Harry Dean Stanton in “Lucky” von John Carroll Lynch

Harry Dean Stanton in seiner letzten grossen Rolle als grantiger 90-jähriger Atheist, der seine ganz persönliche Erleuchtung erfährt: Dem amerikanischen Schauspieler John Carroll Lynch ist mit seinem Regiedebüt „Lucky“ eine der schönsten Meditationen über Vergänglichkeit, Sterblichkeit, Einsamkeit und Spiritualität gelungen, die es jemals im Kino zu sehen gab. Im Jubiläumsjahr des 70. Locarno Festivals war „Lucky“ zweifellos der eindrücklichste Film des internationalen Wettbewerbs und wurde zu Recht mit Standing Ovations gefeiert und dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet.

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Interview mit Regisseur Marcel Gisler über seinen neuen Film “Mario”

Nach der umjubelten Uraufführung an den Solothurner Filmtagen kommt „Mario“, ein aufwühlendes Liebes-Drama über das Tabuthema „Homosexualität im Fussball“, nun ins Kino. Max Hubacher und Aaron Altaras spielen darin die angehenden Profifussballer Mario und Leon, die nicht nur im Sturm leidenschaftlich und perfekt harmonieren. Durch das intensive und zugleich nuancierte Spiel der jungen Darsteller wird erfahrbar, wie jemand leidet, der einen wichtigen Teil seiner Persönlichkeit von sich abspalten und verleugnen muss. Nahaufnahmen.ch traf in Solothurn Marcel Gisler, den für seine vorhergehenden Werke (unter anderem „Rosie“ und „Electroboy“) vielfach preisgekrönten Regisseur des Films, zum Interview: Ein Gespräch über den Widerspruch zwischen Sein und Schein im Übersystem Fussball, Kritik von Fördergremien, dominante Musikteppiche und Momente am Set, die ihn zu Tränen rühren.

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Harvey Keitel: “Warten Sie nicht auf Hollywood!”

Der 77 Jahre junge, vor Energie sprühende Schauspieler Harvey Keitel erhielt am 69. Festival del film Locarno den Lifetime Achievement Award. Der Charakterdarsteller, der auf eine fast 50-jährige Karriere mit mehr als 100 Filmen zurückblicken kann, gab während eines öffentlichen Gesprächs so manche vergnügliche Anekdote zum Besten: Er sprach über seinen ersten in Martin Scorseses Elternhaus gedrehten Film, den prügelnden Klaus Kinski, den jungen Quentin Tarantino, der ihm den Kühlschrank plünderte und richtete einen Appell an Nachwuchskünstler.

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“Als die Sonne vom Himmel fiel” von Aya Domenig

Mit ihrem ersten langen Dokumentarfilm „Als die Sonne vom Himmel fiel“ zeigt Regisseurin Aya Domenig sowohl die gesundheitlichen als auch sozialen Auswirkungen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. In brillanter Weise verbindet sie die private Spurensuche mit der politischen Dimension der Katastrophe sowie – aufgrund der Ereignisse in Fukushima – die Vergangenheit mit der Gegenwart. Damit ist ihr der definitiv stärkste Film des Festivals gelungen

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NIFFF: „Short Peace“

Vier Anime-Kurzfilme, die am NIFFF gezeigt wurden, spannen für Short Peace zusammen mit einem Computerspiel von Goichi „51“ Suda: Das Ergebnis ist teilweise grandios, teilweise banal, immer jedoch gut für eine Einsicht. Welche? Das bedarf einer längeren Antwort.

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67. Festival del film Locarno

Zur Eröffnung lud das Festival Erfolgsregisseur Luc Besson ein, sein neustes Werk, den pseudowissenschaftlichen Science-Fiction-Thriller „Lucy“, zu präsentieren. Ein Kassenfeger in den USA, vom Publikum in Locarno zu Recht mit Buhrufen bedacht. Überzeugender geriet das Comeback von Melanie Griffith, die im Kurzfilm „Thirst“ eine verwelkte, alkoholabhängige Schönheit spielt und im Publikums- gespräch freimütig über Versagensängste und Alkoholsucht sprach.

