Aus der Steckdose

Der lange Weg zum grünen Strom

Der Stromverbrauch ist im Jahr 2018 in der Schweiz leicht gesunken. Gegenüber dem Vorjahr verminderte sich der Bedarf an elektrischer Energie um 836 Millionen kWh – dies entspricht gemäss dem Bundesamt für Energie (BFE) dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 167’000 Haushalten.

Allerdings, so teilt das BFE weiter mit, sei der Grund für den sinkenden Strombedarf vor allem das milde Winterwetter: weniger Heiztage gleich weniger Stromverbrauch. Andere Faktoren wie die Zunahme der Bevölkerung und das Wirtschaftswachstum hätten hingegen eher verbrauchsfördernd gewirkt.

Auch woher der Strom 2018 stammte, teilte das BFE mit:

  • Wasserkraftwerke: 55,4%
  • Kernkraftwerke: 36,1%
  • Rest (konventionell-thermische und erneuerbare Anlagen): 8,5%

Das ist alles insofern erfreulich, als dass der „Schweizer Strom“ relativ wenig Treibhausgase verursacht. Wie folgende Grafik zeigt, sind es vor allem Kohle- und Erdgas-Kraftwerke, die extrem viel CO2 verursachen und damit das Klima verändern.


Der grünste Strom ist immer noch derjenige, den man nicht braucht.

Kohle
Etwa 40% des weltweiten Strombedarfs werden aus Kohlekraftwerken gedeckt, vor allem China hat seit dem Jahr 2000 massiv auf die Karte Kohle gesetzt. Aber Kohlekraftwerke stossen extrem viel CO2 aus, je nach Art der Kohle und des Kraftwerks bis zu 1200 g pro kWh. Kein Wunder, gehen auch etwa 40% des globalen CO2-Ausstosses auf das Konto von Kohle. Somit müssen für einen wirksamen Klimaschutz die Kohlekraftwerke nach und nach abgeschaltet (und ersetzt) werden.

Erdgas
Je nach Typ von des Kraftwerks und Herkunft des verwendeten Gases, sind die CO2-Emissionen unterschiedlich. Während ein modernes Gas- und Dampfkraftwerk etwa 450 g CO2 pro kWh verursacht, liegt dieser Wert bei andern Typen bei 670 g CO2/kWh.

Kernkraft
Im Vergleich zu Kohle und Gas erscheint Strom aus Kernenergie richtiggehend sauber. Die Nachteile (radioaktive Abfälle, Gefahr eines schweren Unfalls, hohe Kosten) wiegen allerdings schwer.

Sonne
Sonnenwärmekraftwerke und Photovoltaikanlagen sind die beiden grundsätzlichen Typen, um aus Sonnenenergie Strom zu erzeugen. Aber gerade bei den Sonnenwärmekraftwerken gibt es viele zum Teil sehr unterschiedliche Arten. Daher die unterschiedlichen CO2-Emissionen. Diese entstehen jedoch kaum während des Betriebs selbst. Aber beim Bau der Anlagen oder bei der Produktion, zum Beispiel von Photovoltaik-Modulen, wird fossile Energie verbraucht. Des Weiteren hängt der gesamthafte CO2-Ausstosss auch vom Standort des Kraftwerks ab. An Orten mit viel Sonne ist dieser pro kWh produzierten Stroms tiefer.

Noch sauberer als Sonnenstrom ist Elektrizität aus Wind- und Wasserkraftwerken. Doch auch hier sind gewisse Probleme nicht ganz von der Hand zu weisen. Aspekte des Landschaftsschutzes sind insbesondere zu bedenken. Wasserkraftanlagen greifen zudem massiv in die lokalem Ökosysteme ein, zum Beispiel in dem sie die Wanderung von Fischen stören oder verhindern und die Strömungsverhältnisse komplett verändern.

Links

Medienmitteilung BFE

Infos zu CO2-Emissionen weltweit: Carbon Atlas

Erstmals publiziert wurde die Infografik übrigens auf unserem Instagram-Kanal.





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