PlayStation All-Stars: Battle Royale (SuperBot Entertainment)

Und was kommt nach den All-Stars?

PlayStation All-Stars: Battle Royale (SuperBot Entertainment)

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„Wäre es nicht lustig, wenn all unsere Sony-exklusiven Charaktere in eigenen Arenen gegeneinander antreten könnten?“ RUDOLF INDERST hat sich auf seiner PS Vita das Ergebnis dieses Sony-Playstation-Marketingteam-Gedankenspiels näher angesehen.

Erinnert sich noch jemand an den japanischen Spielfilm Battle Royale (2000) von Regisseur Kinji Fukasaku? Es handelt sich, in einer von vielen Lesarten, um nicht weniger als die ultimative Bad-Ass-Lehrkörperfantasie: Lasst die widerlich-nervenden SchülerInnen sich gegenseitig in einem isolierten Gebiet fertig machen – als Werkzeug erhalten die alle möglichen Gegenstände, von der Schusswaffe bis zur Bratpfanne. Da kann einem das Lachen schon einmal im Hals stecken bleiben. Derart radikal und blutig geht es in PlayStation All-Stars: Battle Royale freilich nicht zu.

Die Kopie als Form der Verehrung?

Viel eher schon ist anzunehmen, dass man sich von einem anderen Spiel hat maßgeblich inspirieren lassen: Nintendo All Star! Dairantō Smash Brothers (N64, 1999). Mit 12 spielbaren Nintendo-Charakteren konnte man sich gegenseitig in hitzigen Mehrspieler-Schlachten zeigen, wer der Boss im Ring, sprich der absperrten Arena, ist. Die Abverkäufe müssen für das japanische Unternehmen die bis heute anhaltende Sequel-Politik fördern und offensichtlich auch die Konkurrenz darüber nachdenken haben lassen, einen ähnlichen Weg einzuschlagen.

PlayStation All-Stars Battle Royale ist ein schnelles, unkompliziertes und äußerst farbenfrohes Beat’em up für vier Spieler. Zu den spielbaren Charakteren gehören zum Beispiel Kratos, Nathan Drake, Cole MacGrath oder Sackboy, die alle samt Sony-Jünger bekannt sein dürften.  Technisch ist der Titel beindruckend: Obwohl der Bildschirm zu Hochzeiten voller sich wandelnder Farben und Formen ist, bricht nichts ein – flüssig und schnell vergehen die kurzweiligen Runden: beste Voraussetzungen also, damit Freunde zu Todfeinden werden. Das Spiel unterstützt zudem die Cross-Plattform-Funktion: In der PlayStation-3-Version liegt das PS-Vita-Spiel gratis als Download bei; egal, ob man sich gerade auf seiner PS Vita oder der PS3 bewegt, ist es möglich gegeneinander anzutreten und das Cross-Save-Feature ermöglicht es, ein Spiel, das zu Hause auf PS3 begonnen wurde, unterwegs auf PS Vita weiterzuspielen.

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Die All-Stars kommen zur rechten Zeit

Bevor ich die ersten Spielminuten erlebte, hatte ich mich noch gefragt, ob es das junge portable Sony-System jetzt schon nötig habe, mit einem All-Star-Team anzurücken, um die Negativ-Stimmung, die die Hardware momentan einbetoniert, zu zerschmettern. Nach meinen ersten Runden jedoch war mir klar, dass es die genau die richtige Entscheidung war, dieses Spiel jetzt auf den Markt zu werfen. Gehört man zu den wenigen Erwählten, sollte man sich diesen Titel nicht entgehen lassen – er ist auf absoluter Unterhaltungs-Augenhöhe mit seinem Nintendo-Vorbild.

Bereits erschienen.

Originaltitel: PlayStation All-Stars: Battle Royale
Plattformen: PlayStation 3, PS Vita
Genre: Beat’em up
Entwickler: SuperBot Entertainment
Veröffentlicht von: SCEE
USK: 12

Im Netz
Die offizielle Seites des Spiels

Rudolf Inderst

*1978 in München. Lebte in Kopenhagen und verliebte sich. Doppelt promoviert, übernimmt er Verantwortung als Ressortleiter für digitale Spiele hier bei nahaufnahmen.ch. Liebt Stanislaw Lem, Hörspiele und Podcasts. Spielt Videospiele seit etwa 37 Jahren. Trägt gerne Bart und vertritt aktuell eine halbe Professur für "Intermediale Ästhetik" in Trier.

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