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Genre-Polygamie am NIFFF 2014

Das NIFFF ist – nicht nur, aber auch – ein Trödelladen im besten Sinn des Wortes, ein Kuriositätenbasar, der aus der Festivallandschaft heraussticht wie ein Comic-Buchladen in einer Shoppingmeile. Wer heute Filme abseits des angeblichen Publikumsgeschmacks machen will, steht oft Jahre für finanzielle Mittel Schlange. Doch am NIFFF findet man sie, die Kinder von Filmemachern mit ungewöhnlichen, seltsamen, bizarren Ideen.

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NIFFF: “Under The Skin” von Jonathan Glazer

Scarlett Johansson spielt ein sonderbares Wesen, das einsame Männer mit dem Versprechen auf Sex in einen fatalen Hinterhalt lockt. Doch wer sich von Under The Skin ein Neuauflage von Species mit einem der wenigen echten Sexsymbole des Gegenwartskinos verspricht, ist dem Film bereits in die Falle gegangen.

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Neuchâtel International Fantastic Film Festival 2014 (Intro)

Aus den Untiefen des Neuenburger Sees stiegen namenlose Schrecken, vom windumtosten Rund des Creux-du-Van glitten unheilige Schatten herab und legten sich auf die Sinne und Herzen der Menschen, der Himmel zuckte, als liege er im Sterben, und in den Gruften unter dem Collégiales kratzte ein weiteres Klischee an der blutbeschmierten Tür seines Verlieses… wir waren dabei. Wir haben uns nicht gescheut, es herauszulassen. Und wir werden davon berichten. Willkommen am NIFFF 2014.

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65. Festival del film Locarno

Das Missen Massaker

Über die vielen mittelmässigen Filme sowie ein paar Tiefseetaucher im diesjährigen Festivalprogramm wollen wir für einmal den Mantel des Schweigens legen. Stattdessen berichten wir lieber über diejenigen Filme, welche während des Festivals positiv auffielen und die einen Kinobesuch auch wirklich lohnen. Beachtenswert dabei ist, dass in der Filmauslese 2012 vor allem Dokumentarfilme zu überzeugen wussten und sich das einheimische Filmschaffen nicht hinter internationalen Werken zu verstecken brauchte.

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NIFFF 2012 – Asiatischer Wettbewerb

Aceattorney

Der asiatische Wettbewerb bot dieses Jahr eine gute Mischung aus neuen Namen und altgedienten Meistern – so richtig zu überzeugen wusste die Auswahl leider trotzdem nicht. Die Beitrage schienen mehrheitlich auf gute Unterhaltung ohne grössere Ambitionen geeicht, was für den Preis aber ohnehin keine Rolle spielte. Wie jedes Jahr wurde dieser ohnehin vom Publikum vergeben, und wie immer gewann eine Komödie. Könnte ein echter Jurypreis zu einer mutigeren Auswahl führen? Wir wissen es nicht und gaben uns halt mit unorthodoxen Gerichtsverfahren, schwarzem Humor und mindestens einem echten Heuler zufrieden.

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NIFFF 2012 – Internationaler Wettbewerb

Citadel

Obwohl uns dieses Jahr kein Film strahlend aus den NIFFF-Kinos kommen liess, darf sich das NIFFF 2012 eines vielseitigen Wettbewerbprogramms rühmen. Der erste Eindruck, viel Horror nach bekannten Mustern zu sehen zu bekommen, bestätigte sich nur halb; einige Filme waren sich der Genreklischees durchaus bewusst und umgingen diese geschickt oder spielten neckisch mit ihnen. 7 der 13 Filme im Internationalen Wettbewerb schafften es in unser vollgepacktes Festivalprogramm – darunter auch der Gewinner.

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