Silberblicke in die Geschichte

Wie kam das Silber in die Welt? Und wie bekam es seinen abstrakten Wert zugesprochen, der stets nur den Zweiten zu küren erlaubt? Das sind zwei Fragen, denen man soweit nachgehen kann, bis man eine kleine Kulturgeschichte des Menschen und seines Bewusstseins sich vor einem entfalten sieht.

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Intelligenz der Technik

Nicht nur in Science-Fiction-Filmen erfährt man, was künstliche Intelligenz ist. Schon längst hat der Begriff den Weg in unseren Alltag gefunden. Man spricht von intelligenten und vernetzten Systemen oder auch von Smart Objects – was mit “intelligente Objekte” übersetzt wird. Sind diese Objekte wirklich intelligent und welche Rolle spielt der Mensch schliesslich in diesem technisch autonomen Umfeld?

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Promenadologie

Der inziwschen emeritierte Professor für Soziologie der Universität Basel Ueli Mäder hat in den vergangenen Jahren zum Thema der Hafen- und Stadtentwicklung ein zwei Bände umfassendes, prominentes und nicht weniger kritisches Buch herausgegeben. Mit dem Titel “Raum und Macht“ kreist es den Themenkomplex ein und eröffnet einen Diskurs, der nach dem Nexus von Machtstrukturen und der Nutzung des öffentlichen Raumes fragt. “Die Stadt zwischen Vision und Wirklichkeit“ – so der Untertitel und weiter: „Leben und Wirken von Lucius und Annemarie Burckhardt“. Und der darin erwähnte Soziologe, Philosoph und Kunsthistoriker mit Namen Lucius Burckhardt ist gleichtzeitig eine prägende Figur in der Entwicklung der Spaziergangswissenschaften oder auch Promenadologie.

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Ein neues Kapitel des Kapitals?

Die lange Nacht des BGE – welche am Montag, den 2. Mai 2016, also einen Tag nach dem Tag der Arbeit im Foyer des Theater Basel über die Bühne ging – zeigt eines sehr deutlich: Befürworter wie Gegner sehen sich in der Debatte nicht nur mit einer zukunftsträchtigen und wegweisenden Idee konfrontiert, die sie zwingt sehr grundsätzlich darzulegen und zu entscheiden – sondern auch mit einer Idee, die gleichzeitig ganz nah am Menschen, der Gesellschaft und der Politik liegt und diese miteinander und zusammen zu denken gezwungen ist. Denn nein, nicht Details gilt es hier zu klären, sondern Grundsätze: was für ein Bild des Menschen man in sich trägt, welche Gesellschaftsformen der heutigen Zeit noch oder wieder gerecht werden und was die Aufgabe der Politik eines Staates ist, der Humanität und Menschenrechte als oberstes Kriterium und Prinzip setzt. Nicht nur weil damit einiges über das Menschenbild, das man hat, ausgesagt wird, sondern weil damit eine Grundsatzdebatte losgetreten wird, die den heutigen Staat und die gesamten mit ihm zementierten Machtverhältnisse und die Frage nach der menschlichen Freiheit neu zu denken erlaubt.

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Eine Peinlichkeit namens Köppel

Jeder Zirkus braucht sein Äffchen – anscheinend auch unser Parlament. SVP-Nationalrat Roger Köppel hat diese Rolle bereits bei der ersten Sitzung bereitwillig an sich gerissen, und spielt sie seither mit nervtötender Inbrunst. Dass das Äffchen dabei nur hysterisch kreischt und seine Opfer nicht auch noch mit wildem Blick an den Haaren zieht, ist dabei kaum ein Trost – zum Davonlaufen ist seine Nummer für Politiker, welche die Bedeutung ihres Amtes auch nur halbwegs verstehen, auch so schon. Eine polemische Antwort auf die jüngste verbale Entgleisung.

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Joe Sacco

Das Cartoonmuseum in Basel widmet derzeit eine Ausstellung dem Comic-Journalisten Joe Sacco. Er hat wie kein zweiter vor ihm das Genre geprägt, lässt sich aber gleichzeitig auch in eine Reihe mit den wichtigen Vertretern des Gravic Novel stellen, welche die Form des Comic gewählt haben, um das letztlich Unfassbare zur Sprache zu bringen. Was ist die Faszination an einem Journalisten, der in seinem Werk die Sprache und Grammatik von gezeichneten Bilder wählt, um das aufzuzeigen – was unter anderem zu den schrecklichsten Verbrechen und Katastrophen der Menschheitsgeschichte führt. Dazu hat eine Retrospektive, welche den Weg bis in die Gegenwart beschreibt, einen gekonnten und umfassenden Abriss zu dem Zeichner und Reporter entworfen.

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Verdichtete Erkenntnisse

„Philosophen sind Gewalttäter, die keine Armee zur Verfügung haben und sich deshalb die Welt in der Weise unterwerfen, dass sie sie in ein System sperren.“ In dieser Weise bringt es Robert Musil – der Verfasser des bahnbrechenden Romans „Der Mann ohne Eigenschaften“ – sehr schön auf den Punkt. Die in diesem Zitat angedeutete Gewalt, die der Philosoph, der sich als rationaler Wissenschaftler versteht, der Wirklichkeit antut, lässt ihn davor zurückschrecken, seiner Weltanschauung mit den Mitteln der Philosophie Ausdruck zu verleihen. Ganz offensichtlich muss Musil klar gewesen sein, dass man so der Welt in ihrer Ganzheit nicht gerecht werden kann. Stattdessen wählte er die Dichtung und wo er sich auf wissenschaftliches Terrain begab, einen essayistischen Stil. Doch was steht hinter dieser Wahl und dem Konzept des Essayismus?

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Gedankensplitter

Es gibt bis heute keine sehr umfängliche Aphorismusforschung. Erscheinen sie doch in der Kürze ihrer Form mehrheitlich als Stiefkind des philosophischen Gedankens. Zu unrecht wie hier vorweg genommen werden kann. Sie entspringen letztlich aus dem Konflikt zwischen sinnlicher und reflexiv nicht fassbarer, rein ästhetischer Erfahrung und prägnanter nichtsdestotrotz fixierter und sinnhafter Fassung. Und gerade ihre vermeintliche Kürze, aus der sich ihre Wirkung ableitet, macht sie zu kleinen Pfeilen in die jeweilige Gedankenwelt eines geneigten Lesers – entfalten sich in ihm und führen ihn über das Perplex, die seine eigene Kreativität stimulieren, zu neuen Einsichten.

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Bedingungsloses Grundeinkommen

Vor etwa einem Jahr erschien bei nahaufnahmen.ch ein Artikel über das bedingungslose Grundeinkommen – der die Gedanken und Grundwerte des BGE skizziert. Doch ernsthaft darüber gesprochen wird kaum. Kein Wunder, denn es forderte ein Umdenken in Werten, die lange und vielleicht auch zu lange fester Bestandteil unseres eigenen Selbstverständnisses waren – und so wird meist als Utopie oder Spinnerei abgetan, was nicht oder nur teilweise zu Ende gedacht ist. Zeit also wieder ernsthaft darüber zu sprechen.

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