Eine Peinlichkeit namens Köppel

Jeder Zirkus braucht sein Äffchen – anscheinend auch unser Parlament. SVP-Nationalrat Roger Köppel hat diese Rolle bereits bei der ersten Sitzung bereitwillig an sich gerissen, und spielt sie seither mit nervtötender Inbrunst. Dass das Äffchen dabei nur hysterisch kreischt und seine Opfer nicht auch noch mit wildem Blick an den Haaren zieht, ist dabei kaum ein Trost – zum Davonlaufen ist seine Nummer für Politiker, welche die Bedeutung ihres Amtes auch nur halbwegs verstehen, auch so schon. Eine polemische Antwort auf die jüngste verbale Entgleisung.

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10 Schwächen in Staffel 5 von Game of Thrones

Wer hätte gedacht, dass „Game of Thrones“, eine der vielversprechendsten TV-Serien des neuen Jahrzehnts, zur Mitte der fünften Staffel das gleiche Schicksal ereilen würde wie einst die Gäste seiner blutigsten Hochzeitsszene, dem ‚Red Wedding‘. Die Produzenten David Benioff und Dan Weiss fahren ihre Adaption von George RR Martins Fantasyreihe in der fünften Staffel mit bemerkenswerter Systematik gegen die Wand.

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Genre-Polygamie am NIFFF 2014

Das NIFFF ist – nicht nur, aber auch – ein Trödelladen im besten Sinn des Wortes, ein Kuriositätenbasar, der aus der Festivallandschaft heraussticht wie ein Comic-Buchladen in einer Shoppingmeile. Wer heute Filme abseits des angeblichen Publikumsgeschmacks machen will, steht oft Jahre für finanzielle Mittel Schlange. Doch am NIFFF findet man sie, die Kinder von Filmemachern mit ungewöhnlichen, seltsamen, bizarren Ideen.

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„We need to talk about Kevin“ von Lynn Ramsay

In Lynn Ramsays brillianter Adaption von Lionel Shrivers Bestseller „We need to talk about Kevin“ entfaltet sich der Horror ohne Satansvaterschaft und Splattereffekte. Das schonungslose Drama über die dunklen Seiten des Eltern-seins ist harte Kost – aber auch einer der sehenswertesten Filme der letzten zwei Jahre.

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NIFFF 2012 – Asiatischer Wettbewerb

Aceattorney

Der asiatische Wettbewerb bot dieses Jahr eine gute Mischung aus neuen Namen und altgedienten Meistern – so richtig zu überzeugen wusste die Auswahl leider trotzdem nicht. Die Beitrage schienen mehrheitlich auf gute Unterhaltung ohne grössere Ambitionen geeicht, was für den Preis aber ohnehin keine Rolle spielte. Wie jedes Jahr wurde dieser ohnehin vom Publikum vergeben, und wie immer gewann eine Komödie. Könnte ein echter Jurypreis zu einer mutigeren Auswahl führen? Wir wissen es nicht und gaben uns halt mit unorthodoxen Gerichtsverfahren, schwarzem Humor und mindestens einem echten Heuler zufrieden.

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NIFFF 2012 – Internationaler Wettbewerb

Citadel

Obwohl uns dieses Jahr kein Film strahlend aus den NIFFF-Kinos kommen liess, darf sich das NIFFF 2012 eines vielseitigen Wettbewerbprogramms rühmen. Der erste Eindruck, viel Horror nach bekannten Mustern zu sehen zu bekommen, bestätigte sich nur halb; einige Filme waren sich der Genreklischees durchaus bewusst und umgingen diese geschickt oder spielten neckisch mit ihnen. 7 der 13 Filme im Internationalen Wettbewerb schafften es in unser vollgepacktes Festivalprogramm – darunter auch der Gewinner.

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Christian Heller: “Post-Privacy”

Niemand weiss so viel über uns wie das Internet. Es weiss, wo wir wohnen, was wir mögen, was wir kaufen, womit wir uns beschäftigen. Und es weiss dies alles nicht nur, sondern erzählt es auch jedem weiter, der danach fragt. Blogger Christian Heller geht in seiner lehrreichen Analyse zum Niedergang der Privatsphäre der Frage nach, ob das denn wirklich so schlimm ist.

