Leonard Cohen – You want it darker

Einen Monat nach seinem 82. Geburtstag veröffentlicht der kanadische Songpoet Leonard Cohen mit „You want it darker“ das wohl spirituellste und aufwühlendste Album seiner bald 50-jährigen Karriere: Verpackt in ausgefeilte, intime Arrangements, die seine Bariton-Stimme umgarnen, stellt sich Cohen –im dritten Lebensakt mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert – zwischen Liebeslyrik und religiösen Metaphern mäandrierend den existenziellen Fragen.

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Zwischen den Stühlen

Bild: http://subrosa.itcmedia.net/en/catalogue/soundworks/jac-berrocal----david-fenech---ghedalia-tazartes.html

Es gibt Alben, die sind schwer einzuordnen. Ist es jetzt eher Punk oder eher Rock oder Indie oder eher Electronica? Und dann gibt es Alben wie Superdisque, die sind unmöglich einzuordnen. Ein Gitarrist (David Fenech), der irgendwo zwischen Punk, freiem Jazz und Avantgarde steht, ein Sänger (Ghédalia Tazartès), dessen Gesang zwischen Kinderlieder und freier Improvisation, zwischen arabischen Balladen und tibetanischem Mönchsgesangs, zwischen Avantgarde und Archaik hin- und herpendelt, und ein Trompeter (Jac Berrocal), der seine Trompete manchmal als herrlich-singende Engelstrompete, manchmal als röhrend-animalisches Organ, manchmal als reiner Geräuschproduzent benutzt.

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Eine neue elektronische Hoffnung?

Bild: http://www.fofmusic.net/?page_id=2784

Klirrende Gitarren, eine durch das Hallgerät gejagte Stimme, einige Klicks und Schnipps, ein nostalgisches Rauschen und ein langsam tropfender Beat und fertig ist das Wunderkind. Schon als der damals 19-jährige Shlohmo 2010 seine erste EP Shlohmoshun Redux auf Friends of Friends veröffentlichte, erstaunte er, obwohl teilweise noch ein wenig überladen und unausgereift, mit seinem eigenwilligen Mix von Hiphop, Dub, Electonica, Chillwave, Lo-Fi und Shoegaze. Nun, ein Jahr später, veröffentlicht er seine „proper debut LP“, wie er auf seinem Blog schreibt, wieder auf Friends of Friends.

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Eine musikalische Hommage an den Italo-Western

Bild: http://romealbum.com/

Danger Mouse und Daniele Luppi lassen die Filmmusik von Ennio Morricone und Co. hochleben. Dafür schrieben sie nicht nur Musik, die klingt wie damals, sondern sie nahmen auch am gleichen Ort mit möglichst dem gleichen Equipment und teilweise sogar den gleichen Leuten auf wie damals. Nur Jack White und Norah Jones, die je auf drei Songs zu hören sind, sind von heute.

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Ein Spiegel für Bill Callahan und die Welt

Bild: http://www.dragcity.com/

Mit seinem dritten Album unter seinem bürgerlichen Namen gelang Bill Callahan eine beeindruckende Introspektion auf sich als Musiker, Mensch und Bürger von Amerika. Ein Album voll in typisch amerikanischen Metaphern ausgedrückten Reflexionen über sein Land, seine Leute und sich selbst. Schon seit gut zwanzig Jahren ist Bill Callahan, früher als Smog unterwegs, eine feste Grösse am amerikanischen Songwriter-Himmel. Mit „Apocalypse“ hat er wieder einmal bestätigt wieso.

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Die Doom-Urgesteine werden älter, zum Glück!

Bild: http://www.thronesanddominions.com/angels.htm

Was kommt heraus, wenn sich Doom- Pionier Dylan Carlson mit Folk- Musik beschäftigt? Die Antwort: „Anges of Darkness, Demons of Light: 1“. Für das neue Album der Doom- Metal- Pioniere Earth liess sich ihr Kopf Dylan Carlson nach eigenen Aussagen von britischen Folk- Bands wie Fairport Convention und Pentangle, aber auch von World- Musikern wie Tinariwen oder dem französischen Gitarristen Fred Chichin inspirieren.

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Protestsongs aus der Westsahara

Bild: http://www.sublimefrequencies.com/item.asp?Item_id=51

Nachdem uns mit Tinariwen die Musik der Tuareg ein erstes Mal in den Bann gezogen hat, erreichen uns – über das amerikanische Label Sublime Frequencies – neue Klänge aus dem Herz der Tuaregkultur, aus Agadez. Die Band um den Sänger und Gitarrenvirtuosen Ghoumour Oumara Moctar a.k.a Bombino mischt die traditionelle Musik der Tuareg mit psychedelischen Stromgitarren im Stile von Jimi Hendrix und Co auf.

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