Drei Fragen an…

LaLaLab.

Auf der 13. Langen Nacht der Computerspiele in Leipzig feierte auch das sympathische Spielekultur-Kollektiv LaLaLab seinen Einstand. Wer die Köpfe hinter dieser Initiative sind, wie die Premiere lief und was sie in Zukunft in Mitteldeutschland noch so alles vorhaben, versuchte RUDOLF INDERST (der auch vor Ort sein durfte) in einer kurzen Fragerunde zu klären.

Die LaLaLab-Crew 2019


RI: Guten Tag und vielen Dank, dass Ihr Euch die Zeit für unsere Fragen nehmt. Fangen wir doch einmal ganz grundsätzlich an: LaLaLab – woher kommt der Name und welche Programmatik verbindet sich damit?

LLL: Der Name war eigentlich ein ziemlicher Schnellschuss mit einer Flasche MioMio-Mate auf dem Tisch. Je länger wir aber darüber nachdenken, umso besser passt er eigentlich zu uns: verspielt wie wir, experimentierfreudig wie unser Ansatz und vielleicht auch ein kleines bisschen so verrückt wie unsere Vision: Wir wollen in Leipzig ein digital-analoges Spielefestival veranstalten, auf dem das Spiel in all seinen kulturellen Facetten stattfinden kann.

Im Lab kochte die Stimmung!

RI: Kommen wir einmal auf die 13. Lange Nacht der Computerspiele in Leipzig zu sprechen, die – wenn man so will – Eure Jungfernreise darstellte. Was habt Ihr alles an den Start gebracht, was hattet Ihr geplant und wie ist es dann schließlich gelaufen?

LLL: Da wir praktisch bei Null beginnen, sind wir uns unserer Grenzen relativ bewusst, insbesondere der finanziellen. Unser Weg zu einem Festival können daher nur viele kleine Schritte sein. Die Teilnahme an der Langen Nacht der Computerspiele waren gleich mehrere auf einmal. Mit unserem Spielkulturlabor wollten wir auf der Veranstaltung vor allem unsere Festivalidee im Kleinformat durchspielen, aber auch schauen, wie wir als Team funktionieren, mit unserer Zielgruppe ins Gespräch kommen, Kontakte knüpfen und dann noch Spaß dabei haben.

Konkret haben wir eine interaktive Ausstellung mit Spielen, die alternative Eingabemethoden nutzen, auf die Beine gestellt. Das klingt etwas sperrig, aber unsere Besucher*innen hatten viel Spaß dabei, Spiele durch ihre Stimme, das Pusten in Ventilatoren oder mit einem High Five zu steuern. Weiter hatten wir zwei super spannende Vorträge – einen von Dr. Stefan Schubert zum Thema „Räumliches Erzählen in Videospielen“ und dann deinen, Rudolf, zum Thema „Ideologie in Spielen“; beides sehr anschauliche Beiträge mit aktuellen Beispielen, die sehr viel Lust gemacht haben, tiefer in die Themen einzusteigen.

Verspielt, experimentierfreudig, verrückt

Außerdem haben wir ein kleines Unterhaltungsexperiment in Form einer Mitmach-Lego-Show gestartet. Bei dieser sind Leute aus dem Publikum mit selbstgebauten Trikes wilde Rennen gegeneinander gefahren, um den „Golden Trike Racing“-Pokal mit nach Hause zu nehmen. Eine ziemliche Gaudi.

Insgesamt sind wir super zufrieden mit dem Ablauf und haben viele positive Rückmeldungen aus unseren Gesprächen mit Publikum, Ausstellenden und Vortragenden bekommen. Wir können selber noch nicht so richtig fassen, dass dieser Plan so reibungslos aufgegangen ist – vermutlich Anfängerglück!

Spieleforscher Stefan Schubert sprach über “räumliches Erzählen in Spielen”

RI: Bleibt natürlich jetzt die Frage: Wie geht es jetzt weiter? Was sind Eure Pläne für die Zukunft?

LLL: Unsere Mission ist einfach: Wir wollen zeigen, dass das Spiel mehr kann, als Zeitvertreib zu sein und dazu allen Facetten des Spielens eine gleichberechtigte Bühne geben. Spielkulturlabore sind dabei unser Werkzeug, auf dem Weg zum Festival uns selbst und verschiedene Veranstaltungsformate ausprobieren zu können. Gut möglich, dass wir dieses Jahr schon ein weiteres Labor organisieren. Wir sind zur Zeit in Gesprächen mit möglichen Kooperationspartnern aus der Region, die Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet haben. Mal schauen, was sich daraus ergibt. Im Sommer gehen wir auf jeden Fall gemeinsam in Klausur. Bei uns heißt das, neben der ganzen Arbeit vielleicht auch einfach mal zusammen nur etwas zu spielen, ganz ohne Kulturgedanken dahinter.

Vielen Dank für das Gespräch – wir wünschen Euch natürlich weiterhin viel Erfolg und freuen uns auf ein volles Jahr 2020!

KONTAKT zum LaLaLab gesucht? Gleich hier entlang:

Webseite: http://www.lala-lab.de // Twitter: @lalalab_leipzig // FB: @lalalableipzig





Rudolf Inderst

*1978 in München. Studierte Poltikwissenschaften in München und Kopenhagen. Arbeitet aktuell an seiner zweiten Dissertation. Übernimmt Verantwortung als Ressortleiter für digitale Spiele hier bei nahaufnahmen.ch. Holt sich blaue Flecken im Krav Maga. Liebt Stanislaw Lem, Hörspiele und Podcasts. Spielt Videospiele seit etwa 35 Jahren. Trägt gerne Bart.

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