Super Smash Bros. (Sora Ltd./Bandai Namco/ Nintendo)

Fratzengeballer

Super Smash Bros. (Sora Ltd./Bandai Namco / Nintendo)

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Mit Fortsetzungen scheint die WiiU nichts falsch machen zu können: Mario Kart, Mario 3D Land, Donkey Kong Tropical Freeze und jetzt Super Smash Bros! 2014 war ein wahrlich gutes Jahr für die Besitzer der Nintendo-Konsole. NORMAN VOLKMANN hat sich zum allerersten Mal in den Smash-Ring begeben und war zuerst vor allem eins: überfordert.

Super Smash Bros. ist ungefähr das, was ich mir unter einer missglückten Nintendo-Firmenfeier vorstelle. Alle Angestellten werden eingeladen und dürfen sogar noch ihre Bekannten mitbringen. Und, wie sich das für eine misslungene Feier gehört, lassen auch die Streitigkeiten nicht lange auf sich warten. Luigi trinkt gleich zu Beginn einen Sekt zu viel und macht seiner Frustration Luft, dass Bruder Mario ständig im Rampenlicht steht. Donkey Kong, Bowser und Mario haben sowieso immer eine Rechnung offen und Pikachu steht immer so unangenehm unter Strom, wenn er von vielen Menschen umgeben ist. Dann sind da die komischen neuen Mitarbeiter – die sportverrückte Neue, die so schwer zu deuten ist, aber gerne Schellen verteilt. Ein Glück, dass eine solche Firmenfeier immer nur stattfindet, wenn es neue Konsolen von Nintendo gibt. Denn dann ist keine Kauleiste sicher.

Bis zum Rand gefüllt

Obwohl ich mein Nintendo 64 liebte und auch seit jeher immer ein Auge auf das Unternehmen hatte, war Super Smash Bros. für die Wii U der allererste Teil der Serie, den ich gespielt habe. Aller Anfang war schwer und ohne jegliche Vorwissen schmiss ich mich ins Getümmel und verstand lange Zeit weder das Ziel des Spiels, noch konnte ich irgendwelche Anzeigen auf dem Bildschirm nachvollziehen. Alles ging so schnell, überall blitzte, zuckte und knallte es. Ich drückte alle Knöpfe, die das Wii-U-Gamepad so zu bieten hat. Doch eigentlich fing die Überforderung schon viel früher an: Allein der Auswahlbildschirm der zahlreichen Kämpfer war mehr als imposant. Starfox, Kirby, Glurak, Yoshi und zahlreiche Charaktere, von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte – für Menschen mit Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung eine wahre Qual.

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Zum Glück gibt es diese Problematik nicht beim „Smash-Tour“-Modus, bei dem man, angelehnt an ein Brettspiel, gleich loslegen kann. Bis zu vier Spieler sammeln in verschiedenen Abschnitten Kämpfer ein, die man in Auseinandersetzungen einsetzen kann — gerade für Einsteiger nicht immer durchschaubar, da die Kämpfer sich mitunter stark voneinander unterscheiden. In Kampfspielen ist Konservativität an sich kein Nachteil, hilft sie  doch bei der Spezialisierung auf einen Charakter. Aber ein Modus wie “Smash Tour” erlaubt es, neue Favoriten zu entdecken, die man sonst nicht ausprobiert hätte.

Für Button-Masher wie mich war es dennoch nicht ohne, die Herausforderungen von Super Smash Bros. zu meistern. Das merkte ich spätestens in einem weiteren Modus, „Events“, bei dem man unterschiedliche Challenges unter bestimmten Voraussetzungen absolvieren muss. Spätestens hier zahlt es sich aus, die Kämpfer gut zu kennen. Die zahlreichen Extras, Sammelfiguren und Statusverbesserungen allerdings waren zu Beginn ein großes Rätsel: ohne die Anleitung zu konsultieren (oder neumodisch: ein Let’s Play zu schauen) ist alles das etwas arg konfus.

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Wenn man allerdings einmal in das Spiel reingekommen ist, eröffnet sich der Charme, der die Reihe in der Vergangenheit (zumindest meistens) so viel Beliebtheit beschert hat. Die Charaktere haben tolle, einzigartige Moves und Kombos, die Kampfarenen sehen großartig aus und alles wirkt irgendwie so zu Ende gedacht – das ist man gar nicht mehr gewohnt. In Zeiten von DLCs, Vorbestellerboni und sonstigem Schnickschnack, den jeder Publisher seinen Spielen immer und immer wieder aufdrücken will, ist Smash Bros. eine mehr als willkommene Abwechslung. Der Titel ist von Anfang an prall gefüllt mit verschieden Spielarten, freischaltbaren Charakteren und Extras, (gefühlt) hunderten Einstellungsmöglichkeiten und Spieltiefe, die so mancher Konkurrent häufig missen lässt. Alleine alle Menüpunkte zu durchlaufen um überhaupt zu sehen, was dieser Titel alles umfasst, dauert ewig – überall gibt es etwas Neues zu entdecken. Im Herzen weiterhin ein Multiplayer-Titel, macht Smash Bros. vor allem im (lokalen) Mehrspielermodus Spaß. Es gibt immer das Gefühl, dass sowohl Anfänger als auch gestandene Veteranen eine faire Chance haben, das bunte Gekloppe als Sieger zu verlassen. Und das Gebrüll im Wohnzimmer kommt dem Chaos auf dem Bildschirm auch so furchtbar nahe. Was Sequels angeht, ist Nintendo eben doch einzigartig!


Bereits erschienen.


Originaltitel: Super Smash Bros.

Plattformen: WiiU, Nintendo 3DS

Genre: Kampf

Entwickler: Sora Ltd. / Bandai Namco Games

Veröffentlicht von: Nintendo

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