Defiance (TrionWorlds)

Ein Haufen Potenzial

Defiance (TrionWorlds)

defiance_headerMehr als eine TV-Serie, mehr als ein Computerspiel – geht es nach den Machern von Defiance zeigt die Verknüpfung zweiter Medien, wie die Unterhaltung der Zukunft aussieht. So ganz klappt der Ansatz noch nicht, findet SEBASTIAN GEIGER – aber das Potenzial ist da.

Das Konzept ist beeindruckend: Mit  dem Multiplayer-Shooter  Defiance will TrionWorlds nicht nur die Zockergemeinde fesseln, sondern auch TV-Junkies. Denn die Welt von Defiance gibt es nicht nur im dem Spiel, sondern auch in einer Serie, die gerade auf dem ScyFy-Channel ausgestrahlt wird. Wer die ganze Geschichte der post-apokalyptischen SF-Saga erfahren will, muss beides tun: sich hinter den Fernseher und den Computerbildschirm setzen.

Hier beginnen aber leider schon die Probleme. Denn die Folgen der TV-Serie Defiance werden  staffelweise Produziert. Möglichkeit, auf im Onlinespiel hervorgerufene Veränderungen der Welt schnell zu reagieren, gibt es somit nur in einem begrenzen Zeitfenster. Allerdings bekommen die Spieler wenigstens regelmäßig neue Missionen, die zur aktuellen Folge passen. Echte Interaktivität sieht aber anders aus.

Dabei hat das Setting von Defiance Charme. Neu ist es natürlich nicht: Defiance spielt in einer dunklen Zukunft, in der ein Kombinat außerirdischer Rassen, die Votan, die Erde so gut wie vernichtet haben. Im gemeinsamen Kampf ums Überleben haben die Menschen und die Votan eine brüchige Allianz geschlossen und jagen nun nach den Artefakten, die in den zerstörten Votan-Schiffen zu finden sind.  Schade nur, dass man als Spieler, der im futuristischen San Francisco auf Schatzsuche geht, nur die Wahl zwischen zwei Rassen.


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Auch die Klassenwahl ist zunächst eher zweitrangig, denn bei Defiance handelt es sich nicht um ein Rollenspiel, sondern um einen Action-Shooter: Reflexe und die passende Ausrüstung sind für den Erfolg also wesentlich wichtiger als Charakterfähigkeiten.   Auch, wenn man   allein unterwegs ist, trifft man oft genug auf Mitspieler, die dieselben Ziele haben, und denen man sich spontan anschließen kann. Hier zeigt sich auch die Erfahrung der Entwickler von TrionWorlds mit dem Fantasy-MMO Rift.  Höhepunkt von Defiance sind nämlich die Arkfall-Missionen, die genauso wie die Rifts aus dem gleichnamigen Spiel funktionieren. Regelmäßig kommt es auf der Karte zu großen Events, in denen riesige Bosse aus den Überresten der Votan-Schiffe auftauchen, die nur viele Spieler gemeinsam besiegen können. Oft sind es sogar ganze Hundertschaften, die gegen die Kreatur und ihre Handlanger kämpfen müssen.  Die anderen Missionen von Defiance sind weniger aufregend und beim Hauptmissionsstrang haben sich die Entwickler eine große Chance entgehen lassen. Hier hilft der frischgebackene Ark-Hunter den aus der Defiance-TV-Serie bekannten Charakteren Nolan und Irisa. Auf den ersten Blick  die perfekte Möglichkeit, Serie und Spiel miteinander zu verknüpfen. Leider sieht es aber derzeit nicht so aus, als ob sich die Entscheidungen und Erfolge der Spieler auf die Serienwelt von Defiance auswirken.

Was bleibt, ist ein handwerklich gut gemachter Science-Fiction-Shooter, der die hohen Erwartungen, die im Vorfeld in ihn gesetzt wurden, noch nicht erfüllen kann.  Das Potenzial des Spiels wird sich vor allem dann entfalten, wenn zwischen Serie und Shooter echter Austausch entsteht.

Bereits erschienen.

Titel: Defiance
Plattformen: PC, Xbox 360, PS3
Genre: 3rd Person Shooter
Entwicker: TrionWorlds
Veröffentlich von: NamcoBandai

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