Katharina Finke: “Loslassen”

Weniger ist mehr: Eine individuelle Geschichte vom Loslassen

Katharina Finke: Loslassen – wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte (Biographie)

Eine junge Frau, zwei Koffer, die Welt – davon handelt die Lebensgeschichte von Katharina Finke, Protagonistin des Buches und Autorin. Wie es zu dieser Reduktion kam und wie schwierig der Prozess vom Loslassen sein kann, erzählt sie direkt, offen und persönlich.

 

Katharina Finke lacht sympathisch von der Rückseite des Buches. Als Autorin und freie Korrespondentin für verschiedene Deutsche Medien ist sie keine Unbekannte. Spannend an ihrem beruflichen Alltag: Sie lebt jeweils an den Orten, über die sie berichtet. Dabei hat sie nur das Allernötigste mit im Gepäck. In gerade mal zwei Koffern hat das Leben der dynamischen, jungen Frau Platz.

 

Schön und funktional

Das schön designte Taschenbuch kommt schlicht und spritzig daher. Ein zusätzlich praktisches Detail: Klappdeckel als Buchzeichen. Im Ersteren verbirgt sich gar eine Weltkarte. So können Finkes Reisen gleich geographisch nachverfolgt werden. In der Mitte des Buches sind einige Fotos, die das Leben der modernen Nomadin illustrieren: Island, Indien, Portugal, China. Alles ist dabei. Textlich ist das Buch in acht Kapitel unterteilt, die mit prägnanten Titel hervorstechen. In einfacher Sprache berichtet Finke über ihr Leben. Zum Beispiel über das «Loslassen», «Innehalten» und «Festhalten».

 

Mutig und kritisch

Das Buch handelt grundsätzlich vom Leben einer mutigen Frau. Diese entscheidet, sich vom Konsum und Besitz loszumachen und ihrem Traum zu folgen: dem Entdecken von Kulturen und fremden Ländern. Sie trennt sich vom Partner, löst den Mietvertrag und lässt den grössten Teil ihres Besitzes hinter sich. Auf ihrem persönlichen Lebensweg hinterfragt sie nicht nur das gängige Konsumverhalten, sondern reflektiert auch immer wieder kritisch sich selbst.

 

Banal und ausschweifend

Leider kann der Titel «Loslassen» aber auch etwas irreführend sein. Die Leserin oder der Leser könnte annehmen, dass der Fokus der Publikation das minimalistische Leben und dessen Herausforderungen im Alltag sei. Dem ist jedoch nicht so. Eigentlich handelt es sich um eine Biographie. In dieser spielt der Minimalismus zwar auch eine Rolle, aber eben nicht als Hauptthema. Erzähltechnisch grenzt die Schreibweise stellenweise an banal und langatmige Ausschweifungen verleiten zum Weiterblättern. So berichtet Finke jeweils in lange Passagen über das Lernen von Kung-Fu oder warum der Chinesische Kaiser Steinsoldaten schuf. Handkehrum beschreibt sie nur punktuell, wie sie konkret mit ihrem minimalistischen Lebensstil an Grenzen stösst. Letztendlich ist «Loslassen» eine Mischung aus Reisebuch und Biographie einer jungen, modernen Frau. Als Ratgeber zu einem minimalistischen Lebensstil eignet sich die Publikation jedoch nicht.

 

Titel: Loslassen – wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte
Autorin: Katharina Finke
Verlag: Malik Verlag
Seiten: 224
Richtpreis: CHF 22.90

 

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