Michael Scott: “Der unheimliche Geisterrufer. Die Geheimnisse des Nicholas Flamel”

Mythisch

Michael Scott: “Der unheimliche Geisterrufer. Die Geheimnisse des Nicholas Flamel” (Fantasy)

Was, wenn Gilgamesch, Macchiavelli, Shakespeare, Prometheus und Billy the Kid alle aufeinander treffen könnten? In Michael Scotts Reihe “Die Geheimnisse des Nicholas Flamel” geschieht genau das: Nicht nur die alten Götter verschiedenster Kulturen, sondern auch ausgewählte Menschen sind zur Unsterblichkeit gelangt und kämpfen seither für oder gegen das Überleben der Menschheit.

Von Andrea Müller-Schmuki.

derunheimlichegeisterruferDer unsterbliche Alchemist Nicholas Flamel hat die fünfzehnjährigen Zwillinge Josh und Sophie Newman nach gefährlichen Abenteuern sicher nach San Francisco zurückgebracht. Doch noch nicht einmal richtig zu Hause angekommen, warten schon die nächsten risikoreichen Erlebnisse auf sie: Sophie wird von der Vampirin Aiofe entführt, deren Zwillingsschwester Scathach in den vergangenen Tagen eine Freundin von Sophie und Josh geworden ist. Scathach sitzt derweil mit Johanna von Orléons in der Eiszeit fest. Dr. John Dee wurde von seinem Gebieter, der ihm Unsterblichkeit verliehen hatte, fallen gelassen und von verschiedensten Kreaturen gejagt. Unterdessen heckt er jedoch schon einen teuflischen Plan aus und gleichzeitig versuchen Macchiavelli und Billy the Kid eingesperrte Monster von Alcatraz auf San Francisco loszulassen.

Phantasievoll

„Der unheimliche Geisterrufer“ ist der vierte Band der Reihe „Die Geheimnisse des Nicholas Flamel“. Doch auch ohne die ersten drei Bücher zu kennen, kommt man sehr schnell in die Geschichte hinein und folgt mühelos den Figuren, der Handlung und den verschiedenen Erzählsträngen. Dabei fiebert der Leser mit den Zwillingen Sophie und Josh mit, welche immer weniger wissen, wem sie trauen können. Ganz anders als in vielen anderen Fantasy-Romanen herrscht bei dieser Reihe nämlich keine klare schwarz-weiss Zeichnung der Figuren. Alle sind zu einem Teil gut und zu einem Teil böse, alle machen Fehler.

Phantasievoll ist „Der unheimliche Geisterrufer“ nicht nur in Bezug auf seinen Aufbau: Viele Geschichten, die gleichzeitig handeln und auch sehr stark zusammenhängen, werden nebeneinander erzählt. Viel spezieller ist die ganze Idee: Götter verschiedenster Mythologien – von Babylon, Ägypten, Griechenland bis hin zu den Mayas – leben noch immer in verschiedenen Schattenreichen und zeigen sich auch ganz selten auf der Erde. Sie stehen in Kontakt miteinander, sind Freunde oder Feinde. Das Geschehen auf der Welt beeinflussen sie jedoch nicht mehr direkt mit ihrer Macht, sondern durch Menschen, denen sie magische Fähigkeiten und manchmal auch die Unsterblichkeit verleihen und die sie mehr oder weniger kontrollieren können.

Geschickt

Durch die zahlreichen Erzählstränge, welche sich mitunter sehr schnell ablösen, umgeht der Autor gekonnt Längen, die sonst bestimmt entstanden wären. Die Geschichte ist sehr temporeich erzählt, was noch dadurch unterstützt wird, dass sich die Ereignisse nur so überschlagen und das ganze Buch in einem, nicht ganz zwei Tagen spielt.

Geschickt und gleichzeitig auch schade ist, dass das Ende so offen ist, dass eigentlich nicht einmal von einem Ende gesprochen werden kann. Als Anreiz, um auf den fünften Band zu warten, befindet sich jedoch am Schluss des Buches noch das erste Kapitel des nächsten Bandes. – Man darf gespannt sein, wie es weiter geht!


Titel: Der unheimliche Geisterrufer
Reihe: Die Geheimnisse des Nicholas Flamel
Autor: Michael Scott
Übersetzerin: Ursula Höfker
Verlag: CBJ
Seiten: 442
Richtpreis: CHF 29.90


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