Intelligenz der Technik

Nicht nur in Science-Fiction-Filmen erfährt man, was künstliche Intelligenz ist. Schon längst hat der Begriff den Weg in unseren Alltag gefunden. Man spricht von intelligenten und vernetzten Systemen oder auch von Smart Objects – was mit „intelligente Objekte“ übersetzt wird. Sind diese Objekte wirklich intelligent und welche Rolle spielt der Mensch schliesslich in diesem technisch autonomen Umfeld?

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Verdichtete Erkenntnisse

„Philosophen sind Gewalttäter, die keine Armee zur Verfügung haben und sich deshalb die Welt in der Weise unterwerfen, dass sie sie in ein System sperren.“ In dieser Weise bringt es Robert Musil – der Verfasser des bahnbrechenden Romans „Der Mann ohne Eigenschaften“ – sehr schön auf den Punkt. Die in diesem Zitat angedeutete Gewalt, die der Philosoph, der sich als rationaler Wissenschaftler versteht, der Wirklichkeit antut, lässt ihn davor zurückschrecken, seiner Weltanschauung mit den Mitteln der Philosophie Ausdruck zu verleihen. Ganz offensichtlich muss Musil klar gewesen sein, dass man so der Welt in ihrer Ganzheit nicht gerecht werden kann. Stattdessen wählte er die Dichtung und wo er sich auf wissenschaftliches Terrain begab, einen essayistischen Stil. Doch was steht hinter dieser Wahl und dem Konzept des Essayismus?

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Gedankensplitter

Es gibt bis heute keine sehr umfängliche Aphorismusforschung. Erscheinen sie doch in der Kürze ihrer Form mehrheitlich als Stiefkind des philosophischen Gedankens. Zu unrecht wie hier vorweg genommen werden kann. Sie entspringen letztlich aus dem Konflikt zwischen sinnlicher und reflexiv nicht fassbarer, rein ästhetischer Erfahrung und prägnanter nichtsdestotrotz fixierter und sinnhafter Fassung. Und gerade ihre vermeintliche Kürze, aus der sich ihre Wirkung ableitet, macht sie zu kleinen Pfeilen in die jeweilige Gedankenwelt eines geneigten Lesers – entfalten sich in ihm und führen ihn über das Perplex, die seine eigene Kreativität stimulieren, zu neuen Einsichten.

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Von den Rändern her denken

Nach der Auffassung von Jacques Derrida ist Kultur als ein vielschichtiges hybrides System gerade von aussen und vom Rand her zu denken, um Zonen der Interaktion und des Austauschs zu schaffen. Was bedeutet es also die Kultur von ihren Rändern her zu denken? Zunächst einmal feste Zentren und stabile Grenzen zu destabilisieren, eine Öffnung zu erzielen – um so von aussen her neue Impulse setzen zu können.

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Grenze und Fragment

Was ist ein Fragment? Als eine ästhetische Idee verstanden, die es ermöglicht eine neue Konzeption von Kultur zu skizzieren, will es in seiner Form gleichzeitig unvollendet und zerbrochen gedacht sein – doch im selben Zuge verweist es über seine Grenzen hinaus auf das Ganze und Vollkommene. Es gilt also einerseits sich von diesem teilweise zu verabschieden als auch das Phänomen der Grenze und der Grenzbereiche in den Blickpunkt zu rücken: was geschieht an diesen eigentümlichen Nicht-Orten, wo das Ganze in seine Teile aufbricht und der Teil zugleich als ein Ganzes gedacht werden muss? Ein Versuch.

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Bruno Latours Kollektive

„Die Menschen sind nicht mehr unter sich“ schreibt der Soziologe und Wissenschaftsforscher Bruno Latour in seinem Buch „Die Hoffnung der Pandora“. Im Kern dieses Satzes liegt eine Provokation Latours, die sich gegen die modernen Handlungstheorien richtet. Diese gehen davon aus, dass Handlungen als motivierte und intentionale Aktionen in all ihren Ausprägungen letztlich nur dem Menschen zugeschrieben werden können, mit Hilfe derer dieser seine Interessen und Motive im Kontext eines intersubjektiven Netzes auszuhandeln vermag. Doch Latour begreift darüber hinaus die Dinge in ihrer eigenen Dinghaftigkeit in einem Zusammenhang, welcher nicht mehr in einfachen Subjekt-Objekt-Relationen aufgeht. Die konkrete Beziehung zwischen Subjekt und Objekt wird in diesem Fall – unabhängig von den ihnen kulturell festgelegten Funktionen – durch eine den Dingen eigene Präsenz und ihre nicht restlos gefügige Materialität mit-strukturiert. Und so kann ihnen eine spezifische Agency oder Handlungsmacht im Gefüge einer Gesellschaft zugesprochen werden.

