Star Fox Zero

Do a barrel roll, goddammit!

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Endlich wieder ein richtiges Star Fox! Oder? Oder? Nostalgiker bekommen mit Star Fox Zero zumindest gefühlt das Spiel, auf das sie so lange gewartet haben. Wer das WiiU-Gamepad schon immer für Gimmick-Quatsch hielt, soll nun auch etwas bekommen: Recht! NORMAN VOLKMANN fühlt sich zwar mit Fröschen und Füchsen im Weltall wohl, nur eben nicht mit diesem vermaledeiten Steuerungsprinzip.

Nach ZombiU hatte ich abgeschlossen. Nicht etwa die Tür zu meiner Wohnung, weil ich mir vor Angst fast in die Hosen gemacht habe. Vielmehr hatte ich damit abgeschlossen, dass das WiiU-Gamepad mehr ist als ein Gimmick. Damit, dass es noch viele andere Spiele geben wird, die das Gamepad so gut und sinnvoll einbinden, wie ZombiU. Und ich sollte Recht behalten. Klar, einige Spiele legten Karten, Inventarsystem oder gar Hupen auf das Gamepad und ersparten damit das Navigieren in zahlreichen Pausenbildschirmen, allerdings waren das einfach kleinere Second-Screen-Nettigkeiten und Bequemlichkeitsfeatures. Im Grunde hätte es auch so bleiben können – wirklich vermisst hatte ich bislang nichts. So nutzte ich den Bildschirm des WiiU-Gamepads vor allem dann, wenn ich nicht auf dem Fernseher spielen wollte. Praktisch.

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Star Fox Zero will es offenbar zum Ende des WiiU-Lebens noch einmal wissen, denn das Spielen mit zwei Bildschirmen ist zentrales Steuerungs-Element und kann nicht geändert werden. Statt dem Geschehen auf dem Fernseher zu folgen, auf dem ich den Arwing — das vom Spieler gesteuerte Raumschiff — sehen und die Spielwelt besser fassen kann, soll ich auf dem Gamepad der Cockpitsicht vertrauen, damit ich Feinde besser anvisieren und abschießen kann. Durch leichtes Schwenken und Wippen des Controllers werden dabei die Ziele ins Visier genommen. Selten hat mich der Versuch, ein Steuerelement zu verinnerlichen so viel Zeit gekostet und selten war ich dabei so erfolglos. Das liegt dabei nicht mal daran, dass die Steuerung äußerst kompliziert ist. Sie ist ausgesprochen unhandlich und in keiner Weise intuitiv. Ich schaffe es dabei weder feindliche Truppen ins Visier zu nehmen, noch einen Überblick zu behalten und dabei die notwendigen Flugmanöver so zu meistern, dass der Arwing nicht bereits nach kurzer Zeit zum Feuerball wird.

Eigentlich ist Star Fox Zero das perfekte Nintendo-Spiel: Es könnte fast als Remastered-Version des N64-Klassikers durchgehen, den ich in meiner Kindheit so liebte. Geschichte, Charaktere und selbst die Level bis zum bösartigen Weltall-Affenkopf-Bösewicht Andross orientieren sich komplett am alten Spiel. Optisch aufpoliert und mit ein paar neuen Spielelementen — die perfekte Mischung aus Alt und Neu. Neu ist zum Beispiel die Transformation, die der Arwing durchläuft, wenn er landet und in Walker-Form Schiffskerne zur Explosion bringt. Zu Land können Spieler außerdem auf den Landmaster, eine Art Panzer zurückgreifen, um die Einheiten von Andross zurückzuschlagen.

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Star Fox Zero war für mich allerdings ein Frustmoment nach dem anderen. Das Zielen mit dem Gamepad gelang mir nicht, das Navigieren des Raumschiffes zwar geradeso… aber sobald Fox’ Arwing Walker-Form annahme, knallte ich ständig in Wände und brachte das Fahrzeug durch meine Unfähigkeit häufiger zur Explosion als meine Gegner . Mit jedem Levelneustart baute sich meine Antipathie gegen Fox und sein Team weiter auf. Jede Anweisung und jeden Tipp der Crew ertrug ich dann nur noch zähneknirschend, bis ich schließlich aufgab. Ich genoss die visuelle und optische Überarbeitung eines Klassikers, der mich als 12-Jähriger stundenlang vor dem Fernseher fesselte. 16 Jahre später scheine ich zu alt zu sein, um mit dem Steuerungsprinzip klarzukommen.

Veröffentlichungsdatum: Bereits erschienen
Originaltitel: Star Fox Zero
Plattformen: Nintendo WiiU
Genre: Shoot ‘em up
Entwickler: Platinum Games
Veröffentlicht von: Nintendo

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