Kerstin Gier: „Silber“

Rätselhafte Träume

Kerstin Gier: „Silber. Das erste Buch der Träume“ (Jugendhörbuch)

Lebhafte Träume, detektivische Ermittlungen, düstere magische Rituale, eine neue Schule und eine sympathische jugendliche Protagonistin. Liv geht im Traum durch eine Tür und landet in einem Korridor voller Türen; jede führt in den Traum einer anderen Person. In diesen fremden Träumen begegnet Liv Leuten, die es wirklich gibt – und diese können sich auch an sie und an den Traum erinnern.

Von Andrea Müller-Schmuki.

silberOlivia Silber, genannt Liv, und ihre kleine Schwester Mia müssen jedes Jahr umziehen, da ihre Mutter Ann als Hochschulprofessorin nur zeitlich begrenzte Anstellungen bekommt. Dieses Mal soll ein gemütliches Cottage in der Nähe von Oxford dem Nomadendasein der Mädchen ein Ende setzen. Als Liv und Mia jedoch in London ankommen, erwartet sie ihre Mutter mit einer Planänderung. – Die Planänderung heisst „Ernest“ und ist die neue Liebe ihrer Mutter. Statt des Cottages gibt es jetzt also eine gemeinsame Wohnung für Ann, ihre Kinder Liv und Mia, deren Kindermädchen Lotti, Ernest und seine Kinder Grayson und Florence.

Langsamer Anfang

Kaum ist Liv Grayson begegnet, da hat sie noch lebhaftere Träume als üblich: Sie gelangt in Graysons Traum und landet auf einem Friedhof. Grayson steht da mit drei anderen Jungen und sie rufen einen Dämon, dem sie bereits ein Versprechen gegeben haben… Grayson und die drei anderen Jungen, Henry, Arthur und Jasper, wissen am nächsten Tag noch genau, was Liv im Traum gesagt hat, was geschehen ist. Wie sie das schaffen, ist für Liv ein Rätsel, doch einem guten Rätsel konnte Liv noch nie wiederstehen und sie beginnt ihre ersten detektivischen Nachforschungen.

Bis es mal richtig ums Träumen geht, muss sich der Hörer schon mal durch ein, zwei CDs durchhören. Nach diesem etwas langatmigen Start nimmt die Geschichte dann aber an Fahrt auf. Und es geht immer mehr um Träume und nächtliche Dämonen.

Im Grunde genommen geht es bei „Silber“ jedoch hauptsächlich um die Geschichte eines normalen Teenagers, der umzieht und sich in der neuen Schule zurechtfinden muss. Dort hat Liv zunächst einige Schwierigkeiten, doch schon sehr bald wird das „Mauerblümchen“ immer wieder Thema der schulinternen Klatschkolumne und hat auch Freunde.

Zuckerwatte

Das Mauerblümchen-Image von Liv ist genauso abgegriffen wie die Tatsache, dass Liv eben kein Mauerblümchen ist, sondern sehr hübsch, sehr intelligent, sehr sportlich und nach kürzester Zeit an ihrer neuen Schule auch sehr beliebt. Dennoch ist die Geschichte mehrheitlich gut: sympathische Charaktere, witzige Dialoge, freche Kommentare, allerdings jedoch oft zuckersüss, klebrig und flauschig – und das nicht nur, wenn die Ich-Erzählerin Liv gerade beschliesst, dass sie sich dringend die Zuckerwatte aus dem Gehirn wischen muss! – Selbst bei den Träumen und dämonischen Ritualen wird es nie richtig gruselig oder beängstigend, was man doch eigentlich bei diesem Thema erwarten dürfte.

Mit junger, teils frecher, teils feiner und teils sarkastischer Stimme erweckt Simona Pahl die Geschichte von Kerstin Gier zum Leben – und genauso auch Liv, Mia, Grayson, Ann, Florence und all die anderen Charaktere. Besonders gelungen ist die Lesung der Secrecy und ihrer Tratschkolumne. Die Lesung ist einfach fantastisch!

Zu Beginn etwas zäh, zwischendurch einige Längen, im Allgemeinen aber eine gute Geschichte voller Humor. – Super Lesung!


Titel: Silber. Das erste Buch der Träume
Autorin: Kerstin Gier
Gelesen von: Simona Pahl
Verlag: argon hörbuch
CDs: 8
Dauer: 9 Stunden, 35 Minuten
Richtpreis: CHF 33.90

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