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Ich-Dinge

Es scheint angebracht in einer Zeit, in der materielle Werte über den Menschen und sein Bewusstsein zu herrschen scheinen, einen Ausflug in den kulturphilosophischen Zweig der „Materiellen Kultur“ zu wagen. Wie bestimmen Dinge als konkrete Aktanten unser Tun und Werden, unser Sein und Bewusstsein? Das Folgende indessen als der Versuch zu lesen, in einer Gegenüberstellung von Dingen und Bewusstsein eine Beziehung herauszuarbeiten, die unser Verhältnis spiegelt, in das wir zu den Dingen treten, die uns umgeben.

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Wirklichkeitsräume – Möglichkeitsräume

Das Folgende soll als der Versuch gelten das Verhältnis von ästhetischer und ethischer Erfahrung anhand von drei exemplarischen Kunstwerken auszuloten: einer Performance, einer Aufführung und einer Installation: Es zeigt sich, dass diese einerseits auf gewisse Kipp-Momente angelegt sind und abzielen, in denen die ästhetische Erfahrung in eine ethische umschlägt, andererseits sich den konkreten Rahmensetzungen entziehen, wie dies im Zusammenhang mit Voraussetzungen, Erwartungen und Haltungen, die an eine jeweilige Realität herangetragen werden, der Fall sein muss, um sich in und zu ihr verhalten zu können. Der Kippmoment wie der Schwebezustand sind für die drei in der Folge herangezogenen Beispiele in diesem Sinne konstitutiv.

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Fassung!

Das Gefühl, gleich vor Wut zu explodieren, vor Peinlichkeit oder Scham im Boden zu versinken, vor Schreck und Hilflosigkeit schier die Fassung zu verlieren, zählt wohl jede Person zu ihrem Erfahrungsschatz. Jeder von uns hat einen Begriff davon, was Fassung ist, doch meist wird die Fassung erst dann ersichtlich, wenn wir ernsthaft um sie besorgt sind. Was hat es mit ihr auf sich? Und: Was verrät die Fassung über uns selbst und uns als Mitmenschen?

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Sprache & Gewalt – drittes Fraktal

Einer jeglichen Kategorisierung in der und durch die Sprache liegt mitunter ein gewaltsames Moment zugrunde, indem diese normt, abstrahiert, den originären Moment in den Zustand einer be-greifbaren Verallgemeinerbarkeit überführt. „Eine Sprache die sich ohne die geringste Gewalt hervorbrächte, würde nichts de-terminieren, nichts nennen und dem Anderen nichts bieten; sie wäre nicht Geschichte und zeigte nichts: in allen Bedeutungen des Wortes, zunächst aber in seiner griechischen Bedeutung, wäre es eine Rede ohne Satz,“ wobei Satz in seiner ganzen Blösse als Gestalt- und Gesetzgebung gelesen werden kann.

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Sprache & Gewalt – zweites Fraktal

Eine Lektüre von Nietzsches Aufsatz „Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne“ gibt bezüglich Nietzsches Auffassung des Verhältnisses von Subjekt, Wirklichkeit und Sprache besonderen Aufschluss: Für Nietzsche gibt es letztlich nur nicht-identische Relationalität, Perspektive und Pluralität: die Zeichen-Welt und „ewige Horizonte“. „ (…) nein gerade Thatsachen gibt es nicht, nur Interpretationen.“ Für Nietzsche ist die innere Struktur der Wirklichkeit ein nicht-identisches Relationsgefüge. Die Welt besteht nach ihm aus einem Ensemble von vielen Einmischungen, Hineindichtungen – die wir nichtsdestotrotz für wahr nehmen.

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Sprache & Gewalt – erstes Fraktal

Es gilt zunächst die Begrifflichkeit des Diskurses auf einer Meta-Ebene zu verorten, die gleichzeitig das Sprechen in all seinen Ausprägungen formt und bestimmt. Foucault bekundet eingangs seiner Inaugural-Vorlesung seine Schwierigkeiten – und vielleicht kann man auch von Aversionen oder Angst reden – den Diskurs zu eröffnen, mit dem Sprechen zu beginnen: Er spricht von einer „Unruhe, in die gefährliche Ordnung des Diskurses einzutreten.“

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