Lost Planet 3 (Spark Unlimited/Capcom)

Eiszeit für Shooter-Freunde

Lost Planet 3 (Spark Unlimited/Capcom)

Lost Planet 3 Cover

Der Winter steht vor der Tür und Capcom veröffentlicht rechtzeitig zum Einstimmen Lost Planet 3. Anlass genug zu ergründen, ob wirklich eiskalte Action drin steckt oder doch nur heiße Luft. STEFAN VON DER KRONE wagte sich aus der warmen Bude in die Eiseskälte und berichtet, ob er die eine oder andere Frostbeule davongetragen hat.

Die ersten Videos von Lost Planet 3 versprachen einen enormen Sprung nach vorne für die viel kritisierte Franchise. Der Fokus lag offensichtlich verstärkt auf der Geschichte und dem ersten Anschein nach stand Dead Space zum Teil Pate für die Neuorientierung. Zusätzlich war auch ein neues Studio dafür verantwortlich. Sicher keine Erfolgsgaranten, aber zumindest Ansätze, die Interesse schürten.

Lost Planet ist eine Sci-Fi-Shooter-Reihe von Capcom, die im letzten Teil den Fokus deutlich auf Coop und Multiplayer setzte. In den Kritiken kam es dabei aber nicht sonderlich gut davon. Persönlich fand ich Lost Planet 2 wirklich sehr spaßig, eine legendäre Coop-Runde mit einem Kumpel über fünf Stunden zeugte davon. Dennoch ist leider nicht viel hängen geblieben und das Spiel verstaubte im Schrank.

Der Schein trügt

Teil drei erzählt nun die Geschichte, wie es zu den Konflikten der Vorgänger zwischen NEVEC und den Schneepiraten kam. Der Spieler steuert Jim Peyton, einen Freelancer, der auf dem Eisplaneten E.D.N. III möglichst viel Geld für sich und seine Familie verdienen will. Mit Hilfe seines RIGs, einer Art Mech, sammelt er die kostbare T-Energie und erwehrt sich allerlei Gefahren. Das sind die sogenannten Akriden, große bis überdimensionale Insektoide, die äußerst aggressiv auf Jim und seine Kollegen reagieren. Alle glauben, dass sie die ersten Menschen im Eis sind, doch mit der Zeit entdeckt Jim eine ältere Kolonie und schnell muss er sich entscheiden, auf welcher Seite er steht.

Dead Space Momente

Mit Lost Planet 3 versuchte Capcom anscheinend aus den Fehlern zu lernen und gab die Verantwortung an ein externes Studio. Neues Studio, neue Engine, neue kreative Energie ergibt ein gutes Spiel, so die vermeintliche Formel zum Erfolg. Was bei Devil May Cry und den Entwicklern Ninja Theory funktionierte, sollte nun auch Lost Planet dank Spark Unlimited frischen Wind bekommen. Schaut man sich aber die bisherigen Spiele der Jungs an, sieht’s nicht so rosig aus.

Eierlegende Wollmilchsau

Und so ist Lost Planet 3 doch nur ein durchschnittliches und wenig motivierendes Action-Spiel. Atmosphärisch macht das Spiel als Cyber-Western im Stil von Firefly wirklich Laune, inklusive Steel-Guitar-Songs vom Musik-Player. Der Soundtrack erinnert teilweise auch an alte Sci-Fi-Klassiker der frühen Achtziger. Beides große Stärken des Spiels. Die Story ist leider nicht sonderlich kreativ oder neu, hat der geneigte Kinobesucher doch oft schon Ähnliches gesehen. Das mag aber noch keine große Enttäuschung sein, da sie dennoch relativ gut erzählt wird. Schwerwiegender liegt da, dass das komplette Game-Design einfach unausgegoren ist.

Kampf gegen einen kleineren Akriden

Dabei hat Lost Planet 3 eine Identitätskrise. Einerseits will es ein Gears Of War sein, andererseits ein Dead Space und dann wieder ein Mech-Spiel. An sich mag man da nichts Schlechtes drin sehen, aber die Action ist eben nicht wirklich packend und der Nervenkitzel auch nicht die Bohne. Und dann wäre da ja noch der Mech, mit dem der Kampf mehr einem verkrampften Block&Parry mit Quicktime-Events gleicht. Die Steuerung steht sich dann oft auch selbst im Weg, weil sie zu ungenau ist, um die geforderte Aktion durchzuführen, wodurch sich ein Kampf dann unnötig in die Länge zieht.

Eisige Kämpfe

Schade ist, dass die Kämpfe gegen die Akriden grundsätzlich sehr linear verlaufen. Größere Gegner haben Schwachpunkte, die angegriffen werden müssen. Und hier liegt das Problem. Die Kämpfe verlieren dadurch an Dynamik und ziehen sich mitunter unnötig in die Länge. Und an dieser Stelle muss wieder der Vergleich zu Dead Space her: auch hier gibt es bestimmte Vorgehensweisen im Kampf, aber alles ist viel dynamischer und motivierender.

Kampf gegen einen größeren Akriden

Was bleibt ist ein fader Beigeschmack, dass hier ein Spiel deutlich zu früh veröffentlicht wurde. Es fehlt der nötige Feinschliff und grundlegende Änderungen im Gameplay wären erforderlich. Das heißt nicht, dass Lost Planet 3 ein schlechtes Spiel ist, aber es ist eben auch kein herausragendes. Ich hoffe, dass sich Capcom in einem möglichen Nachfolger wieder mehr auf die Arcade-Action der ersten Teile konzentriert und motivierender sowie zeitgemäßer gestaltet. Letztendlich ist Lost Planet 3 ein durchschnittlicher Shooter, der der Konkurrenz nicht viel entgegenzusetzen hat.

Veröffentlichungsdatum: Bereits erschienen.

Originaltitel: Lost Planet 3
Plattformen: PS3, Xbox 360, PC
Genre: Action, Shooter
Entwickler: Spark Unlimited
Veröffentlicht von: Capcom

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