Harry Dean Stanton in “Lucky” von John Carroll Lynch

Harry Dean Stanton in seiner letzten grossen Rolle als grantiger 90-jähriger Atheist, der seine ganz persönliche Erleuchtung erfährt: Dem amerikanischen Schauspieler John Carroll Lynch ist mit seinem Regiedebüt „Lucky“ eine der schönsten Meditationen über Vergänglichkeit, Sterblichkeit, Einsamkeit und Spiritualität gelungen, die es jemals im Kino zu sehen gab. Im Jubiläumsjahr des 70. Locarno Festivals war „Lucky“ zweifellos der eindrücklichste Film des internationalen Wettbewerbs und wurde zu Recht mit Standing Ovations gefeiert und dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet.

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Interview mit Regisseur Marcel Gisler über seinen neuen Film “Mario”

Nach der umjubelten Uraufführung an den Solothurner Filmtagen kommt „Mario“, ein aufwühlendes Liebes-Drama über das Tabuthema „Homosexualität im Fussball“, nun ins Kino. Max Hubacher und Aaron Altaras spielen darin die angehenden Profifussballer Mario und Leon, die nicht nur im Sturm leidenschaftlich und perfekt harmonieren. Durch das intensive und zugleich nuancierte Spiel der jungen Darsteller wird erfahrbar, wie jemand leidet, der einen wichtigen Teil seiner Persönlichkeit von sich abspalten und verleugnen muss. Nahaufnahmen.ch traf in Solothurn Marcel Gisler, den für seine vorhergehenden Werke (unter anderem „Rosie“ und „Electroboy“) vielfach preisgekrönten Regisseur des Films, zum Interview: Ein Gespräch über den Widerspruch zwischen Sein und Schein im Übersystem Fussball, Kritik von Fördergremien, dominante Musikteppiche und Momente am Set, die ihn zu Tränen rühren.

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“Als die Sonne vom Himmel fiel” von Aya Domenig

Mit ihrem ersten langen Dokumentarfilm „Als die Sonne vom Himmel fiel“ zeigt Regisseurin Aya Domenig sowohl die gesundheitlichen als auch sozialen Auswirkungen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. In brillanter Weise verbindet sie die private Spurensuche mit der politischen Dimension der Katastrophe sowie – aufgrund der Ereignisse in Fukushima – die Vergangenheit mit der Gegenwart. Damit ist ihr der definitiv stärkste Film des Festivals gelungen

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NIFFF: “Under The Skin” von Jonathan Glazer

Scarlett Johansson spielt ein sonderbares Wesen, das einsame Männer mit dem Versprechen auf Sex in einen fatalen Hinterhalt lockt. Doch wer sich von Under The Skin ein Neuauflage von Species mit einem der wenigen echten Sexsymbole des Gegenwartskinos verspricht, ist dem Film bereits in die Falle gegangen.

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Wreck-it Ralph/Ralph Reicht’s von Rich Moore

In seinem Animationsfilm Wreck-it Ralph, strategisch sinnvoll kurz vorm Weihnachtsgeschäft angelaufen, versucht sich Disney an der Verheiratung der zwei derzeit umsatzstärksten Populärkultursparten: Videospiel und Familienkino. Und trifft damit offenbar den Nerv der 2010er Jahre. Am Ende steht ein anspielungsreicher Spaß für große und kleine Kinder, der jedoch am Ende weniger innovativ ausfällt, als es möglich gewesen wäre.

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“I Wish” von Kore-Eda Hirokazu

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Nach seinem wunderbar betörenden Glanzstück „Nobody Knows“ (2004) beweist der japanische Regisseur Kore-Eda Hirokazu einmal mehr seine Fähigkeit, die Welt der Kinder cineastisch zu erkunden. “I Wish” ist ein melancholischer Feel-Good-Movie über Wünsche und Wunder in der Kindheit.

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“Woody Allen: A Documentary” von Robert B. Weide

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Der Produzent („Mother Night“) und Dokumentarfilmer („Lenny Bruce: Swear To Tell The Truth”) Robert B. Weide begleitete fast zwei Jahre lang den als öffentlichkeitsscheu geltenden Woody Allen. „Woody Allen: A Documentary“ ist ein aufschlussreiches Filmportrait über einen faszinierenden Künstler und eine Hommage an sein vielseitiges und aussergewöhnliches Schaffen.

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