Project Zero 2 / Fatal Frame 2: Crimson Butterfly

Die Toten warten schon

Project Zero 2 / Fatal Frame 2: Crimson Butterfly

wii_project-zero-2-headProject Zero 2 hat mittlerweile schon mehr als zwölf Jahre auf dem Buckel. Trotzdem kommt der Horror-Klassiker gerade zur richtigen Zeit ins Playstation Network, findet SEBASTIAN GEIGER. Denn gute Survival-Horror-Titel kann man nie genug haben.

Es gibt sie immer wieder, die versteckten Perlen, die nur Insidern bekannt sind, auch wenn sie es verdient hätten, viel populärer zu sein. So unter anderem die Project Zero-Reihe, die in Japan als Fatal Frame mindestens genauso enthusiastische Fans hat wie Resident Evil und Silent Hill. In Europa ist diese Survival-Horror-Reihe dagegen nur wenigen Spielern bekannt. Ein Umstand, der sich jetzt hoffentlich ändern, da Project Zero 2: Crimson Butterfly im Playstation Network erhältlich ist. Der Clou an den Project Zero-Spielen: Der Spieler darf die Geister, die in den Spielen ihr Unwesen treiben, aus der Egoperspektive jagen – mit einer alten Fotokamera.

Diese Kamera Obscura ist es, die die Projektionen der Geister auf Film bannen und die rachsüchtigen Toten damit für eine Weile unschädlich machen kann. Angesprochen auf seine Inspiration für das Kampfsystem in Project Zero enthüllte Chefentwickler Keisuke Kiuchi, dass er selbst großer Fan des Horror-Genres ist. Auf die Idee zu den mörderischen Kameragefechten kam er nämlich, als er sich The Ring ansah – und zwar genau in der Szene, als der mörderische Geist Sadako aus dem Fernseher kriecht und ein weiteres Opfer findet. Diesen besonderen Nervenkitzel darf man als Spieler jedes Mal fühlen, wenn man mit Hauptcharakter Mio auf Geisterjagd geht. Denn die sind nur dann wirklich verwundbar – und darin besteht der perverse Charme des Kampfsystems von Project Zero – wenn sie kurz davor sind, den Charakter anzugreifen. Natürlich kann sich Mio auch nicht bewegen, wenn sie die Kamera vor ihrer Nase hat, was spätestens bei zwei Geistern im Raum zu nervenaufreibenden Szenarien führt.

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Doch nicht nur die Gefechte sind in Project Zero 2 Garanten für nervenaufreibenden Grusel. Die Stimmung im verfluchten Dorf ist opressiv und düster – und tatsächlich wirken sich die ganzen kleinen Mängel der alten PS2 sehr positiv darauf aus. Denn durch die grafischen Beschränkungen der alten Hardware, die festen Kamerapositionen und den verstörenden Sound kommt schnell echte Geisterstimmung im heimischen Wohnzimmer auf. Die ist an einigen Stellen sogar so gut, dass man am liebsten das Licht gar nicht erst ausmachen möchte.

Dazu passt auch die Story von Projekt Zero 2: Crimson Butterfly. Als die Zwillingsschwestern Mio und Mayu im Wald einem roten Schmetterling folgen, entdecken sie ein verfluchtes Dorf, in dem Mayu verschwindet. Auf der Suche nach ihrer Schwester kommt Mio nicht nur an die überlebensnotwendige Kamera Obscura, sondern auch der grauenhaften Geschichte des Ortes auf die Spur.

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Die Geschichte liest sich wie aus dem 101 für Asia-Horror und kommt mit den entsprechenden Wendungen und Auflösungen daher – inklusive mehrerer Enden, die ein mehrfaches Durchspielen von Project Zero 2 interessant machen. Zugegeben, wer mit japanischem Horror nichts anfangen kann, den wird auch Project Zero 2 kalt lassen. Auch Spieler, die damals Project Zero 2 auf der PS2 gezockt haben, finden in dem Horror-Abenteuer leider nichts Neues: Die Version im Playstation Store ist eine 1: 1-Umsetzung des Originalspiels. Wer aber schon immer einmal sehen wollte, wovor sich die japanischen Spieler noch mehr gefürchtet haben, als vor Silent Hill, sollte unbedingt einen Blick in den Playstation Store werfen und herausfinden, warum Project Zero 2 in vielen Top-Ten-Listen der furchterregendsten Spiele ganz vorne mit dabei ist. Die Toten warten schon.

Bereits erschienen.

Originaltitel: Project Zero 2 / Fatal Frame 2: Crimson Butterfly
Entwickler: Tecmo Koei
Veröffentlicht von: Ubisoft
Plattform: Playstation Network
Erscheinungsdatum: Bereits erschienen

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