ja und nein. Für ihre Musik gibt es keine Landesgrenzen oder unerreichbare Gegenden. Sie ist dort richtig, wo es sie braucht. YOKKO ist bereit und beschreibt es einmal mehr in Bildern: „Stell dir vor, du bist ein Pilot, der seine Route berechnet. Dann tankst du dein Flugzeug und testest die Aussenbordmotoren. Irgendwann weißt du, du bist ready für den Abflug. Genau da befinden wir uns jetzt.“ Bleibt zu hoffen, dass sie im Gepäckraum ganz viele Setlists für Konzerte eingepackt haben und auf ihrem Rundflug genug Zwischenhalte in der Schweiz machen werden.

Ein kleiner Vorgeschmack im Netz:

http://www.yokko.tv/


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