Geschichtenerzähler.

Ein Gespräch mit Fabian Mauruschat

(c) Julian Brügmann

Fabian Mauruschat studierte Geschichte, Germanistik und Sozialpsychologie in Bochum. Heute lebt er als freischaffender Journalist sowie Comic-Texter in Wuppertal und hat sich an eine „kleine Geschichte“ der digitalen Spiele in Buchform gewagt. Grund für RUDOLF INDERST, ihn zu einem kurzen Plausch zu laden. 

Rudolf Inderst (RI): Lieber Herr Mauruschat, bitte stellen Sie sich zunächst unseren Leser:innen kurz vor und schildern Sie uns bitte, wo Sie sich auf der Landkarte der Spielforschung selbst verorten.
Fabian Mauruschat (FM): Als Spielejournalist und Historiker sehe ich mich an der Schnittstelle zwischen Forschung und dem breiten Publikum. Spiele – digitale ebenso wie analoge – haben eine lange und faszinierende Kulturgeschichte, sie vermitteln Wissen, transportieren Weltbilder und entwickeln sich geradezu beim Zusehen. Das der Öffentlichkeit zu zeigen, die mittlerweile ja zum größten Teil aus Gamer:innen besteht, ist mit ein Anliegen und eine große Freude.

RI: Nun würde uns natürlich brennend interessieren, wie es zu Ihrer Themenfindung bzw. der Umsetzung in ihrem Buch Eine kleine Geschichte der Videogames. Von Tetris bis Cyberpunk 2077 kam?      
FM: Ich hatte dem Riva-Verlag eine Zusammenarbeit für ein anderes Projekt vorgeschlagen, das erst einmal auf Eis gelegt wurde. Als wir über die Buchreihe „Eine kleine Geschichte …“ – der Kneipe, des Bergsteigens und des Scheiterns waren schon erschienen – sprachen, schlug ich als weiteren Teil Eine kleine Geschichte der Videogames vor. Zack, Buchvertrag. Der Rest war viel Recherche- und Schreibarbeit.

RI: Wo informieren Sie sich als Autor über digitale Spiele und welche Quellen können Sie unseren Leser:innen empfehlen, wenn sie sich eingehender mit digitalen Spielen beschäftigen möchten? Denken Sie da bitte ruhig breit – Podcasts, Print, Twitcher:innen?      
FM: Twitter ist für mich immer eine gute Info-Möglichkeit, auch wenn ich hier täglich mit unangenehmen Nachrichten zur Weltlage konfrontiert werde. In meinem Feed landen immer wieder interessante Links und Threads, unter anderem von @WASTED_Magazin oder der Historikerin Aurelia Brandenburg. Auf https://www.videospielgeschichten.de/ – wo ich selbst schon einen Artikel veröffentlicht habe – gibt es immer wieder spannende Texte zur erlebten Gamesgeschichte.  

RI: Herr Mauruschat, herzlichen Dank für das Gespräch!

 

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Rudolf Inderst

*1978 in München. Lebte in Kopenhagen und verliebte sich. Doppelt promoviert, übernimmt er Verantwortung als Ressortleiter für digitale Spiele hier bei nahaufnahmen.ch. Liebt Stanislaw Lem, Hörspiele und Podcasts. Spielt Videospiele seit etwa 40 Jahren. Lehrt als Professor für Game Design mit dem Schwerpunkt Game Studies / Spielanalyse / Game Business an der IU und krault sich gerne seinen Bart.

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