Susanne Fischer: “Ansichten einer späten Mutter”

Mit 40+ das erste Kind

Susanne Fischer: “Ansichten einer späten Mutter” (Sachbuch)

Mit 43,5 Jahren bekommt Susanne Fischer ihr erstes Kind. Die deutsche Journalistin berichtet in ihrem Buch nicht nur von ihrem Leben und ihren Erfahrungen, sondern auch von Fakten rund um die späte Mutterschaft.

Von Tamara Beck.

ansichteneinerspätenmutterObwohl ich selber keine späte Mutter bin, fesselte mich Susanne Fischers Buch von der ersten Seite an. Dies wohl vor allem weil sie ihre Lebensgeschichte so spannend erzählt. Ihre “Uhr” tickte nie richtig und den Gedanken, Mutter zu werden, hatte sie erst spät. Zu sehr war sie eingespannt in ihre Karriere, ihre Beziehung und die vielen Reisen, die ihr Job mit sich brachte.
Es ist schnell völlig nachvollziehbar, dass Susanne Fischer sich mit dem Baby-Thema Zeit liess, zumal auch ihr Umfeld kaum Kinder bekam und ihr Liebster, an dessen Seite sie 13 Jahre lang mehr oder weniger konstant verlebte, das Wort erst dann in den Mund nahm, als es eigentlich schon zu spät war und die Beziehung auseinanderbrach.

Eizellen einfrieren?

Susanne Fischer berichtet von den Umständen der späten Mütter: Vom Akademikerstatus, der Karriere, von der Möglichkeit, Eizellen einfrieren zu lassen, von Mr. Right, der nicht kommen will, aber auch von der Kritik, die man sich als Spätgebärende durchs Band – von der Frauenärztin über die Tante bis zur Foren-Userin – anhören muss.
Dabei widerlegt oder relativiert Susanne Fischer so manches Klischee: Dass Spätschwangere ein höheres Risiko tragen, dass der Kinderwunsch nicht ernsthaft genug ist etc.
Stattdessen macht sie allen Frauen jenseits der 30er Mut, sich nicht in Torschlusspanik zu versteifen: ältere Mütter sind oft gelassener, haben weniger finanzielle Sorgen, sind gut eingebettet im Job und befinden sich meist in einer stabilen Partnerschaft.

Das 2. Kind mit 46

Dass Susanne Fischer dann doch noch den Richtigen findet, im Libanon, dort auf eine ganz andere Einstellung gegenüber Kindern stösst und mit bald 43 Jahren dann noch schwanger wird, gönnt man ihr ungemein. Und gewinnt auch eine ganz neue Perspektive, die zeigt, wie kinderunfreundlich “wir hier” doch sind und dass vielleicht genau das ein Grund dafür ist, weshalb es immer weniger Kinder gibt – und nicht der Trend, immer später welche zu bekommen.
Aktuell ist Susanne Fischer übrigens mit dem zweiten Kind schwanger. An eine zweite Schwangerschaft glaubte sie während der Arbeit an ihrem Buch nicht mehr. Facebook enthüllte mir ihr zweites Babyglück nach der Lektüre. Ich schätze, dass sie ihr 2. Kind also im Alter von 46 Jahren zur Welt bringen wird. Ich freue mich sehr für sie und lege dieses wundervolle Buch jedem ans Herz, der sich für die Thematik interessiert.


Titel: Ansichten einer späten Mutter
Autorin: Susanne Fischer
Verlag: Hoffmann und Campe, Hamburg
Seiten: 204
Richtpreis: CHF 28.90

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