Der Puppenspieler (Sony)

Kopf ab!

Der Puppenspieler (Sony)

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Eine Prise Little Big Planet und ein guter Schuss Tim Burton, dazu noch jede Menge frei herumlaufender Köpfe, fertig ist das Herbst-Jump and Run. SEBASTIAN GEIGER wollte zumindest den Controller nicht mehr so schnell aus der Hand geben, nachdem er Der Puppenspieler angefangen hatte.

Wie doof! Da geht klein Kutaro nach dem Schlafengehen ins Traumland, nur um dort in die Hände des gefräßigen Mondbären zu fallen. Der liebt Kinder – vor allem deren Köpfe, und beißt den von Kutaro auch sofort ab. Um wieder zurück in sein Bett zu kommen, muss der junge Held jetzt Puppenköpfe sammeln und mit Hilfe einer magischen Schere dem Mondbären und seinen plüschigen Untergebenen den Garaus machen.

Zum Knutschen, die Story, mit der die Macher von Der Puppenspieler den Spieler begrüßen. Doch halt, es kommt noch besser. Denn Kutaro, der Mondbär, die kleine Prinzessin und die böse Hexe sind allesamt Puppen – und wissen es auch noch! Der Puppenspieler ist also nicht nur charmant, sondern auch witzig! Denn gerade die kleine Begleiterin von Kutaro lässt keine Gelegenheit aus, sich mit dem Erzähler zu kabbeln. Und spätestens dann, wenn ein Teil der Belegschaft in Streik tritt, weil es einer der Schauspieler mit dem Ausdruck übertreibt, fühlt man sich wie in einer richtigen Puppentheatervorstellung. Gut, zugegeben, in einer, in der das Ensemble vielleicht noch ein wenig hätte proben müssen.

Schnipp, Schnapp

Aber genau das macht den Charme von Der Puppenspieler aus. Ab dem ersten Level fühlt man sich wie in einem Marionettentheater. Hat Kutaro das Ende eines Abschnitts erreicht, kippt der Hintergrund nach vorne und ein neues Bild wird enthüllt. Gegner zerschnibbelt Kutaro mit seiner Schere oder macht ihnen durch Sonderfertigkeiten den Garaus. Diese erhält er, wenn er die Köpfe von vier legendären Puppenrittern findet – was einen weiteren interessanten Aspekt des Spiels ausmacht. Kutaro kann nur dann wirklich sterben, wenn er seinen Kopf verliert. Deshalb hat er immer ein paar in Reserve dabei. An den richtigen Stellen aufgesetzt, bekommt der kleine Held Boni oder kann in Extraleveln kräftig Punkte sammeln. Leider sind die meisten dieser Köpfe so gut versteckt, dass man die einzelnen Spielabschnitte immer wieder besuchen muss, um auch wirklich an alle zu kommen.

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Nur in einem Punkt kann Der Puppenspieler wirklich auf die Nerven gehen. Wie in so vielen anderen Spielen sind bestimmte Gegner nur durch Quick-Time-Events zu besiegen. Leider kommen die manchmal so unvermittelt, dass man schon verdammt gute Reflexe haben muss, um nicht den ersten „Drück den Knopf“-Event zu verpassen. Zum Glück führen diese aber nie zum Tod. Kutaro bekommt immer eine zweite Chance.

Abgesehen von dem kleinen Quick-Time-Event-Problem macht Der Puppenspieler aber so gut wie alles richtig. Die Steuerung ist gut, die Grafik toll und die Story klasse, weil sie sich nicht zu ernst nimmt. Und der Tim-Burton-Stil, in dem das Spiel gehalten ist, sollte gerade für die dunkle Jahreszeit perfekt sein.


Bereits erschienen.

Originaltitel: Puppeteer
Plattformen: PS3
Genre: Jump and Run
Entwickler: Sony
Veröffentlicht von: Sony


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