Dragon’s Dogma – Dark Arisen (Capcom)

Rollenspielparty mit schwerer Zusatzkost

Dragon’s Dogma – Dark Arisen (Capcom)

Dragon's Dogma - Dark Arisen (Capcom)

Mit Dragon’s Dogma schaffte Capcom im letzten Jahr einen kleinen Überraschungserfolg. Ob es am Gameplay lag oder daran, dass dem Spiel damals exklusiv eine Demo zu Resident Evil 6 beilag? Im Allgemeinen erhielt das Rollenspiel ordentliche Kritiken (hier unsere auf Titel-Magazin), konnte aber wohl nicht mit der Konkurrenz um Skyrim und Co. mithalten. Gut ein Jahr danach bekommt das Dogma des Drachen nun ein Update – und das in einer Größenordnung, die heute leider eher unüblich ist. Dark Arisen ist fast genauso umfangreich wie das Hauptspiel, nur um einiges schwerer – eben ein klassisches Add-On. Ob es in der Lage ist, STEFAN VON DER KRONE langfristig von Dark Souls loszureißen? Es folgt die Auflösung.

Mit Spannung machte ich mich also auf ins Abenteuer um den Erweckten und den Kampf gegen einen Drachen. Ja, wirkt schon ziemlich klassisch das alles, beginnt es doch damit, dass ein riesiger Drache ein kleines Fischerdorf angreift und sich der mutige Spieler – also ich – ihm entgegenstellt. Dabei kommt der Kampf in seiner Größenordnung dem einer Ameise gegen einen Ochsen gleich. Die Lebensanzeige des Drachen geht dabei über die ganze Bildschirmbreite, eine große Anzahl von Punkten darunter deutet an, dass der Drache beträchtlich mehr Lebenspunkte hat, als abgebildet wird. Nun ja, ist ja wohl klar, dass der Kampf verloren geht. Doch anstatt den übermütigen Helden in Asche zu verwandeln, klaut der Drache dessen Herz und faselt irgendetwas in einer unbekannten Sprache – offensichtlich die der Drachen.

Let’s start the party

Fortan ist mein wackerer Recken der Erweckte – „The Arisen“ – und das Abenteuer kann beginnen. Ich muss der Bedrohung durch den Drachen auf der Spur gehen und dabei den Menschen von Gransys – der Welt von Dragon’s Dogma – zur Hand gehen. Mir wird ein erster Vasall zur Seite gestellt, der mich durch seine Magie-Künste tatkräftig unterstützt. In einem nahegelegenen Militär-Lager bestreite ich den ersten Boss-Kampf gegen eine Hydra und erkenne sogleich eine Besonderheit im Kampfsystem: größere Gegner lassen sich erklimmen, um ihre Schwachstellen besser erreichen zu können. Ich arbeite mich also zu einem der Köpfe vor und im Nu ist er abgeschlagen und die Hydra flüchtet. Damit schalte ich sogleich die Möglichkeit frei, weitere Vasallen meiner Gruppe hinzuzufügen.

Mit Weitsicht ins Abenteuer

Das Vasallen-System ist eine andere Besonderheit in Dragon’s Dogma. Ich erstelle meinen eigenen Vasallen und kann ihn online anderen Spielern zur Verfügung stellen. Gleichzeitig kann ich bis zu zwei weitere von anderen Spielern oder Standard-Vasallen des Spiels in meine Gruppe holen. Sie sind eine nützliche Hilfe, mindern jedoch die Ausbeute an Erfahrungspunkten. Online kann der eigene Vasall Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Gegnern sammeln oder auch Erkenntnisse zu den Quests. Das wiederum kommt mir zugute. Neue Gegner können schneller besiegt werden, da meine Vasallen deren Schwachstellen kennen. Und sie geben mir nützliche Tipps für die anstehenden Aufgaben.

Der Reiz der Ungewissheit

Nachdem ich nun einige Stunden gespielt habe, wollte ich mich an das neue Gebiet mit dem Story-Strang „Dark Arisen“ wagen. Mit meinem Level-30-Charakter, meinem ebenso starken Vasall und zwei weiteren Begleitern mache ich mich auf den Weg in die dunkle Ungewissheit. Ich treffe eine geheimnisvolle Frau an, die mich auf der Insel Finstergram begrüßt. Im Übrigen: im Englischen heißt die Insel Bitterblack. Eine amüsantere Übersetzung hätte man wirklich nicht finden können, klingt das doch eher nach einem Instagram für Gothics. Finstergram ist aber ein riesiger Dungeon mit vielen kleineren Dungeons, die allesamt deutlich stärkere Gegner beinhalten, als das Hauptgebiet Gransys. Das ist auch der Grund warum ich schon nach fünf Minuten all meine Vasallen durch einen heftigen Angriff eines Reapers verliere, der genauso schnell verschwindet wie er urplötzlich auftauchte.

