Nina Blazon: “Laqua”

Schaurig-schön

Nina Blazon: “Laqua. Der Fluch der schwarzen Gondel” (Jugendfantasy)

Venedig, träumerisch und unheimlich, eine Stadt, in der die Vergangenheit weiterexistiert. Spiegelbilder von früheren Leben werden sichtbar, Geister lebendig und im Kanal lebt ein gefährliches mystisches Wasserwesen, das immer wieder von einem dunklen Gondelfahrer gerufen wird. – Magie, Flüche, der Kampf von Gut und Böse – und mitten drin ein paar Kinder.

Von Andrea Müller-Schmuki

laquaKristina, elf Jahre alt, und ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Jan fahren mit ihrer Tante Sara zu ihrer Urgrossmutter nach Venedig. Dort sollen sie Weihnachten verbringen. Alle Beteiligten sind wenig angetan von dieser Situation: Jan findet es grässlich, dass er in Venedig nicht Skateboard fahren kann, Kristina möchte lieber in Deutschland sein und mit ihren Freundinnen Eislaufen, Sara würde lieber gar nicht auf die Kinder ihres Bruders aufpassen und die Urgrossmutter – eine griesgrämige Patriarchin – wünscht sich, ihre Verwandten wären in Deutschland geblieben. Und dann sollen Kristina und Jan ihrer Nonna auch noch helfen, das über die Feiertage geschlossene Hotel auf Vordermann zu bringen! Das versprechen ja heitere Ferien zu werden. Doch dann kommt alles anders, als erwartet…

Magie, Geister und Flüche

Kristina sieht Geister, Jan einen Palmengarten, der nicht da ist, um Sara herum steigt der Wasserspiegel des Kanals plötzlich an, die Urgrossmutter wird von Möwen angegriffen und dann gibt es da auch noch eine mysteriöse Geschichte über die Urahnin Violetta, die Magie betrieben haben soll. Hinzu kommen auch noch Luca Pezzi und seine Cousine Pippa, die sich zunächst überhaupt nicht mit Jan und Kristina verstehen. – Ausserdem gibt es zwischen den beiden Familien seit Generationen eine Fehde. – Dann freunden sich die Pezzi-Kinder aber schnell mit Jan und Kristina an und helfen, das Rätsel um die Geisterkinder, Violetta und eine geheimnisvolle und gefährliche alte Gondel und ihren Fahrer zu lösen. – Nur: Auf Luca und Pippa lastet ein uralter Fluch…

Der grösste Teil des Buches macht aus, wie die Geschwister Kristina und Jan zusammen mit Luca und Pippa Nachforschungen anstellen und verschiedene Rätsel zu lösen versuchen. Dazwischen kommen aber immer mal wieder richtig schaurige Sequenzen, in denen der Leser erfährt, was der Dunkle – der Fahrer der Gondel – denkt, plant und treibt.

Düster und schön

Nina Blazons bildhafte Sprache erweckt ein träumerisches und gleichzeitig düsteres Venedig zum Leben. Was beschrieben wird, erscheint sogleich vor dem inneren Auge des Lesers. Die Stadt mit den vielen Wasserwegen wird einerseits als wunderschön beschrieben, andererseits aber auch als gefährlich, geheimnisvoll und finster.

Die Geschichte ist von der ersten Seite an spannend und doch in einer einfachen Sprache geschrieben, sodass es für Kinder gut zu verstehen ist.

Die Altersempfehlung ist mit ab 10 Jahren etwas tief angesetzt. Von der Rahmengestaltung der Geschichte her – Kristina ist 11, ihr Bruder Jan 9 Jahre alt – ist die Altersempfehlung okay, aber das Buch ist doch ziemlich gruselig. Also: je nach Reifegrad des Kindes eher ab 12!


Titel: Laqua. Der Fluch der schwarzen Gondel
Autorin: Nina Blazon
Verlag: cbj
Seiten: 384
Richtpreis: CHF 24.40

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