Star Trek – Das Videospiel – (Digital Extremes / Namco Bandai Games, Paramount Pictures)

To boldly bug where no game has glitched before

Star Trek – Das Videospiel – (Digital Extremes / Namco Bandai Games, Paramount Pictures)

Wenn sich zwei verbunden fühlen!
Wenn sich zwei verbunden fühlen!

Zwar hört Dich im Weltall keiner schreien, im heimischen Wohnzimmer jedoch sieht die Sache schon ganz anders aus. Die Hersteller von Star Trek – Das Videospiel müssen sich die Frage gefallen lassen, wie ein solch unfertiges Spiel in die Regale der Republik zum Verkauf gelangen konnte. Die technischen Unzulänglichkeiten sind zahlreich, und es gibt sehr wenig, was den Gesamteindruck aufwerten kann. RUDOLF INDERSTS Puls stieg in SOL-Geschwindigkeit bis knapp unter die Decke.

Es ist gemein, was die Kollegen von Eurogamer Schweden da als Fazit schreiben: „Faktum är att jag hellre spenderar resten av mitt liv med att lyssna på William Shatners album än att spela en sekund till av Star Trek.“ Lieber würden Sie den Rest ihres Lebens die Songs von William Shatner anhören als auch nur eine Sekunde länger Star Trek zu spielen. Wir wollen das einmal klar stellen: Derart mies sind die Aufnahmen des Captain Kirk nun wirklich nicht!

Mit Warp-Antrieb ins Fiasko

Die Voraussetzungen waren gut für das Spiel: Star Trek hatte an den Kinokassen einen tollen Neustart hingelegt – viele Kinogänger hatten das Gefühl ein neues und frisches Trek-Zeitalter könne nun starten. Das Spiel sollte davon profitieren, dass man sowohl die Gesichter als auch Stimmen von Chris Pine und Zachary Quinto sowie Karl Urban, Zoe Saldana, Simon Pegg, John Cho und Anton Yelchin  benutzen durfte. Mit Story-Schreiberin Marianne Krawczyk, die zuvor an God of War gearbeitet hatte, war eine weitere Person an Bord, der man zutraut, ein solches Projekt stemmen zu können. Was zur Hölle ist da also derart schief gegangen?

Scotty, ein Hirn zum Hochbeamen bereit

Als Kirk oder Spock geht ihr alleine oder im Koop-Modus gegen die Gorn vor, welche mächtig Stunk auf Neu-Vulkan machen. Als Captain greift Ihr dabei eher auf das Werkzeug eines offensiven Shooters zurück, als Nr. 2 verlasst Ihr Euch eher auf Taktiken des Schleichens. Beides wird Euch allerdings nur sehr, sehr begrenzt in Verzückung geraten lassen: Nicht nur sieht das Spiel aus, als wäre es vor einem halben Jahrzehnt erschienen, ist es zudem voller technischer Fehler. Egal, ob Figuren sich gegenseitig behindern, in der Luft stehen oder einfrieren, in diesem Spiel seht Ihr alles. Und damit meine ich wirklich ALLES – auch in die leeren Polygon-Schädel der Protagonisten, wenn sie zu nahe an der virtuellen Kamera stehen. Die Feuergefechte haben die Dynamik eines Schlafmittels und die Gegner agieren wie downgegradete Lobotomiker. Hin und wieder darf auch „entdeckt“ und „gerätselt“ werden. Allerdings ausschließlich auf einem Niveau, das erschaudern lässt. Angesichts des sehr unterhaltsamen Star-Trek-Kinofilms, der gerade angelaufen ist, ist dieses Spiel eine riesige Enttäuschung.


Veröffentlichungsdatum: Bereits erschienen.

Originaltitel: Star Trek – Das Videospiel
Plattformen: Xbox 360 / PlayStation 3 / Windows PC
Genre: Third-Person-Action-Adventure
Entwickler: Digital Extremes
Veröffentlicht von: Namco Bandai Games, Paramount Pictures

Rudolf Inderst

*1978 in München. Studierte Poltikwissenschaften in München und Kopenhagen. Arbeitet aktuell an seiner zweiten Dissertation. Übernimmt Verantwortung als Ressortleiter für digitale Spiele hier bei nahaufnahmen.ch. Holt sich blaue Flecken im Krav Maga. Liebt Stanislaw Lem, Hörspiele und Podcasts. Spielt Videospiele seit etwa 35 Jahren. Trägt gerne Bart.

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