Monster Hunter 3D Ultimate (Capcom)

Confessions of a N00b

Monster Hunter 3D Ultimate (Capcom)

packshot monster hunter 3D Ultimate

Monster Hunter sei ein Nerd-Spiel, so hieß es. Es sei komplex und mühsam. Aber was genau bedeutet das? Man muss Zeit investieren, tüfteln und klügeln, craften und looten (Pardon, carven). Und zwar über das ganze Spiel hinweg, bis man der Beste der Besten ist. Es ist Arbeit und diese ist nicht immer spannend. Überleben heißt es zu Beginn noch, fangen und bezwingen wird bald zur Lebensaufgabe. FRANZISKA BECHTOLD musste jedoch schnell feststellen, dass Monster Hunter 3D Ultimate und sie keine Freunde werden.

Ganz unbedarft ging ich, Monster Hunter-Frischling, an die erste Mission. Ich erwartete ein klassisches, ausführliches Tutorial. Denkste. Bis auf Grundlegendes wie Steuerung und Orientierung in der Basis erfährt man recht wenig. Zumindest fühlt es sich so an, wenn man noch nie einen Teil der Reihe gespielt hat. Rumprobieren ist die Devise, aber das kann auch spannend sein. Optisch überzeugt mich das Spiel mit schöner, detailierter Grafik, bleibt jedoch gerade in Menü und Textführung schlecht für den Handheld umgesetzt, da selbst ohne 3D-Effekt kaum erkennbar ist, was auf dem Bildschirm geschrieben steht. Das geht besser!

Trotz der technischen Tücken habe ich es geschafft, mich in die Wildnis zu stürzen. Der Sohn des Dorfchefs muss gefunden werden. Na dann mal los. Die Landschaft ist schön gestaltet, ein Mix aus Bergland und Meer, Küsten und Grotten. Idyllisch fast und dazu ertönt Vogelgezwitscher. Überhaupt ist auch die Soundkulisse direkt ein Pluspunkt, musikalisch mit Flöten und Trommeln bei nativen, exotischen Urvölkern angesiedelt, paart es sich mit angenehmen Naturklängen wie Meeresrauschen. Ohne Schiebepad Pro macht die Steuerung allerdings nicht ganz so viel Spaß, da gerade der zweite Analogstick für die Kameraführung äußerst hilfreich ist. Aber es geht auch ohne.

Monster Hunter Ultimate

So ziehe ich dahin und erfreue mich am Setting. Da kommt die Nachricht: Besorge Fleisch, denn der Sohnemann hat Hunger. Vor mir entdecke ich eine friedlich grasende Monsterfamilie. Mama-, Papa-, Kind-Monster. Ich zögere. “Wie – ich soll die jetzt töten, weil der Bub grillen möchte?” Und ja, das sollte ich und ich tat es auch und dann legte ich das Spiel erst einmal beiseite. Das ist Monster Hunter? Friedliche Dinos abstechen? Hm…

Nach einigen Tagen nahm ich es mir dann doch noch einmal vor. Das konnte doch nicht die Substanz eines Spiels sein, dass so viele Menschen begeistert. So richtig sprang der Funke aber nicht über. Das ganze Töten und Carven und Jaggi-Schuppen-Sammeln macht ja schon irgendwie Spaß, aber auch nur auf begrenzte Zeit. Die Monster sehen sehr ausgefeilt und beeindruckend aus, sind jedoch gerade durch die schwierige Steuerung auf dem 3Ds unfassbar mühsam zu besiegen. Na gut, aufgrund der Steuerung und der fehlenden Skills aus Mangel an Erfahrung. Da kann sich so ein Kampf gerne mal ein Stündchen hinziehen.

Monster fangen, Monster töten, Monster carven.

Für sich genommen dauern die Missionen eigentlich nicht sehr lange. Sie können an einem Abend, sogar in der Mittagspause erledigt werden, was das Game zu einem ständigen Begleiter werden lässt. Hat man das gewünschte Monster erlegt, geht es zurück ins Dorf oder zur Hafenpromenade (des Jägers Homebase), wo anschließend das Inventar sortiert wird. Man braucht schließlich nicht allen Krimskrams herumzuschleppen. Oder man nutzt neue Fundstücke um zu craften oder die Rüstung und Waffe zu verbessern oder erneuern. Die Vielfalt der Möglichkeiten, seine Waffen aufzuwerten ist immens. Neben unterschiedlichen Stärkegraden, gibt es zudem Elementarfähigkeiten — ein Paradies für Bastler. Bevor es am Quest-Schalter die nächste Mission gibt, muss jedenfalls erst einmal aufgeräumt werden. Stellt man sich dann einer neuen Quest, ist es Grundvoraussetzung, dass man die richtigen Utensilien bei sich hat. Monster fangen ohne Falle funktioniert eben nicht. Hat man die vergessen, bleibt das Unterfangen hoffnungslos. Überlegen und tüfteln ist angesagt im Monster Hunter Universum. Eine wahnsinnige Friemelei, aber doch durch seine Offenheit und Komplexität reizvoll. Das Spiel schreibt dir nichts vor, es lässt dich laufen, bis du hinfällst und danach wieder aufstehst und schlauer bist.

Ein Beigeschmack blieb jedoch. Die Ziellosigkeit des Unterfangens machte mir doch irgendwann zu schaffen. Der nicht enden wollende Kreislauf von fangen, töten, carven, aufwerten war mir zu repetitiv. Es fehlte mir der große Zusammenhang. Der beste Monsterjäger zu werden ist nun mal nicht mein höchstes Ziel. Und dann erinnerte ich mich wieder an diese erste Mission, die mir eigentlich schon hätte sagen sollen, dass Monster Hunter 3 Ultimate und ich nicht zusammenfinden würden, und  klappte den 3Ds zu. Ich kann sehr gut verstehen, warum viele Spieler solchen Gefallen an Monster Hunter finden, dass es fast zur Sucht wird. Ich hatte auch meine guten Stunden mit dem Spiel. Ich scheiterte jedoch an der Sinnlosigkeit des Unterfangens und der zerstörten Idylle einer friedlich grasenden Monsterfamilie.

Veröffentlichungsdatum: Bereits erschienen.

Originaltitel: Monster Hunter 3D Ultimate
Plattformen: WiiU und 3DS
Entwickler: Capcom
Veröffentlicht von: Nintendo

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.