Jan Oldenburg: “Fantastik AG”

Fantastisch

Jan Oldenburg: “Fantastik AG. Ein Epos aus den Fernen Ländern” (Fantasy)

Ein Professor, der sich für nichts ausser sein Fachgebiet interessiert. Ein Student im 27. Semester. Ein Portal zu einer fremden Welt. Ein erfolgloser Held in langer wollener Unterwäsche. Ein 60cm grosser Riese und haufenweise Kobolde. – Das Ganze gemischt mit jeder Menge trockenem Humor… Mit einem Wort: fantastisch!

Von Andrea Müller-Schmuki.

fantastik-ag1Universitätsalltag: Professor Hieronymus C. Welk hält seine Vorlesung über Phantastik im Hörsaal 043a. Sein Auditorium: Theodor Welk (nicht verwandt oder verschwägert), einziger Student der Phantastik – und das im 27. Semester. Die späteren Berufsaussichten für Theodor: Ein Job im Bahnhofsimbiss. Und dann wird auch noch das Institut der Phantastik aus Spargründen geschlossen. – Ausgerechnet jetzt, denn Professor Welk glaubt, eine bahnbrechende Entdeckung gemacht zu haben: ein Portal zu den Fernen Ländern.

Die Fernen Länder

Beim Übertritt in die Fernen Länder wird aus Professor Welk ein Zaubergnom und aus Theodor ein Steintroll; dies ist zurückzuführen auf die physiognomisch perfekte Anpassung an die magische Umgebung.

Die Fernen Länder sind die Welt der Elfen, Feen, Kobolde, Zwerge, Riesen, Gnome, Trolle, Zyklopen und diverser anderer phantastischer, magischer Wesen. In den Fernen Ländern treffen Theodor und der Professor als erstes auf Zwerge, für die sie einen Drachen bekämpfen sollen. Somit beginnt das Seminar: “Selbstmord für Anfänger. 1. Lektion: Drachen”. Nach erfolgreichem Kampf zerfliesst der vermeintliche Drache jedoch zu einer gummiartigen Pfütze, löst sich gänzlich auf und zurück bleibt nur eine Plakette, auf der “Fantastik AG” und eine Produktionsnummer steht. – Und auch sonst stimmt so einiges nicht in den Fernen Ländern…

So ist etwa Eralkes, der Unbesiegte, der grösste Held der Fernen Länder, wie es in den Chroniken steht, ein absolut erfolgloser Typ, dem zwei Strauchdiebe sein Pferd, seine Rüstung und sein Schwert gestohlen haben. Und als Theodor und der Professor ihn auf seiner nächsten Aventüre begleiten, treffen sie auf Kamerateams und Schauspieler, die gerade einen Film über Eralkes drehen. Nur wenig später treffen sie auf Homur, den Vormals Wirklich Sehr Grossen Riesen, der nur noch 60cm gross ist und weiterhin schrumpft. – Und dann werden sie auch noch von einem Trupp militärischer Kobolde verhaftet.

Humorvoll

Von Anfang bis Ende ist “Fantastik AG” mit genialem, trockenem und mitunter auch skurrilem Humor gespickt. Der Leser fiebert nicht nur mit den Figuren mit, sondern erlebt und entdeckt die “Fernen Länder” quasi mit ihnen zusammen. Von einer Sequenz zur nächsten jagt ein abstruser Einfall den nächsten und ruft unkontrollierte Lachattaken hervor. Besonders bös sind die Episoden über Neu-Sternheim, welche unverblümt mit der modernen Konsum- und Mediengesellschaft abrechnen. Dass es dort zu einigen Längen kommt, sei übrigens auch verziehen; immerhin rettet auch da Oldenburgs Humor darüber hinweg.

Alles in allem lässt sich sagen: Eines der skurrilsten und humorvollsten Fantasy-Abenteuer seit Langem. – Ganz einfach fantastisch!


Titel: Fantastik AG
Autor: Jan Oldenburg
Verlag: Piper
Seiten: 348
Richtpreis: CHF 24.90

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