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„Boardwalk Empire“ von Terence Winter

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Der illegale Handel mit Alkohol während der Prohibitionszeit und die Geburt des organisierten Verbrechens an der Ostküste der USA stehen im Zentrum der HBO-Serie „Boardwalk Empire“. Das starbesetzte Epos um den korrupten Stadtkämmerer Nucky Thompson und dessen Geschäfte mit der New Yorker und Chicagoer Mafia gehört zum Besten, was derzeit für das amerikanische Pay-TV produziert wird.

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„Shame“ von Steve McQueen

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Sexsucht hat es schwierig, als psychische Störung ernst genommen zu werden. Die Gesellschaft verkauft uns Lust und häufigen hemmungslosen Sex als Kernzutat für ein gesundes und glückliches Leben – wie kann zu viel davon also etwas Schlechtes sein? Der zweite Film des britischen Regisseurs Steve McQueen führt gerade diesen Fehlschluss vor Augen und zeigt, dass Sexsucht mit der Lust nach Sex etwa so viel zu tun hat wie Alkoholsucht mit Durst.

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„Tödliche Bekenntnisse“ von Jacques Audiard

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Nach dem Festivalerfolg von „Un prophète“ 2010 erstaunt es nicht, dass Jacque Audiards frühere Filme einen neuen DVD-Release bekommen. Darunter ist auch „Tödliche Bekenntnisse“, ein stimmungsvoller kleiner Thriller über ein ungleiches Gangsterpaar.

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„Hugo“ von Martin Scorsese

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Ein kleiner Waisenjunge, der im Uhrenturm eines Pariser Bahnhofs wohnt und für die Instandhaltung der mechanischen Bahnhofsuhren verantwortlich ist, rettet die Filme des französischen Kinopioniers George Méliès vor der Vergessenheit. Ein Kinderfilm über das fantastische Stummfilmkino des frühen 20. Jahrhunderts – kann das gut gehen? Obwohl mit Martin Scorsese ein mehr als fähiger Regisseur hinter dem Projekt steht, lautet die Antwort leider nein.

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„Trust“ von David Schwimmer

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Im Internet ist nicht jeder der, der er zu sein vorgibt. Gerade Teenager, die sich dessen nicht bewusst sind, machen oft schmerzliche Erfahrungen mit Onlinebekanntschaften. Immer wieder fallen sie auch Pädophilen zum Opfer, die sich als Gleichaltrige ausgeben und sich mit ihnen anfreunden. „Trust“ erzählt die Geschichte eines 14-jährigen Mädchens, das sich mit ihrer Onlinebekanntschaft trifft – und bald die ganze Welt gegen sich hat.

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Die besten Filme 2011

Best movies 2011

2011 war, so sind sich Kritiker einig, ein gutes Kinojahr. Unsere diesjährige Top 10 des Jahres enthält allerdings einige Filmperlen, die es leider gar nicht in unsere Kinos geschafft haben. Ein Grund mehr, dem Schweizer Kinoprogramm weniger zu vertrauen als uns.

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Gedanken zum Unterbruch der Konkordanz

bundesratswahlen 2011

Die grösste Partei der Schweiz steckt in einer Krise: Sie hat fast 10% ihrer Wähler verloren, scheiterte beim Versuch, im Ständerat besser vertreten sein, und verpasste es, einen zweiten Bundesratssitz zu erobern. Um ihr Gesicht zu retten, tut die Partei alles, um sich als Opfer darstellen. Die Schuld am Debakel trägt sie aber selber.

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Gedanken zum Trauerspiel Bundesratswahlen 2011

SVP Konkordanz

Vier Jahre lang hat die SVP, nachdem sie zwei gute und mehrheitsfähige Bundesräte aus der Partei warf, gejammert und geklagt, die anderen Parteien stellten sich gegen das Konkordanzprinzip. Jetzt, nachdem die Abstrafung für den fehlenden Anstand der Partei ausgestanden ist und ihr alle anderen Parteien den verdienen zweiten Sitz zugestehen wollen, tritt die SVP selbst die Konkordanz mit Füssen – und behauptet, als tue sie genau das Gegenteil.

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