Entgrenzung in der Zeit

Insofern Prozesse, wie sie die Zeit des Karnevals initiiert, ihre Wirkkraft über die Auflösung von gängigen Wertvorstellungen entfalten, gilt es ihre implizit subversiven Energien auf die Spur zu kommen. Verzeitlichung erweist sich als konstitutiv für den Vollzug von kulturellen Prozessen und Vorgängen im öffentlichen Raum (wie sie der Karneval ermöglicht), aber auch für Interaktionen zwischen politischen, sozialen und kulturellen Sichtweisen und die letztlich darin implizite Dezentrierung der Machtverhältnisse.

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Zum Phänomen der Grenze

Auf einen ersten Blick scheinen sich die durch Grenzen etablierten Räume gegeneinander und exklusiv zueinander zu verhalten: die durch sie geschiedenen verräumlichten Strukturen stellen Orte der Macht dar und scheiden klar ein Innen gegenüber dem Aussen, das Eigene vom Anderen. Doch es existieren auch kulturwissenschaftliche Thesen, dass Grenzen, in welcher Form auch immer diese sich ausdifferenzieren, und allen voran die Grenzen des Bewusstseins in der Regel zu Schwellen tendieren, welche Zonen des Austauschs sowie der gegenseitigen Konfrontation ermöglichen.

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Ein neues Kapitel des Kapitals?

Die lange Nacht des BGE – welche am Montag, den 2. Mai 2016, also einen Tag nach dem Tag der Arbeit im Foyer des Theater Basel über die Bühne ging – zeigt eines sehr deutlich: Befürworter wie Gegner sehen sich in der Debatte nicht nur mit einer zukunftsträchtigen und wegweisenden Idee konfrontiert, die sie zwingt sehr grundsätzlich darzulegen und zu entscheiden – sondern auch mit einer Idee, die gleichzeitig ganz nah am Menschen, der Gesellschaft und der Politik liegt und diese miteinander und zusammen zu denken gezwungen ist. Denn nein, nicht Details gilt es hier zu klären, sondern Grundsätze: was für ein Bild des Menschen man in sich trägt, welche Gesellschaftsformen der heutigen Zeit noch oder wieder gerecht werden und was die Aufgabe der Politik eines Staates ist, der Humanität und Menschenrechte als oberstes Kriterium und Prinzip setzt. Nicht nur weil damit einiges über das Menschenbild, das man hat, ausgesagt wird, sondern weil damit eine Grundsatzdebatte losgetreten wird, die den heutigen Staat und die gesamten mit ihm zementierten Machtverhältnisse und die Frage nach der menschlichen Freiheit neu zu denken erlaubt.

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Die Kinder der Macht

„ … niemals gab es mehr Machtzentren, niemals mehr Berührungs- und Verbindungskreise, an denen sich die Intensität der Lüste und die Beharrlichkeit der Mächte entzünden, um weiter auszustrahlen.“ Dieser Auszug aus Foucaults erstem Band von „Sexualität und Wahrheit – Der Wille zum Wissen“ stellt sich die Frage nach dem Zusammenspiel von Macht und Autorität mit den Sphären der Lust und des Sexus. Als Folie soll der Fragekomplex auf die Erzählung „Die Kinder der Nacht“ von Jean Cocteau gelegt werden: wie spielen Mächte der Autorität und der anarchischen Energien aus der Erzählung zusammen und gegeneinander an in einer Dynamik, die einen Sog erzeugt, der alles mit sich in sein Vergessen reisst.

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Zitterpartie einer Atommmacht

Pakistanische Armee

Klammheimlich hat Pakistan sich in den 1980er Jahre ein Atomwaffenprogramm angeeignet – eigentlich um auf das Kernwaffenprogramm Indiens zu reagieren. Schätzungen zielen heute auf 50 – 100 nuklearen Gefechtsköpfen in Pakistan. Das alleine wäre aber noch nicht wirklich besorgniserregend, doch in Verbindung mit der politischen Lage Pakistans ist der Umstand sehr beunruhigend.

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