Markus Heitz: “Doors X – Dämmerung”

Labyrinth

Markus Heitz: Doors X – Dämmerung (Fantasy)

Die Suche nach der Millionärstochter Anna-Lena führt das Geo-Expertenteam nicht nur in ein verwirrendes Höhlensystem, das sich verändert, sondern auch durch Portale, an sonderbare Orte und in verschiedene Zeiten. So landen sie unter anderem im Jahr 2049; die nahe Zukunft sieht alles andere als rosig aus. Und von Anna-Lena fehlt weiterhin jede Spur.

 

Die zwanzigjährige Anna-Lena hat sich in einem Höhlenlabyrinth verirrt und ist dabei durch verschiedene magische Portale getreten. Ihr Vater Walter van Dam beauftragt ein Rettungsteam, zu dem unter anderem der Ex-Militär Viktor, die Höhlenkletterin Dana und der Parapsychologe Ingo gehören. Gemeinsam versuchen sie Anna-Lena zu finden.

Im Höhlensystem gelangen auch die sechs Teammitglieder rasch in die Halle mit den fünf Türen, die aktiviert als Portale an andere Orte, in andere Dimensionen und in andere Zeiten dienen. Sie werden sich jedoch nicht einig, durch welche Tür Anna-Lena am ehesten gegangen sein mag. – Aus dieser Ausgangslage entstanden auch die Bücher „Doors ?“ und „Doors !“

In „Doors X – Dämmerung“ überschlagen sich jedoch die Ereignisse, noch bevor das Team sich für eine Tür entscheiden kann: Sie werden angegriffen. Von einem Mischwesen aus Hund, Krokodil und Geist, das sich kaum töten lässt. Doch das ist noch nicht alles …

 

Verwirrend

In der Höhle befinden sich noch weitere Leute. Sie gehören zu einer geheimen Organisation und sollen das Rettungsteam aufhalten. Die Teammitglieder wissen bereits zu viel über diesen Ort und die Portale.

Während Dana den Leuten folgt, hält Viktor die Stellung und die anderen vier machen sich vorerst auf die Suche nach Anna-Lena.

Von den drei zur Debatte stehenden Türen wählen sie als erstes jedoch nicht die mit dem „X“ versehene, wie nach dem Buchtitel anzunehmen gewesen wäre. Hinter der (nicht aktivierten) Tür „!“ werden sie zunächst einmal eingeschlossen.

Als sie es schaffen, das Portal von der anderen Seite zu aktivieren, geraten drei der vier eingeschlossenen Teammitglieder nach Frankfurt ins Jahr 2049, wo alles über vermeintlich demokratische Abstimmungen entschieden wird: Fusionen, Nahrungsmittelpreise, Börsenkurse und Hinrichtungen! Und Anna-Lena scheint auch nicht da zu sein. Nun müssen sie also zurück und doch noch durch die Tür „X“.

 

Holprig

Während die beiden Doors-Bücher „Kolonie“ und „Blutfeld“ runde, in sich geschlossene, stimmige Geschichten bieten, die sich je an zwei Schauplätzen bzw. zu zwei Zeiten abspielen, so wird in „Dämmerung“ wild hin- und hergesprungen. Nach kurzer Zeit verliert man beim Lesen den Überblick darüber, wer wann durch welche Tür geschritten ist, welches Portal magisch aktiviert war, welches nicht – und letztlich sogar, wer sich derzeit wo befindet, warum und was er tut.

Spannend bleibt es dennoch, allerdings fehlt der Geschichte ein gewisser Rahmen, der alles zusammenhält. Vielmehr erscheint es beim Lesen, als ob man selber in diesem Labyrinth sei und allmählich die Orientierung verliere. – Wer weiss, vielleicht ist das ja beabsichtigt.

Die Aufteilung des Teams in Gruppen hat den Vorteil, dass ein bisschen weniger wild zwischen der Perspektive von allen Protagonisten hin- und hergewechselt wird. Dennoch gibt es diverse, teils recht willkürlich erscheinende Perspektivenwechsel von einem Satz zum nächsten.

Hinzu zu den vielen Perspektivenwechseln zwischen den Erzählerfiguren kommt hier auch immer häufiger ein auktorialer Erzähler, der nicht nur das ganze Geschehen zu der gegebenen Zeit überschaut, sondern auch Vorausblicke bietet. – Dieser Erzählstil bleibt auch nach drei Büchern noch gewöhnungsbedürftig.

Spannende Fantasy, rasantes Geschehen, aber etwas zu verzettelt, als dass es als einheitliche Geschichte wirken würde.

 

Titel: Doors X – Dämmerung
Autor: Markus Heitz
Verlag: Knaur
Erscheinungsjahr: 2018
Seiten: 288
Richtpreis: CHF 15.90

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