Scarlett Thomas: “Das Ende der Geschichten”

Die grossen Fragen des Lebens

Scarlett Thomas: “Das Ende der Geschichten” (Roman)

Unendlich viele zusammenhangslose Handlungsstränge, viel Ironie und Skurrilität bis zum Abwinken. Ein wenig Esoterik, Literaturgeschichte und Philosophie dazu. Und natürlich noch unglückliche, gelangweilte und neurotische Protagonisten. Das alles zeichnet „Das Ende der Geschichten“ aus.

Von Birke Tunç.

dasendedergeschichtenMeg Carpenter ist frustriert: Sie führt eine Beziehung mit einem Mann, den sie seit geraumer Zeit nicht mehr wirklich ausstehen kann, ihr fehlt es ständig an Geld und die Wohnsituation in einem heruntergefallenen Cottage ist nicht gerade das, was sie sich unter ihrem persönlichen „Happy End“ vorgestellt hatte. Auch in ihrer Arbeit findet Meg keine Erfüllung: Sie rezensiert Bücher für ein Lokalblatt und verfasst als Ghostwriterin Science-Fiction Romane für Jugendliche. Was allerdings ihren eigenen Roman betrifft, steckt sie in einer Schreibblockade.

Mission: Lebenskrisenbewältigung

Und als ob das alles nicht schon genug wäre, muss sich die arme Meg dazu noch mit den Problemen ihrer Freundin Libby herumschlagen, verliebt sich in einen älteren Mann, der allerdings verheiratet ist und hustet sich die Seele aus dem Leib, weil es im Cottage viel zu feucht und schimmelig ist. Interessant wird das Ganze erst, als Meg ein Buch rezensiert, das vom Ende des Universums handelt. „Am Ende des Universums ist alles möglich. Nur eines nicht. Man wird nie wieder sterben können“, steht in dem Buch und lässt Meg vieles in Frage stellen, denn der Gedanke, dass sie ihr jetziges Leben für immer leben muss, ist alles andere als erfreulich.

Also: trennt sie sich von dem Mann, der sich weigert, den Satz des Pythagoras anzuerkennen? Was würde dann aus dem gemeinsamen Haus werden? Wie würde sich ihr bisheriges Leben verändern? Welche Rolle spielt Rowan, der ältere Mann, in den sie verliebt ist, bei dieser Entscheidung? Einen preisverdächtigen Roman schreiben will sie ja auch noch, doch wie kriegt sie das hin? Auch wenn Meg zunächst keine zufriedenstellenden Antworten findet, kommt zumindest ein wenig Schwung in ihr tristes Dasein.

Geschmückt wird die Geschichte um Meg und die Versuche, ihre Lebenskriste zu bewältigen, mit Zen-Geschichten und alternativen Heilmethoden für die Behandlungen von Verstauchungen und Brüchen. Ausserdem kommen immer wieder verschiedene Theorien zum Universum (eine absurder als die andere) und Anspielungen an „Anna Karenina“ vor. Doch spätestens wenn es um die Evolution von Giraffen und verschiedene Strickmusterarten geht, verliert auch der letzte den Faden.

Geschichten, die kein Ende finden

Scarlett Thomas gelingt es, langweilige Szenen aus dem Alltag, wie etwa einen Besuch im Dorf-Pub, mit schönen und lustigen Sätzen zu umschreiben. Schade ist aber, dass Geheimnisvolles, das immer wieder in der Geschichte auftaucht und dem Ganzen ein wenig Spannung verleiht, nie zu Ende erzählt werden. Diese Art von Gedankensprüngen verhindert einen „Fluss“ der Geschichte und verwirrt den Leser. Man kommt nicht umhin, sich die Frage „Worum geht es denn jetzt schon wieder?“ zu stellen. Und das nicht nur einmal.

„Könnte diese Geschichte dein Leben retten?“ steht im Klappentext. Vielleicht, wenn man die Geschichte verstehen würde. Die Aneinanderreihung von zusammenhangslosen Geschehnissen ist zwar unterhaltsam, doch an bestimmten Stellen ist viel Geduld gefordert, vor allem wenn es um das Sockenstricken geht.


Titel: Das Ende der Geschichten
Autorin: Scarlett Thomas
Übersetzerin: Tanja Handels
Verlag: Rowohlt Taschenbuch
Seiten: 477
Richtpreis: CHF 18.90

Ein Gedanke zu „Scarlett Thomas: “Das Ende der Geschichten”

  • 27.04.2013 um 10:47
    Permalink

    Diese Rezension wurde von jemandem geschrieben, der das Buch, wie im letzten Abschnitt der Rezension erwähnt, nicht versteht. Man sollte die Finger von Dingen lassen, wovon man im voraus weiß, dass man sie nicht versteht. Scarlett Thomas ist eine Schriftstellerin für junge Philosophen, die versuchen zu verstehen, wie die Welt funktioniert. Oberflächliches Lesen bringt nichts, das hier ist kein Stephanie Meyer Roman. Anstatt das Buch als schlecht abzustempeln, sollte man einfach akzeptieren, dass der eigene Horizont eingeschränkt ist und man nicht über den nötigen Intellekt verfügt.

    Mit freundlichem Gruße,

    Ariel Manto.

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