Roland Barthes – Die Lust am Text

Jeder kennt den Moment, wenn Lesen mit einem Mal in einem lustvollen Akt aufgeht und man sich plötzlich ganz und gar in dem durch die Sprache erzeugten “Film” befindet. Lust und Lesen sind in dieser Weise beinahe untrennbar miteinander verknüpft – während wir auf der anderen Seite diese Erfahrung zu einem rein geistigen Prozess stilisieren. Für Roland Barthes jedoch geht ein Text niemals in seinem abstrakten Sinn auf, sondern er revolutioniert und radikalisiert den herkömmlichen und uns geläufigen Textbegriff dahingehend, als dass der Leser wie die Textur als konkreter Textkörper sich gegenseitig im Akt des Lesens in einer Form der ekstatischen Erfahrung durchdringen und so selbst entgrenzen, transzendieren und übersteigen.

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