Du bist, was Du isst.

Ein Kochbuch zeigt, wie Ernährung & Spielen Hand in Hand gehen

 

Auf meinen Runden über die gamescom 2022 in Köln fiel mir plötzlich ein Printprodukt in die Hand – ein Kochbuch! Hinter Gamer’s Kitchen stecken Fabian und Rafael, die ich mir gleich für ein paar Fragen zu ihren ludo-kulinarischen Ideen krallen konnte.

Rudolf Inderst (RI): Lieber Fabian, lieber Rafael, bitte stellt Euch zunächst unseren Leser:innen kurz vor und schildert uns doch, wo Ihr Euch auf der Landkarte der Spiel- wie Kochkultur selbst verorten würdet.

Fabian (F):  Moin, ich bin Fabian (25), Gamer seit ich denken kann. Meine Lieblingsspiele sind Dark Souls, Borderlands und Path of Exile. Spiele aber grundsätzlich alles, was nicht bei drei auf dem Baum ist. Ich fotografiere privat und beruflich. Im Job haben Rafael und ich uns auch kennengelernt.

Rafael (R): Ich bin Rafael (48), komme mitten aus dem Ruhrgebiet und spiele Schach. Meine DNA ist die Küche und meine Beuteschema gutes Essen in allen Variationen. Vor Gamer’s Kitchen kannte ich nur die Spiele meines Sohnes auf der PS4. Das hat sich glücklicherweise geändert. 

RI: Nun würde uns natürlich brennend interessieren, wie es zu Eurer Themenfindung bzw. der Umsetzung in Eurem Buch Gamer’s Kitchen kam? Dass das Thema gesunde Ernährung und Telespiel – wenn man so möchte – ziemlich präsent in den General Media ist müssen wir ja nicht extra unterstreichen. Bitte verratet uns auch, welches Euer persönliches Lieblingsrezept der insgesamt 50 ist?       

F: Meine Oma Ernie war die älteste Zockerin der Welt und die beste Köchin obendrein. Jeden Sonntag gab es Erbsensuppe und Gulasch mit Püree. Gezockt wurde auch: NES und N64 – Majora’s Mask und Bomberman 64. Gutes Essen und Spielen gehörte zu meiner Erziehung. So kam die Idee zu Gamer’s Kitchen.

R: Als Foodfotograf und Koch war diese Idee eine neue Challenge. Die Bildsprache, der Look, das Feeling und natürlich die Entwicklung der Rezepte standen im Vordergrund. Es war mir wichtig, dass es richtig gut funktioniert. Ich habe gekocht und Fabian hat es gegessen. Gamer’s Kitchen ist also „Gamer Approved“. Mein Favorit ist die Kichererbsensuppe mit Sucuk, drei Zutaten; ein Topf und sehr lecker.

F: Mein Go-to-Snack ist das Vollkorntoast mit Frischkäse-Himbeeren und weißer Schokolade. Das geht immer! 

RI: Ein schönes Projekt! Und würde jetzt auch interessieren: Wie sah es denn hinter den Kulissen aus? Gab es da in etwa eine Zusammenarbeit z. B. mit Ernährungsberater:innen oder Fachärzt:innen?       

R: Ich bin Koch, Küchenmeister, diätetisch geschulter Koch nach DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung). Die Rezepte sind an erster Stelle lecker. Ich habe drauf geachtet, dass es schnell zubereitet ist und wir mit möglichst wenig Equipment auskommen.

F: Mir als Gamer war es besonders wichtig, dass die Rezepte meine Performance beim Zocken verbessern und im „Einhandmodus“ essbar sind.

R: Alle Zutaten sind alltagstauglich und in jedem Supermarkt erhältlich. Der QR-Code für jedes Rezept macht das Einkaufen easy. Ich habe eine sehr ausgewogene, schnelle Küche für Gamer’s Kitchen entwickelt. Der „Kitchendex“ liefert viele Nährwert-Angaben und Hintergründe. 

Fotogalerie

RI: Was werden wir als nächstes erwarten können? Einen Band über Sieger.Innen-Cocktails vielleicht? Was könnt Ihr uns bereits verraten?       

R: Es liegen schon einige Ideen auf dem Tisch, wir wollen der Gaming-Branche treu bleiben; schließlich gefallen mir die Vibes in der Community.

F: Ich arbeite am Diamond-Rank in Valorant und mache schon Fortschritte. Tatsächlich ernähre ich mich seit Gamer’s Kitchen besser und spüre es auch.

R: Vielleicht machen wir ein Lösungsbuch für den Cooking Simulator

 

RI: Vielen Dank für das Gespräch und Euch stets die richtigen Zutaten!

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Weiterführende Informationen:
Instagram: gamers_kitchen_official




Rudolf Inderst

*1978 in München. Lebte in Kopenhagen und verliebte sich. Doppelt promoviert, übernimmt er Verantwortung als Ressortleiter für digitale Spiele hier bei nahaufnahmen.ch. Liebt Stanislaw Lem, Hörspiele und Podcasts. Spielt Videospiele seit etwa 40 Jahren. Lehrt als Professor für Game Design mit dem Schwerpunkt Game Studies / Spielanalyse / Game Business an der IU und krault sich gerne seinen Bart.

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