Lego Worlds

Die Welt ist ein Viereck

Mit Lego Worlds erscheint nach gefühlten Ewigkeiten der logische Minecraft-Klon der Firma, die das mit diesen rechteckigen Steinchen und dem ganzen Gebaue überhaupt so richtig populär gemacht hat. NORMAN VOLKMANNs inneres, sechsjähriges Ich hätte alleine bei dem Gedanken an ein solches Konzept vor Freude drei Salti gemacht, wenn es damals nicht so unsportlich gewesen wäre. Was der nun bald 30-jährige Autor davon hält? Weiterlesen.

Wenn es auf dem Videospielmarkt eines nicht gibt, dann eine Dürre an Lego-Titeln. Es scheint inzwischen egal, welcher Filmtitel gerade erfolgreich ist, mit großer Sicherheit gibt es dazu ein Spiel von Lego. Und auch wenn sich die Titel sehr ähneln und vor allem für In-Game-Sammler sowohl Erfüllung als auch Albtraum sein müssen – schlecht sind sie nie. Die Mehrzahl dieser Spiele verlässt sich allerdings auf die Lizenz. Klar, kann man in großen Lettern Avengers oder Harry Potter draufschreiben, ist es eben auch zum großen Teil Selbstläufer. Mit Lego City Undercover versucht man sich am FSK-6-GTA und auch Lego Worlds verlässt sich eher auf den riesigen Spielekatalog des Spielzeugherstellers als auf eine dicke Lizenz.

Ich muss zugeben, ich habe einen Fehler gemacht. Ich ging davon aus, dass man bei Lego Worlds, ähnlich wie bei Minecraft, auf eine Map geworfen wird und dort einfach das frohe Bauen begint. Zing! Genau das passiert nicht. Als kleiner Astronaut bruchlandet man auf einem winzigen Startplaneten und damit beginnt das Tutorial. Das führt man auf dem nächsten Planeten fort. Und noch weiter geht es auf dem dritten Planeten. Und danach weiter. Und weiter. Puh.

Die prozedural generierten Planeten sind dabei schön anzusehen. Anders als bei den bisherigen Lego-Titeln ist hier wirklich alles (!) Lego. Selbst das Wasser besteht aus semi-transparenten Blöckchen. Mein erster Planet war dabei eine kleine Insel mit Piratenschiff und Schweinefarm. Das Spiel stellt die erste Waffe vor, mit der Tiere, Gebäude, Menschen oder Pflanzen kopiert und erneut in die Welt gewarped werden können. Damit man weiter zum nächsten Planeten und damit zum nächsten Teil des aufgeblähten Tutorials kommen kann, muss man goldene Lego-Blöcke sammeln. Diese bekommt man in der Regel dann, wenn man Einwohnern der jeweiligen Planeten weiterhilft. Die Aufgaben rangieren dabei von kleinen, witzigen Gefallen und den immer  selben Fleißaufgaben. Auf dem zweiten Planeten begeneten mir ständig Ureinwohner, die stets (!) dasselbe To-Do für mich bereit hielten: “He stuck. You rescue. Me give this.” Nach drei Stunden hatte ich auf dem dritten Planeten so sehr die Nase davon voll, dass ich aufgab. Ich verstehe, dass die Aufgaben dabei helfen sollten, die verschiedenen Waffen, mit denen man die Welt und die Umgebung formen und bebauen kann, kennenzulernen. Das entschuldigt allerdings nicht die Lieblosig- und Belanglosigkeit der Missionen, die einem das Spiel vorsetzt.

Hinzu kommt, dass auch das Navigieren zwischen den Waffen auf der Konsole krampfig und wenig intuitiv ist. Die Menüführung ist unnötig kompliziert und das Spiel nicht besonders gut darin, Kleinigkeiten zu erklären. Das zieht die sowieso schon langen Einführungen noch weiter in die Länge und setzt mit den uninspirierten Miniaufgaben dem ganzen die Krone der Langweiligkeit auf. Es gab schon längere Zeit kein Spiel mehr, das mich so sehr nervte, dass ich es nach wenigen Stunden beendete und von der Festplatte warf. Lego Worlds ist so ein Titel. Ich kann verstehen, wenn es SpielerInnen gibt, die die Suche nach den goldenen Legoteilen durchziehen, um dann – irgendwann – doch mal komplett ohne Stützräder auf die Welt losgelassen zu werden. Mir allerdings ist die Zeit dafür zu schade. Bin ja nun auch bald 30.

Veröffentlichungsdatum: Bereits erschienen
Originaltitel: Lego Worlds
Plattformen: PlayStation 4, Xbox One, PC
Genre: Aufbausimulation
Entwickler: Traveller’s Tales
Veröffentlicht von: Warner Bros.

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