NHL 15 (EA Canada / EA Sports)

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NHL 15 (EA Canada / EA Sports)

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Am vergangenen Mittwoch eröffneten die Montréal Canadiens und die Toronto Maple Leafs die aktuelle Saison der NHL. Die an der Popularität gemessen „kleinste“ der vier großen Sportarten in den Vereinigten Staaten darf auch an der Spielefront nicht fehlen. Zudem erschien NHL 15 in diesem Jahr erstmals auch für PlayStation 4 und Xbox One. Zwischen der letzten und der aktuellen Konsolengeneration gibt es allerdings so einige Unterschiede. NORMAN VOLKMANN war mutig genug, selbst auf dem Eis zu schlittern und teilte kräftige Bodychecks gegen die schweren Jungs aus.

Next Generation – Under Construction

Bevor NHL 15 überhaupt erschien, gab es schon von vielen Medien erstaunte Berichte über den Umfang des Titels für die neue Konsolengeneration – oder besser: eine große Liste, die all die fehlenden Features und Spielmodi im Vergleich zu den Vorgängern und der Last-Gen-Variante zeigte. Trotz dieser umfassenden Liste erwartete ich den Titel mit Spannung – der Trailer, der im schmalen Spielmenü sogar einen eigenen Punkt hat, sah einfach umwerfend aus.

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Was auf dem Eis passiert, ist ebenfalls atemberaubend. Eishockey ist ein schneller Sport, in dem Spiele nicht selten in Sekundenbruchteilen entschieden werden. Das authentisch umzusetzen, ohne zu arcardig zu wirken, ist an sich keine leichte Aufgabe. Doch dies ist NHL 15 durchaus gelungen: Die Spieler kollidieren (gewollt oder ungewollt) mit Gegen- und Mitspielern, gehen in die Knie oder bei harten Zusammenstößen zu Boden, Helme fliegen und Schläger zerbrechen und bleiben auf dem Spielfeld liegen. Harte Richtungswechsel sind aus vollem Schwung unmöglich – generell fühlt sich alles wirklichkeitsgetreu an, so ganz, als würde man sich mit Schlittschuhen bewegen. Doch der sportliche Event ist in den Sportspielen dieser und letzter Generation längst nicht mehr alles.

Be a Pro und bring’ Fantasie mit

In jeglichen Sportspielen ist dieser Modus, in dem man mit einem selbsterstellten Spieler die Sportligen der Welt stürmt, mein liebster. Gerade die NBA 2K Reihe hat den so genannten Be A Pro-Modus in den letzten Jahren immer weiter perfektioniert. Auch die Vorgänger von NHL glänzten hier: sie boten Interaktionen des erstellten Spielers mit der Presse, mit Trainern und Mitspielern. NHL 15 hat nichts davon und spielt sich (nicht nur) darum, als wäre es lediglich die Demo für ein Spiel, das in einem Jahr erscheinen wird. Hat man seinen Spieler erstellt, darf man sich entweder ein Team aussuchen oder sich draften lassen. Letzteres geschieht unspektakulär nach einem kurzen Countdown im Zufallsprinzip – keine Auswahlspiele, keine Minor Leagues, keine Gespräche mit General Managern. Während des Spiels gibt es die immer gleichen Bewertungen des Coaches, der dem Spieler durchaus gleichzeitig zu einem Tor gratuliert, aber auch bemängelt, dass man zu wenig aufs Tor schieße. Dieses Feedback gibt es nur während der Auswechselpausen oder Strafminuten – die man unnötigerweise nicht überspringen kann. Als ich während des ersten Drittels eines Spiels nach einem schweren Foul des Feldes verwiesen wurde, durfte ich mir das restliche Spiel der CPU-Kollegen von der Strafbank anschauen.

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Lediglich der Ultimate-Team-Modus, das scheinbare Allheilmittel in den Sportsimulationen von Electronic Arts, konnte mich vollauf überzeugen. Wie in einem Sammelkartenspiel kauft man hier mit virtuellem (oder realem) Geld Zufallspakete mit (raren) Spielern, Verträgen, Trainingseinheiten oder anderen Boni und kann sich so sein eigenes Fantasy-Team aufbauen. Gespielt wird mit dem Team wahlweise online gegen andere Spieler oder gegen den Computer. Ersteres bereitet dabei den meisten Spielspaß, auch wenn der ein oder andere schlechte Verlierer bei einem zu großen Rückstand im letzten Drittel gerne mal die Leitung kappt. Die Sammelmentalität und die ständige Suche nach dem nächsten raren Spieler oder der nächsten Verbesserung auf einer bestimmten Position sensibilisiert Neulinge nicht nur für die Aufstellungen des Sports, sondern schafft auch eine ganz besondere Bindung mit dem individuellen Team.

NHL 15 hat durchaus seine Momente. Die Action auf dem Eis ist unterhaltsam, realistisch und spannend, doch das Gesamtprodukt fühlt sich in vielen Belangen an, als habe man eine Demo vor sich. Kein lizensierter Soundtrack, kühle Spielmenüs sowie ein Be a Pro-Modus der weniger individuell nicht sein könnte. So bleibt nur zu hoffen, dass jetzt, da das Grundgerüst für die Current Gen steht, auch an den Modi geschraubt wird. Immerhin: NHL 15 hat mich dazu gebracht, mich intensiver mit der tatsächlichen NHL zu befassen und das ist ja auch etwas wert, richtig? In diesem Sinne: Go Bruins!


Bereits erschienen.

Originaltitel: NHL 15
Plattformen: PS4, PS3, Xbox One, Xbox 360
Genre: Sportsimulation
Entwickler: EA Canada
Veröffentlicht von: EA Sports

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