Entgrenzung in der Zeit

Insofern Prozesse, wie sie die Zeit des Karnevals initiiert, ihre Wirkkraft über die Auflösung von gängigen Wertvorstellungen entfalten, gilt es ihre implizit subversiven Energien auf die Spur zu kommen. Verzeitlichung erweist sich als konstitutiv für den Vollzug von kulturellen Prozessen und Vorgängen im öffentlichen Raum (wie sie der Karneval ermöglicht), aber auch für Interaktionen zwischen politischen, sozialen und kulturellen Sichtweisen und die letztlich darin implizite Dezentrierung der Machtverhältnisse.

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Kreative Ich-Positionen

Aus gegebenem Anlass, die Ästhetisierung des Subjekts in unserer postmodernen Gesellschaft nachzuvollziehen, wird hier das Verhältnis von Kunst und realem Leben, Wissenschaft und Kunst, sowie von realem Leben und Wissenschaft unter dem Vorzeichen der Performativität betrachtet, um den Akzent auf die kreative Entfaltung von Subjektpositionen zu legen. Durch die Eröffnung dieser Trias (in welcher mitunter und nicht ohne Zufall Jacques Lacans Konzeption des Realen, Symbolischen und Imaginären anklingt) werden diese Bereiche in ihrer gegenseitigen Bestimmung und Durchdringung schliesslich lesbar, als performativ sich entfaltende Bereiche, welche sich in ihrer je eigenen Weise gegenseitig bestimmen und hervorbringen.

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Wissen als Prozess

In den 90er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts transformierten sich durch das Bewusst-Werden der performativen Prozesse, die ein mögliches Wissen allererst konstituieren, unterschiedlichste Wissenschaftszweige (wie die prominentesten unter den Kultur-, Politik- und Geisteswissenschaften und allen voran den Sozialwissenschaften) hin zu einer neuen Form und Darbietung von Wissen, welches so flüchtig und niemals fest gespeichert wird, sondern sich fluid und als permanenter Prozess sich organisiert.

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Zum Phänomen der Grenze

Auf einen ersten Blick scheinen sich die durch Grenzen etablierten Räume gegeneinander und exklusiv zueinander zu verhalten: die durch sie geschiedenen verräumlichten Strukturen stellen Orte der Macht dar und scheiden klar ein Innen gegenüber dem Aussen, das Eigene vom Anderen. Doch es existieren auch kulturwissenschaftliche Thesen, dass Grenzen, in welcher Form auch immer diese sich ausdifferenzieren, und allen voran die Grenzen des Bewusstseins in der Regel zu Schwellen tendieren, welche Zonen des Austauschs sowie der gegenseitigen Konfrontation ermöglichen.

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Traumzeit und Zeit(t)räume

Die unterschiedlichen Vorstellungen von Zeit, die sich in der Moderne etablieren, entspringen der Beobachtung und Erfahrung einer Diskontinuität der Wahrnehmung. Dem Verständnis von verzeitlichtem Sein und des Erinnerns (mithin der (sprachlichen) Aufschlüsselung durch die Psychoanalyse) steht spätere bei Gilles Deleuze in der Konzeption der Erinnerungsspuren dasselbe auf rein bildtheoretischer Ebene gegenüber. Es gilt nun den beiden Parakonzepten von Zeit und den ihnen inhärenten Vorstellungen und Konzeptionen von Erinnerung zu folgen, um dem Realen in der Verzeitlichung in seiner Verschränkung mit dem Imaginären, das (wie sich erweisen wird) in eine Sphäre der Zeitlosigkeit getaucht sich vollzieht, auf die Spur zu kommen. 

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Personale Identität

Der folgende Essay setzt sich mit der Frage nach der Konsistenz des menschlichen Ichs auseinander. Wie werden wir zu einem personalen Ich, das eine Identität einschliesst, die den mehr oder weniger zufälligen und stets kontingenten Wandel der Dinge in der Zeit überdauern kann? Und wie lässt sich diese in einem dem Erleben nach prozesshaften Wesen fassen, ohne in einer Statik befangen zu bleiben, die so dem Phänomen weder gerecht wird, noch vor dem Hintergrund unserer persönlichen Erfahrungen mit ihm zu halten ist? 

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Über das Wesen der menschlichen Freiheit

Die menschliche Freiheit ist und bleibt ein viel diskutierter Begriff. Was man darunter versteht und wie man dessen Auffassung in unterschiedlichen Ausprägungen und Ansätzen gewichtet, trägt im Wesentlichen zur Weltsicht einer sozialen Gemeinschaft bei. So scheint es in einer Zeit, in der sich grosse Teile der Bevölkerung diese Frage erneut zu stellen gezwungen sehen, angebracht ein klein wenig auszuholen und den Begriff – wenn sie denn einer ist – genauer zu befragen.

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Supermarkt-Philosophie

Seit es sie gibt, sind Supermärkte Orte vermeintlicher „Innovation“. Immer wieder testen die Inhaber neue Konzepte: Damit einerseits die Konsumenten mehr kaufen und andererseits die Kosten sinken. Doch Supermärkte sind auch, wer hätte das gedacht, Orte für „philosophische Betrachtungen“. Insbesondere das Warenförderband ist ein Objekt, das zum Nachdenken anregt. Die Frage ist allerdings: Wie lange gibt es dieses noch?

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Konsens

Das neue Polit-Magazin Konsens, das seit guten zwei jahren auf dem Markt befindet, setzt sich in einer grafischen Form mit gesellschaftskritischen und sozialpolitischen Themen auseinander. Das Nahaufnahmen hat sich mit den beiden Initianten unterhalten können, die uns in ihrer unprätentiösen aber gleichzeitig bestimmten Art Auskunft gegeben haben über die Hintergründe, die ihr Projekt bewegen.

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Philosophie, der konstruktive Störenfried

Die Philosophie ist ein merkwürdiges Ding. Im alltagssprachlichen Gebrauch besitzt jeder von uns eine Lebensphilosophie und Firmen vermarkten ihre Geschäftsphilosophie. Dann gibt es noch das Bild des verstaubten Denkers an der Universität, der in seinem Elfenbeinturm sitzend über unverständliche Themen nachdenkt. 

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Nachdenken über Heimat

Der gemeinnützige Verein philosophie.ch setzt sich dafür ein, verschiedenste philosophische Themen durch Themendossiers, Blogreihen und Podiumsdiskussionen für ein breites Publikum kostenlos zugänglich zu machen. Die neusten Inputs und Gedankenanstösse finden sich zum Thema Heimat und dem Begriff, den wir uns davon machen.

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