Der Weg ins Dunkel - Die Forte nach Finstergram

Trotz dieses Rückschlages wage ich mich tiefer in das Labyrinth, aber erst nachdem meine Gruppe wieder vollzählig ist. Ich treffe einen geheimnisvollen Händler, der mir nur eine geringe Überlebenschance bescheinigt. Und nach ein paar Stunden stelle ich fest, dass er durchaus recht hat. Ich kratze nur an der Oberfläche von Finstergram und habe enorme Probleme, gegen die größeren Gegner zu bestehen. Widerwillig entscheide ich mich zur Rückkehr nach Gransys, um weiter aufzuleveln und bessere Ausrüstung zu finden.

Wie ist es denn nun jetzt?

Capcom hat mit Dragon’s Dogma ein ambitioniertes und äußerst umfangreiches Action-Rollenspiel erschaffen, dass durchaus fesseln kann. Grafisch sieht es ganz hübsch aus, kommt aber nicht an die Pracht von Skyrim heran. Spielerisch orientiert es sich auch an der Elderscrolls-Reihe, erbt dabei aber auch dessen Nachteile. Zumindest ist das Mikromanagement der gesammelten Items aufwendig und geradezu langweilig. Auf den Wanderungen durch die Welt kann ich unzählige Kräuter, Nahrungsmittel oder Utensilien aufsammeln. Dabei steigt die eigene Traglast an und mit der Zeit werde ich langsamer. Ich muss also irgendwann Sachen verbrauchen, verkaufen oder einlagern. Dabei verlor ich oft die Übersicht darüber, was die Items alle für eine Bedeutung haben, die Namen las ich mir irgendwann auch nicht mehr durch.

Die Welt von Gransys wirkt sehr lebendig und schön, die Bewohner gehen ihrem Alltag nach. Die Nebenquests sind nur nicht so interessant, bedeuten oft lange Laufwege durch die Welt. Leider bekommt man erst nach vielen Stunden eine Schnellreisemöglichkeit, dazu muss man aber dennoch viel reisen um die entsprechenden Zielpunkte zu setzen. Das Kampfsystem überzeugt durch seine dynamic und ist sehr responsiv, das Erklimmen großer Gegner und auch deren Vielfalt ist angenehm und positiv.

Die Erweiterung Dark Arisen ist äußerst herausfordernd und geheimnisvoll. Geschätzte 30 Stunden dürften alleine auf Finstergram nötig sein, um auch den letzten Boss niederzuringen – vielleicht aber auch mehr. Der Schwierigkeitsgrad gegenüber dem Hauptspiel ist auch viel fordernder. Als großer Fan von Demon’s Souls und Dark Souls reizt mich das natürlich sehr. Dennoch bleibt meine Neugierde trotz der ausgiebigen Exploration nicht lange auf dem hohen Niveau, wie bei den genannten Hardcore-RPGs. Wobei natürlich auch Dragon’s Dogma einen Hardcore-Modus hat. Es wirkt nur alles nicht so konsistent und ausbalanciert, das Kampfsystem überzeugt auch nicht auf ganzer Linie. Schlussendlich kann man von einem guten Rollenspiel sprechen, dass zwar ambitioniert und umfangreich ist, aber leider nicht durchgängig fesselt und außerhalb der Kämpfe droht, in die Belanglosigkeit abzudriften. Für Fans von Skyrim oder auch Dragon Age ist Dragon’s Dogma interessant, als Überbrückung zu Dark Souls 2 aber leider nicht ganz geeignet.

So widme ich mich dann langfristig doch lieber meinen Soul Level One Durchläufen in Demon’s Souls und Dark Souls.

Veröffentlichungsdatum: Bereits erschienen.

Originaltitel: Dragon’s Dogma: Dark Arisen
Plattformen: PS3, Xbox 360
Genre: Action-Rollenspiel
Entwickler: Capcom
Veröffentlicht von: Capcom

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