Andrew Prentice, Jonathan Weil: “Pandämonium”

Dämonisch gut

Andrew Prentice, Jonathan Weil: “Pandämonium. Die schwarzen Künste” (Jugendbuch/Fantasy)

London, 1592: Der junge Taschendieb Jack schlittert unverhofft in ein dämonisches Abenteuer. Dämonen? Nein, daran glaubt er nicht! Doch nach einem kleinen Unfall kann er Dämonen sehen. Nun geht es darum, seine Haut zu retten, denn wer als Dieb erwischt wird, wird gehängt – und zudem sind Hexenjäger hinter ihm her.

Von Andrea Müller-Schmuki.

pandämoniumJack ist ein Taschendieb. Jung, talentiert, aber im Grunde genommen nichts Besonderes. Er lebt zusammen mit seiner Mutter in einem Hinterhof, stiehlt sich den Lebensunterhalt für sie beide zusammen und geht schliesslich an die grosse Prüfung. Es geht um die Aufnahme in die “Familie” des berüchtigten Gaunerkönigs Sharkwell. Dieser herrscht über den Stadtteil Southwark und hat Kriminelle aller Art unter sich. – London ist ein Paradies für Diebe, Räuber, Flusspiraten und weitere zwielichtige Gestalten.

Historisches London

London war Ende des 16. Jahrhunderts der wichtigste Nordseehafen und eine florierende Handelsmetropole. Zünfte, diverse Handwerkskünste, Juristen, der Adel, die Königin, vor allem jedoch auch Puritaner bestimmten das Stadtbild. Natürlich gab es auch Theater, besonders im Stadtteil Southwark, der nicht in den Einflussbereich der Stadtbehörde fiel. – In einem von diesen Theatern stiehlt Jack bei der Aufnahmeprüfung einem geheimnisvollen Fremden die Geldbörse. Neben Geld befindet sich darin auch allerlei Merkwürdiges. Von Sharkwell bekommt Jack aus seinem Diebesgut ein Goldstück und eine Pfeife, die er seiner Mutter, die kurz darauf stirbt, schenken möchte.

Als Jack jedoch in die verstopfte Pfeife bläst, gerät ein wenig von dem roten Pulver, das darin war, in sein Auge und auf seine Hand. Von nun an spürt er mit seiner roten Hand Dämonen – und sieht sie mit seinem rechten Auge.

Dämonen? Keiner glaubt ihm. Inzwischen rufen jedoch grausige Morde Hexenjäger auf den Plan; Nicholas Webb ist der eifrigste unter ihnen und er ruft dazu auf, die Stadt von Dämonen und Magiern zu reinigen. Allerdings spielt er ein falsches Spiel und nur Jack weiss davon, denn er hat gesehen, wie Webb seine Mutter getötet hat: mit Magie!

Die Rothände

Mit dem Rempler Rob, mit dem Jack auf Diebestour geht, findet er immer mehr über Webb heraus, der wie Jack eine rote Hand hat. Um Nicholas Webb hat sich allerdings schon eine Gruppe fanatischer Prediger versammelt, die sich “Die Auserwählten” nennen und ihre rechte Hand rot einfärben.

Später macht sich Jack dann mit Sharkwells Enkelin Beth, dem zwielichtigen Spion Kit Morely, dem königlichen Magier Doktor John Dee und einem Kobold daran, Nicholas Webb das Handwerk zu legen. Dabei geht es um das Leben von tausenden, denn ganz London ist in Gefahr.

Spannend

Andrew Prentice und Jonathan Weil haben mit Jack einen sympathischen jungen Helden geschaffen, der sich mit viel Herz und immer wieder versagendem Mut durch die dämonische Londoner Unterwelt schlägt. Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend und es bleibt zu hoffen, dass die turbulenten magischen Abenteuer von Jack in einem folgenden Buch weitergehen. – Ein atemloses Lesevergnügen für (junge) Erwachsene ab 12.


Titel: Pandämonium. Die schwarzen Künste
Autoren: Andrew Prentice, Jonathan Weil
Übersetzerin: Ursula Höfker
Verlag: cbj
Seiten: 480
Richtpreis: CHF 24.40

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